Mini-WM der Gescheiterten als Konkurrenzveranstaltung?

Wenn die Weltmeisterschaft ab dem Jahr 2026 mit 48 statt 32 teilnehmenden Nationen ausgetragen wird, besteht wohl eine realistische Chance, dass alle Top-Teams samt ihrer Stars die Qualifikation schaffen.

Bei der WM 2018 in Russland sind einige international anerkannte Weltklassespieler nur Zuschauer, die es mit ihren Nationalmannschaften verpasst haben, das WM-Ticket zu lösen.

Mit Italien und den Niederlanden fehlen zwei große europäische Fußballnationen, die im Teilnehmerfeld sicherlich vermisst werden. Auch Chile, der Südamerikameister der Jahre 2015 und 2016, hat es nicht geschafft, sich für die Endrunde zu qualifizieren.

Ebenso wie die USA, die Elfenbeinküste, Ghana, Algerien oder auch Wales, die Türkei, Österreich und die Ukraine, die alle jede Menge exzellente Einzelspieler in ihren Reihen haben.

WM 2018 ohne Robben, Bale und Co.

Doch Gareth Bale, David Alaba, Christian Pulisic, Alexis Sanchez, Arjen Robben oder Gianluigi Buffon werden im Sommer 2018 nicht oder allenfalls als Zuschauer nach Russland reisen, womit so manchem Fan etwas fehlen wird.

Möglicherweise aber auch nicht, denn wie durchgesickert ist, erwägt der US-Verband USSF gemeinsam mit der Marketing-Abteilung der US-Profiliga MLS, der Soccer United Marketing, ein Turnier der Gescheiterten zu veranstalten, das zeitlich etwa parallel zur richtigen WM stattfinden könnte.

Ins Gespräch gebracht wurde laut einem Bericht von “ESPN“ aber auch die Möglichkeit, ein Mini-Turnier unter Beteiligung von WM-Teilnehmern aus Süd- und Mittelamerika zu veranstalten, für die die Spiele gegen hochkarätige Gegner unter Wettkampfbedingungen als Vorbereitung auf die WM dienen könnten. In diesem Fall würde das Turnier wohl schon Ende Mai oder spätestens Anfang Juni über die Bühne gehen.

Bisher stecken die Überlegungen aber noch in den Kinderschuhen. So sind derzeit mehrere Varianten denkbar. Ein kleines Turnier stellt ebenso eine Variante dar wie eine Serie von Freundschaftsspielen analog etwa zum International Champions Cup, den in den vergangenen Jahren viele Spitzenmannschaften vor allem aus Europa zur Vorbereitung auf die neue Saison nutzen.

Wäre eine Mini-WM wirklich attraktiv?

Objektiv betrachtet dürfte ein Mini-Turnier im Vorfeld der WM 2018 durchaus das Interesse der Fans aus den beteiligten Ländern auf sich ziehen.

Ansonsten würde ein neuer Wettbewerb vermutlich aber nur den Charakter von internationalen Freundschaftsspielen haben, die für viele neutrale Fußballfans nur bedingt attraktiv wären, zumal man davon ausgehen kann, dass gerade die großen Nationen wie die Niederlande oder Italien die Partien dazu nutzen würden, um Dinge auszuprobieren, während die großen Stars tendenziell fehlen werden.

Robben und Buffon haben ohnehin schon direkt nach dem geplatzten WM-Traum ihren Rücktritt aus den Nationalmannschaften der Niederlande und Italiens erklärt. Und ob in den Vereinen hochbelastete Spieler wie Alaba, Sanchez oder Bale sonderlich begeistert über ein zusätzliches Turnier ohne großen sportlichen Wert wären, erscheint zumindest fraglich.

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