Amsterdam als Austragungsort in Gefahr?

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Auch wenn am nächsten Wochenende mit der Bundesliga die erste europäische Top-Liga den Spielbetrieb wieder aufnehmen wird, erweist sich die von der UEFA bereits Mitte März getroffene Entscheidung, die Fußball Europameisterschaft 2020 um ein Jahr auf den Sommer 2021 zu verschieben und als EM 2021 auszutragen, nachhaltig als richtig.

In knapp einem Monat ein Turnier mit 24 EM-Mannschaften aus ganz Europa und verteilt auf zwölf verschiedene Länder zu spielen, ist aufgrund der Corona-Krise unvorstellbar. Wenn nun im Juni 2021 der Anstoß erfolgen soll, hofft man bei der UEFA aber auf einen Normalbetrieb, inklusive Zuschauern.

Allerdings ist im Moment alles andere als sicher, dass die EURO wie geplant tatsächlich in zwölf verschiedenen EM Austragungsorten gespielt werden kann. Einige Gastgeberstädte wie München haben zwar bereits erklärt, auch 2021 zur Verfügung zu stehen, doch hinter einer Reihe von Spielorten stehen auch mehr oder weniger dicke Fragezeichen.

So gibt es etwa in Spanien, wo im San Mames in Bilbao gespielt werden soll, und beim italienischen Verband mit dem Stadio Olimpico in Rom als Spielstätte Zweifel an der Gastgeberschaft. Hintergrund ist natürlich, dass beide Länder vergleichsweise schwer vom Coronavirus erwischt wurden. 

Impfstoff als Voraussetzung für Massenveranstaltungen

Aktuell ist zudem auch alles andere als sicher, dass die Endrunde im geplanten EM Spielort Amsterdam gespielt werden kann. In der Johan-Cruyff-Arena sind eigentlich drei Spiele der EM Gruppe C und ein EURO 2021 Achtelfinale angesetzt, doch könnte die in den Niederlanden sehr strikte Politik diese verhindern, insbesondere mit Zuschauern vor Ort.

Wie es in einem Brief des Gesundheitsministers Hugo de Jonge an das Parlament heißt, seien Massenveranstaltungen erst dann wieder möglich, wenn ein Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden ist. Diesbezüglich enthält das Schreiben de Jonges eine nur bedingt positive Prognose: „Wir hoffen natürlich, dass das schnell geht, aber ein Jahr oder länger ist realistisch.“

Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass frühestens im Sommer 2021 wieder vor Publikum gespielt werden kann. Dass die UEFA so lange wartet und Gefahr läuft, kurzfristig noch einen Ersatzspielort bestimmen zu müssen, ist aber unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte eine Entscheidung über die EM-Spielorte auf jeden Fall noch im Jahr 2020 fallen.

Keine Großveranstaltungen bis 1. September

Beim niederländischen Fußballverband KNVB hat man die Einschätzungen von de Jonge wenig erfreut aufgenommen. Ein KNVB-Sprecher zeigte sich davon „unangenehm überrascht“ und ließ durchblicken, dass die Folge schwere finanzielle Verluste wären: „Es wäre schrecklich, wenn so lange ohne Publikum Fußball gespielt werden müsste.“

Aktuell sind in den Niederlanden öffentliche Großveranstaltungen inklusive Geisterspielen bis zum 1. September verboten. Die niederländische Ehrendivision hat die Saison 2019/20 deshalb ohne Meister abgebrochen. Während bezüglich Auf- und Abstieg Gerichtsverfahren drohen, wird seitens des Verbandes der Start der neuen Saison im September ins Auge gefasst – nach jetzigem Stand aber ohne Zuschauer im Stadion.

Die niederländische Nationalmannschaft trifft in der Gruppe C auf Österreich, die Ukraine und den Sieger der Nations League Playoffs D, die eigentlich für März 2020 geplant waren, nun aber frühestens im Herbst dieses Jahres stattfinden werden.

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