Nationalstadion Baku in Aserbaidschan: Spielort der EM 2020

Die Planungen für das Nationalstadion in Baku begannen bereits im Jahr 2010. Aserbaidschan liebäugelt bereits sehr Jahren damit, sich für die Olympischen Sommerspiele zu bewerben.

Doch das bisherige Tofiq-Bəhramov-Stadion wurde diesen Ansprüchen nicht gerecht, war es doch zu klein und zu alt für einen derartigen Einsatz.Eine neue Arena mit Leichtathletik-Anlage musste deshalb gebaut werden.

Bei der Fußball Europameisterschaft 2020 erlebt das Nationalstadion Baku seinen Auftritt auf der ganz großen Bühne.

Neben der Austragung des Europa League Endspiels 2018/2019, kam die Arena bislang nur als Spielort für die Heimspiele der aserbaidschanischen Nationalmannschaft zum Einsatz.

Dementsprechend wurde das Nationalstadion in Baku auch für die Spiele von Aserbaidschan in der EM 2020 Quali und in der Nations League genutzt.

Spielort der EURO 2020: Nationalstadion Baku in Aserbaidschan
Nationalstadion Baku (Quelle Wikipedia: Kremlin.ru, CC-BY 4.0)

Daten und Fakten zum Nationalstadion in Baku:

    • Kapazität: 69.870 Plätze
    • Eröffnung: 6. März 2015
    • Architekten: Heerim Architects and Planners
    • Heimmannschaft: Aserbaidschanische Nationalmannschaft
    • Kosten: 710 Millionen US-Dollar

EM Spiele 2020 im Nationalstadion Baku:

Runde Datum Anpfiff* Match Spielort
Gruppe A 13.06.2020 ? 2. Spiel Gruppe A Baku
Gruppe A 17.06.2020 ? 3. Spiel Gruppe A Baku
Gruppe A 21.06.2020 ? 5. Spiel Gruppe A Baku
Viertelfinale 04.07.2020 18:00 Sieger AF Budapest – Sieger AF Amsterdam Baku

*Alle Zeitangaben nach mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ)

Alles zum Nationalstadion Baku (Aserbaidschan)

Das Nationalstadion in Baku bietet Platz für 69.870 Zuschauer. Die Planungen wurden ursprünglich vom türkischen Architekturbüro TOCA Mimarlik übernommen, das eine Arena plante, die 300 Millionen Euro kosten sollte. Diese genügte allerdings nicht den Ansprüchen, die der Staat an das Stadion hatte.

Die Pläne wurden dem südkoreanischen Büro Heerim Architects and Planners übergeben, das die Arena grundlegend überarbeitete. Die Baukosten explodierten und erreichten nach offiziellen Angaben 710 Millionen US-Dollar.

Ein Grund für die hohen Baukosten liegt im Standort der Arena. Das Nationalstadion liegt auf einem ehemaligen Ölfeld. Bevor überhaupt mit dem Bau begonnen werden konnte, mussten 1.2 Millionen Kubikmeter Abwässer und Ölreste entsorgt werden.

Baubeginn im Juni 2011

Spatenstich und Grundsteinlegung erfolgten bereits zuvor am 6. Juni 2011. Anwesend waren der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter sowie der damalige UEFA-Präsident Michel Platini.

Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im November 2012. Das türkische Bauunternehmen Tekfen, das für die Umsetzung des Projekts verantwortlich zeichnete, ließ in Tag und Nachtschichten rund um die Uhr arbeiten, um das Nationalstadion Baku zu errichten. Mehr als 2200 Arbeiter waren dabei im Einsatz.

Der Erfolg zeigte sich erstmals im September 2013: Damals konnten die Verantwortlichen stolz berichten, dass sie ihrem Zeitplan inzwischen sogar voraus sein.

Bauarbeiten im Jahr 2014 am Nationalstadion Baku
Bauarbeiten im Jahr 2014 (Quelle Wikipedia: Interfase, CC BY-SA 3.0)

Fertigstellung im März 2015

Anfangs März 2015 konnte die Arena schließlich an das aserbaidschanische Ministerium für Jugend und Sport übergeben werden. Das Stadion war damit zwei Monate früher als ursprünglich geplant fertiggestellt.

Ihre Taufe erlebte die Arena dann im Juni 2015. Baku war Gastgeber der Europa-Spiele. Im Nationalstadion wurden die Feierlichkeiten zur Eröffnung und zum Abschluss des Events abgehalten. Außerdem wurden in der Arena die Leichtathletik Wettbewerbe ausgetragen.

Neben etwaigen Olympischen Spielen war das Nationalstadion Baku eigentlich schon immer für den Fußball gedacht. Beim Bau der Arena wurde beispielsweise speziell darauf geachtet, dass sie die Kriterien für die UEFA-Stadionkategorie 4 erfüllen würde.

Diese müssen Arenen erfüllen, in denen Champions League gespielt wird oder die Gastgeber eines Endspiels von einem der Wettbewerbe der UEFA sein möchten. Schon im Jahr 2017 rentierte sich dies.

Baku bewarb sich mit dem Nationalstadion erfolgreich um das Endspiel der Europa League der Spielzeit 2018/19 (29. Mai 2019). Es ist damit eine Art Generalprobe für die drei Gruppenspiele und das Viertelfinale, die in der Arena während der EM 2020 im Spielort Baku ausgetragen werden.

Der EM 2020 Spielort Baku im Profil

Baku ist eine Stadt, die den meisten Mitteleuropäern fremd sein dürfte. Dies hat den einfachen Grund, dass Aserbaidschan näher an Afghanistan liegt als an Österreich oder Deutschland.

Baku ist zudem die östlichste Hauptstadt Europas und schlägt diesbezüglich sogar Moskau – die Stadt liegt auf einer Höhe mit dem iranischen Teheran. Kein EM 2020 Spielort ist damit weiter von Mitteleuropa entfernt als Baku.

Die Stadt selbst zählt mehr als 2,1 Millionen Einwohner und blickt auf eine stolze Geschichte zurück. Seit 2000 gehört beispielsweise die Altstadt von Baku zum Unesco-Weltkulturerbe.

Die ersten Siedlungsfunde auf dem Gebiet des heutigen Baku reichen zurück ins Jahr 8000 vor Christus. Schnell wurde die Region für ihre sprudelnden Ölquellen bekannt. Selbst die Römer stießen bis in die Region im Rahmen von Militärexpeditionen im 1. Jahrhundert nach Christus vor.

Anschließend wurde Baku von lokalen Stämmen regiert, bis es 1501 vom osmanischen Reich erobert wurde. Danach stritten Russland und die Türken für 300 Jahre um das Gebiet, bevor sich die Zaren 1824 endgültig durchsetzen konnten.

Nach der Gründung der Sowjetunion 1917 wurde Aserbaidschan zu einer der von Moskau abhängigen Teilrepubliken. Baku wurde zur Hauptstadt. 1991 erreichte Aserbaidschan die Unabhängigkeit.

Sehenswürdigkeiten im EM-Spielort Baku

In Baku sind bis heute Sehenswürdigkeiten aus der Altstadt, deren Gebäude bis zu 1500 Jahre zählen, der Gründerzeit und der Phase der Sowjetunion zu sehen. Bekannte Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise die Tezepir-Moschee oder die russisch-orthodoxe Kirche.

Tezepir Moschee in Baku
Tezepir Moschee (Quelle Wikipedia: Ismail Valiyev, CC BY-SA 3.0)

Fans des Mittelalters und der Frühen Neuzeit stoßen zudem auf zahlreiche Burgen und Paläste aus den beiden Epochen.

Das Nationalstadion Baku ist zentral gelegen und befindet sich direkt an der Airport Road – der inoffiziellen „Hauptstraße“ von Baku.

Besucher sollten auf diese Weise keine Probleme haben, die Arena zu besuchen, die auch ansonsten erstklassig an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden ist. Für die Europaspiele wurden beispielsweise fußläufig vier Bushaltestelle und drei Bahnstationen gebaut.

>> EM Spielorte 2020