Sardar Azmoun als WM 2022 Star des Irans

Der Iran ist nicht als große Fußballnation bekannt. Tatsächlich gilt es als Erfolg, dass sich das Land überhaupt für die WM 2022 in Katar qualifizieren konnte. Für die Spieler des Teams ist eine solche Sichtweise aber naturgegeben unerträglich: Sie sind Leistungssportler, die stets nach dem Höchsten streben.

Sardar Azmoun sticht dabei in der Auswahl des Irans noch einmal hervor. Er ist nicht nur der beste Spieler des Teams, sondern auch die klare Führungspersönlichkeit. Wir stellen den bei der Weltmeisterschaft 27-Jährigen hier vor. Er ist einer unserer 32 WM 2022 Stars.

Sardar Azmoun, Iran im WM-Star-Check

Die wichtigsten Infos🇮🇷 Sardar Azmoun
VereinBayer Leverkusen 🇩🇪
PositionSturm
Geburtsdatum01.01.1995
Größe1,86 m
Einsätze/Tore Nationalmannschaft60/39 (Stand: 01.03.2022)
Marktwert25 Mio. € (Stand: 01.03.2022)
Größter Erfolg mit NationalteamHalbfinale Asienmeisterschaft 2019

Ist Azmoun ein Spieler von internationaler Klasse?

Für Azmoun ist die WM in Katar auch eine ganz persönliche Bühne. Er spielt inzwischen bei Bayer Leverkusen in einer europäischen Top-Liga – und muss nun nachweisen, dass er sich dies auch verdient hat: Ist er wirklich ein Spieler von internationaler Klasse oder sogar mehr? Oder reichte es zwar für schwache Spielklassen, aber eben nicht mehr? Keine Bühne ist größer und besser geeignet als die Weltmeisterschaft, um diese Fragen zu beantworten. Und genau das wird Azmoun im Iran WM 2022 Kader versuchen.

Startschuss der Karriere im Iran

Aus der Jugendzeit des Spielers ist wenig bekannt. Wir wissen, dass Azmoun bis 2010 beim FC Etka Gorgan spielte und sich anschließend der Nachwuchsabteilung vom Sepahan FC anschloss. Schon nach einem Jahr wurde er formell ins A-Team hochgezogen.

Dauerhaft zum Einsatz kam der ethnische Turkmene hier aber nicht. Sein Talent war dennoch so übersehbar, dass Rubin Kasan aufmerksam wurde. Der Verein hatte zu dieser Zeit mit Gurban Berdiyew einen turkmenischen Trainer.

Azmoun wechselt nach Russland und geht auf Wanderschaft

Im Oktober 2013 feierte der Angreifer sein Debüt für seinen neuen Arbeitgeber. Azmoun konnte dabei gleich treffen. Nachhaltig konnte er sich aber nicht durchsetzen. In den zwei Jahren bei Kasan stand er lediglich 27 Mal auf dem Platz und erzielte fünf Tore. Es ging deshalb 2015 für ihn weiter zu FK Rostow. Hier machte er seine Sache gut, aber nicht überragend: In zwei Jahren kam er auf 62 Spiele und 19 Tore.

Es reichte, um Kasan zu überzeugen, den Iraner erneut zu verpflichten. Leider lief es für den Stürmer ähnlich wie bei seiner ersten Anstellung. Erneut blieb Azmoun zwei Jahre bei Rubin – dieses Mal stand er in 40 Partien auf dem Platz und kam auf neun Treffer.

Der Durchbruch bei Zenit St. Petersburg

Kasan ließ sich deshalb nicht lange bitten, als Zenit St. Petersburg anklopfte und den Angreifer verpflichten wollte. Als Ablöse flossen dem Vernehmen nach zwölf Millionen Euro. In der ehemaligen Zarenstadt passierte nun dies, worauf Kasan stets vergeblich gewartet hatte: Die Leistungen des Iraners explodierten.

Er kam in zweieinhalb Jahren auf 79 Einsätze für St. Petersburg und erzielte dabei stolze 52 Tore. Seine konstanten Leistungen machten Vereine aus den großen Ligen auf den Iraner aufmerksam.

Weitere Erfolge in Deutschland bei Bayer Leverkusen?

Im Januar 2022 war deshalb die Zeit für den Wechsel gekommen. Azmoun hatte bei seinem russischen Arbeitgeber nur noch sechs Monate Vertrag und machte klar, dass er sein Arbeitspapier nicht verlängern würde. Zenit St. Petersburg ließ ihn deshalb zähneknirschend für die vergleichbar geringe Ablöse von 2,5 Millionen Euro nach Deutschland zu Bayer Leverkusen ziehen.

Bei der Werkself unterzeichnete er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027. Die extrem lange Laufzeit zeigt, wie hoch die Erwartungen des Bundesligisten an den Stürmer sind. Es wird spannend zu beobachten, ob er diesen tatsächlich auch gerecht werden kann.

Azmoun wird iranischer Nationalspieler

Azmoun lief früh für Auswahlmannschaften des Irans auf. Bereits 2009 wurde er für die U17 nominiert – er war erst 14 Jahre alt. 2011 wechselte er in die U20 seines Heimatlandes. Zeitgleich machte er auch seine ersten Spiele für die U23. Insbesondere in der U20 zeigte er beeindruckende Leistungen und kam auf 19 Tore in 19 Spielen.

2014 war dann die Zeit für den Stürmer gekommen, die Nachwuchsteams des Irans hinter sich zu lassen und fortan seine Qualität in der A-Mannschaft unter Beweis zu stellen. 2014 gab er sein Debüt, wurde aber nicht für den WM-Kader des Landes in diesem Jahr nominiert.

Welche Leistung kann sich der Iran von Azmoun bei der WM 2022 erwarten?

Bei der Weltmeisterschaft 2018 stand Azmoun hingegen nicht nur im Kader des Irans, sondern war Stammspieler. Er bestritt sämtliche Partien als Mittelstürmer. Erfolg hatte er keinen: Das Team schied nach der Gruppenphase aus und der Spieler blieb ohne Treffer. Es folgten wüste Beleidigungen aus dem Iran in Richtung Azmoun, der deshalb im Alter von nur 23 Jahren seinen Rücktritt bekannt gab. Nur drei Monate später revidierte er seine Entscheidung wieder.

2019 trug er mit vier Toren dazu bei, dass der Iran bei der Asienmeisterschaft bis ins Halbfinale vordringen konnte. Für die Endrunde in Katar ist er deshalb als Leistungsträger seines WM 2022 Teams schwer einzuschätzen. Die Reaktion auf die Beleidigungen zeigt, dass er in schwierigen Momenten zu Kurzschlusshandlungen neigt, die er später bereut. Das kann, aber muss nicht, zu einem Problem werden.