WM 1978 in Argentinien

Gastgeber: Argentinien
Teilnehmerzahl: 16
Sieger: Argentinien
Finalist: Niederlande
Torschützenkönig: Mario Kempes (6 Treffer)

Weltmeisterschaft 1978 Spielball Tango
Wikimedia: Warren Rohner (CC BY-SA 2.0)

Argentinien war Gastgeber der elften Fußball-Weltmeisterschaft 1978. Dieses Turnier hat einerseits für den Sieger Argentinien, als auch für Deutschland und Österreich durch das Spiel in Cordoba eine besondere Bedeutung. Aber der Reihe nach:

Die Austragung in Argentinien wurde zur damaligen Zeit als sehr kritisch angesehen. Grund war die seit 1976 herrschende Militärdiktatur, unter der das Verschwinden, Foltern sowie die Ermordung von Regimegegnern an der Tagesordnung stand. Heutigen Schätzungen nach zu urteilen, geht man von rund 30.000 Opfern aus.

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Der Modus der WM 1978 war der Gleiche wie schon vier Jahre zuvor. Erneut wurde auf eine K.O.-Phase verzichtet. Es gab zunächst vier Gruppen mit je vier Teams, der Erste und Zweite der jeweiligen Gruppen stieg in die finale Gruppenphase auf.

Argentinien erwischte bereits in ersten Gruppenphase ein hartes Los. So mussten die Gastgeber gegen Frankreich, Ungarn und Italien um den Einzug in die nächste Runde kämpfen. Nach Siegen gegen Frankreich und Ungarn ging es gegen Italien um den Gruppensieg. Die Azzurri gewannen die relativ unbedeutende Partie durch ein Tor von Roberto Bettegas mit 1:0.

Wieder Halbfinalgruppen anstatt KO-Modus

In der Finalen Gruppenphase traf Argentinien in Gruppe B auf Brasilien, Peru sowie Polen. Nach einem Sieg über Polen und einem Unentschieden gegen Brasilien benötigte Argentinien unbedingt einen Sieg um ins Finale einzuziehen. Um zu wissen in welcher Höhe man gewinnen müsse, wurde das Spiel der Gastgeber kurzer Hand verschoben. Nach dem 3:1 Brasiliens gegen Polen stand fest, Argentinien braucht mindestens einen Sieg mit vier Toren Unterschied gegen Peru. Die Partie endete mit 6:0 und Argentinien zog ins Finale ein.

In Gruppe A setzten sich die von Ernst Happel betreuten Niederlande nach einem Unentschieden gegen Deutschland sowie zwei Erfolgen gegen Österreich und Italien als Gruppensieger durch. Im deutschsprachigen Raum war allerdings das Spiel in Cordoba von größerer Bedeutung. Für die einen (Deutschland) war es „die Schande von Cordoba“, für die anderen (Österreich), der größte sportliche Erfolg gegen den Erzrivalen. Deutschland hätte mit einem deutlichen Sieg gegen Österreich noch ins Finale aufsteigen können, doch der Underdog gewann mit 3:2. Es war der erste Sieg für eine österreichische Auswahl gegen Deutschland seit 47 Jahren. Mann des Tages war Rapid Wien-Legende Hans Krankl, der zwei Tore, darunter den entscheidenden Treffer zum 3:2, erzielen konnte.

Argentinien holt zuhause den ersten WM-Sieg

Im Finale begegneten sich schließlich die Niederlande und Argentinien. Kempes brachte die Gastgeber in Front, ehe Dick Nanninga kurz vor Abpfiff die Teams in die Verlängerung schickte. In dieser hatten die Hausherren das bessere Ende für sich, siegten letztlich 3:1 und holten erstmals den WM-Titel. Zwar sah das damalige Regime den Triumph bei der Weltmeisterschaft als Bestätigung für ihre Politik und nützte es für ihre Propagandamaßnahmen, doch wurde ihre Freude getrübt dadurch, dass einige Mitglieder der Weltmeistermannschaft alles andere als Anhänger der Diktatoren waren. So verweigerte beispielsweise Trainer Cesar Luis Menotti dem damaligen Präsidenten bei der Pokalübergabe den Handschlag.

Tor im Finale der Weltmeisteschaft 1978 in Argentinien

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