EM 2024 Spielort Frankfurt am Main: Der Deutsche Bank Park

Sportlich ist Frankfurt eine der wichtigsten Städte Deutschlands. Dies gilt insbesondere für den Fußball. Erstens ist hier mit dem DFB der deutsche Verband heimisch. Zweitens spielt mit Eintracht Frankfurt einer der besten Vereine des Landes am Main. Mit dem FSV gibt es zudem einen weiteren Club, der immerhin in der zweiten Liga spielt. Mit Mainz 05 ist zudem ein weiterer sehr guter Verein in Wurfweite angesiedelt.

Darmstadt und Offenbach sind ebenfalls nicht fern und Heimat von Klubs, die immer mal wieder den Aufstieg bis in die Bundesliga schafften. So war es im Prinzip von Beginn an klar, dass Frankfurt Schauplatz der EURO 2024 werden würde. Wir stellen den Deutsche Bank Park, früher als Waldstadion bekannt, als die Arena und die Stadt als den Spielort vor.

Der Deutsche Bank Park (Frankfurt Stadion) in Frankfurt/Main als EM 2024 Stadion
Deutsche Bank Park (Frankfurt Stadion) in Frankfurt (Quelle: Wikipedia, Vasyatka1, CC BY 4.0)

Daten & Fakten zum Frankfurt Stadion

🏟️ Kapazität: 48.057 Plätze
🎉 Eröffnung: 21. Mai 1925
🏗️ Architekten: gmp
🏠 Heimmannschaft: Eintracht Frankfurt
💰 Kosten: 400 Millionen Euro

Alle Infos zum EURO 2024 Stadion in Frankfurt

Es ist unklar, ob die Arena eines der ältesten oder jüngsten Stadien in Deutschland ist. Ursprünglich hieß das Objekt Waldstadion und wurde schon 1925 gebaut. Im Laufe der Zeit wurde es aber derart oft grundlegend umgebaut, dass einige Beobachter davon sprechen, dass die heutige Anlage eigentlich schon das vierte Stadion am selben Ort ist. Die Gesamtkosten seit 1925 werden auf 400 Millionen Euro geschätzt. Die letzte Bauphase zwischen 2002 und 2005 (für die WM 2006) allein soll 190 Millionen Euro gekostet haben.

Waldstadion als inoffizielles DFB-Stadion statt Olympia

Ursprünglich wurde ein Multifunktionsstadion gebaut. Frankfurt lange davon, selbst einmal Olympische Spiele auszurichten. Das Waldstadion wäre dann zur olympischen Arena geworden. Daraus wurde bekanntlich nichts. Die Arena wandelte sich deshalb mit jeder Bauphase mehr zu einem reinen Fußballstadion. Weitgehend war dieser Weg schon durch die entsprechenden Maßnahmen zwischen 1972 und 1974 abgeschlossen. Die Arena wurde damals darauf vorbereitet, Spielort für die WM 1974 zu werden. Während des Turniers bezwang Deutschland Polen in der „Wasserschlacht von Frankfurt“ mit 1:0 und konnte ins Finale einziehen, um hier den Titel zu gewinnen.

In den 1980er Jahren war das Waldstadion das inoffizielle DFB-Stadion. Der Supercup und mehrere Endspiele des DFB-Pokals wurden hier ausgetragen. Die Arena war zudem Austragungsort der EM 1988. Für dieses Turnier wurden erstmals VIP-Logen gebaut. Auch wurde eine moderne Anzeigetafel installiert. Künstler wie Bruce Springsteen, Madonna, Tina Turner, U2 und Michael Jackson gaben Konzerte. Auch das UEFA-Pokalfinale 1980 fand im Waldstadion statt.

Weltmeisterschaft brachte faltbares Dach

Mit den Umbauten für die WM 2006 wurde auch ein faltbares Dach installiert. Dieses sollte sich erstmals im Rahmen des Konföderationspokals 2005 bewähren, was jedoch misslang. Frankfurt war Austragungsort des Finales. An diesem Tag schüttete es. Auf der Höhe einer Eckfahne hatte die Dachkonstruktion jedoch ein Loch. Hier ergoss sich der Regen deshalb wie ein Wasserfall.

Nach der WM 2006 war Frankfurt ebenfalls Spielort der WM 2011 der Frauen. Andere Rasensportarten wie der American Football nutzen die Arena ebenfalls – beispielsweise im Jahr 2010 im Rahmen der Europameisterschaft. Lange war das Stadion zudem der Austragungsort der Heimatspielort von Frankfurt Galaxy.

Das wird die EM 2024 in Frankfurt/Main

Mit rund 770.000 Einwohner zählt Frankfurt am Mainz zwar zu den fünf größten Städten Deutschlands. Und allein im Ballungsraum rund um die Mainmetropole leben 2,3 Millionen Menschen. In der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main sind es sogar 5,8 Millionen Menschen. Trotzdem handelt es sich nicht um die Hauptstadt des Bundeslandes Hessen.

Diese Ehre geht an Wiesbaden. Der Grund ist durchaus spannend: Ursprünglich sollte Frankfurt Hauptstadt der Bundesrepublik werden. Es war aber vorgesehen, dass keine Landeshauptstadt zugleich Bundeshauptstadt werden würde. Der Regierungssitz wurde deshalb Hessen. Dann allerdings sorgte Konrad Adenauer dafür, dass die Wahl für die Bundeshauptstadt auf Bonn fiel.

Frankfurts historische Wurzeln lassen sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Interessant für große bauliche Maßnahmen wurde sie jedoch erst im Mittelalter. Hier gab es eine Furt im Main, die das sichere Durchqueren erlaubte. Die Franken nahm dies dankbar an – wodurch zugleich ein Name für die neue Siedlung gefunden war.

Bereits im ersten Kaiserreich war Frankfurt für einige Jahre Residenzstadt. Karl VII. weilte hier für fast drei Jahre. Aber auch schon Friedrich II. war wiederholt in der früheren Königspfalz zu Gast und sorgte dafür, dass diese direkt dem Monarchen und nicht etwa einem Landesherrn unterstehen würde. Im 19. Jahrhundert wurde Frankfurt Tagungsort des Paulskirchen-Parlaments im Zuge der Revolution 1848/49. Berlin und Wien waren als Orte aufgrund der Nähe zu den wichtigsten Monarchen der Zeit nicht in Frage gekommen.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten + Sport in Frankfurt am Main

Die Paulskirche ist eine der zentralen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Gleiches gilt für den Römer und die Goethestraße. Das Bankenviertel „Mainhatten“ beheimatet Gebäude wie die EZB und die Deutsche Bundesbank, die ebenfalls besichtigt werden können.

Die Pauslkirche in Frankfurt am Main
Paulskirche in Frankfurt am Main (Quelle: Wikipedia, Andreas Praefcke, CC BY 3.0)

Sportlich ist nicht nur der DFB hier ansässig, sondern beispielsweise auch der Deutsche Olympische Sportbund. Seine Heimat hat ebenfalls der Deutsche Motorsport Bund in Frankfurt gefunden.

Alle 10 EM 2024 Stadien im Überblick.