Schweizer Luxusproblem im Tor

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Die deutsche Torwartschule gilt international noch immer als beispielhaft, doch während sich der DFB aktuell durchaus Sorgen um die Zukunft nach Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen machen muss, weil die absoluten Top-Talente auf der Torhüterposition seit längerem auf sich warten lassen, wächst in der Schweiz ein Spitzenkeeper nach dem anderen heran.

Längst gilt die eidgenössische Torwartschmiede vielerorts als Vorbild und hat in dieser Hinsicht auch Deutschland den Rang abgelaufen. Sicher kein Zufall ist es, dass mit Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach), Marwin Hitz, Roman Bürki (beide Borussia Dortmund) und Gregor Kobel (VfB Stuttgart) gleich vier Schlussleute aus der Schweiz bei namhaften Bundesligisten unter Vertrag stehen, während mit Yvon Mvogo ein weiterer derzeit von RB Leipzig an die PSV Eindhoven verliehen ist.

Mit Jonas Omlin beim HSC Montpellier spielt darüber hinaus auch ein Schweizer Torwart in der französischen Ligue 1.

Bürki und Hitz spielen keine Rolle

Im Tor verfügt Nationaltrainer Vladimir Petkovic somit eine Vielzahl an hochkarätigen Alternativen, wobei der 32-jährige Sommer mit Blick auf die EURO 2021 als Nummer eins eingeplant ist, der zwei Jahre jüngere Bürki seit seinem Anfang 2019 zunächst temporär ausgesprochenen Rücktritt nicht mehr nominiert wurde und auch der 33-jährige Hitz letztmals 2018 im Aufgebot stand.

Um die beiden vakanten Plätze im Schweiz EM 2021 Kader bewerben sich somit vor allem Omlin, Mvogo und Kobel sowie David von Ballmoos, der in der heimischen Super League der größte Rückhalt von Meister Young Boys Bern ist. Über große Erfahrung im Nationalteam verfügt indes keiner der Kandidaten.

Kobel und von Ballmoos warten noch auf ihr Debüt im Nati-Trikot, Mvogo bestritt bisher drei Länderspiele und Omlin durfte ein Mal ran. Viele Gelegenheiten ließ Stammkeeper Sommer seinen internen Konkurrenten bisher nicht, sodass das Rennen um die Rollen als Nummer zwei und drei weitgehend offen ist.

Kobel als jüngster Kandidat

Die langfristig beste Perspektive weist mit Kobel sicherlich der jüngste der Kandidaten auf. Der 23-Jährige spielt zudem beim VfB Stuttgart eine richtig starke Saison und soll mit seinen Leistungen auch schon ins Visier größerer Vereine gerückt sein.

Gegenüber dem “kicker“ betonte der 1,94 Meter große Keeper, der fußballerisch zu den Besten seines Fachs zählt, indes nicht an einen Wechsel zu denken: “Ich habe erst im Sommer einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Ich bin ganz klar hier, um mich weiter zu verbessern und mit dem VfB das Maximale zu erreichen. Ich blicke nicht so weit nach vorne.“

Mit der Nationalmannschaft allerdings beschäftigt sich Kobel sehr wohl, zeigt sich dabei aber zurückhaltend: “Das muss der Nationaltrainer beantworten. Ich stand zuletzt schon im Kader, habe aber noch keine Partie in der Nationalmannschaft bestritten“, so der in Zürich geborene und über die TSG 1899 Hoffenheim nach Stuttgart gekommene Torwart, dessen kurzfristiges Ziel die Nominierung für die Spiele in der Schweiz WM-Qualifikation 2022 Ende März ist: “Ich muss jetzt erst mal sehen, bei den nächsten Länderspielen dabei zu sein.“

Gut möglich, dass das Aufgebot von Trainer Petkovic dann schon einen Vorgeschmack auf die Europameisterschaft liefert – auch in Bezug auf die Hierarchie in der Torwartfrage.

Bei der Endrunde bekommt es die Nati in EM Gruppe A mit der Türkei, Italien und Wales zu tun, in der Quali für die WM 2022 in Katar spielen die Eidgenossen in WM Quali Gruppe C ebenfalls gegen Italien sowie gegen Nordirland, Bulgarien und Litauen.

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