Perus Paolo Guerrero für WM gesperrt

Die letztlich für die Teilnahme an der Fußball WM 2018 entscheidenden Play-offs gegen Neuseeland hat die Nationalmannschaft Perus auch ohne ihren Top-Stürmer Paulo Guerrero gemeistert und dabei bereits einen Vorgeschmack auf die Endrunde im kommenden Sommer in Russland erhalten.

Denn wie nun feststeht, wird der peruanische Stürmerstar die WM 2018 definitiv verpassen. Der Weltverband FIFA sprach gegen Guerrero wegen Dopings eine Sperre von einem Jahr aus, die für sämtliche Spiele auf allen Ebenen inklusive Testspielen gilt.

Der ehemalige Bayern- und HSV-Stürmer Guerrero fehlt damit nicht nur der peruanischen Nationalmannschaft, sondern auch seinem Verein, dem brasilianischen Top-Klub Flamengo Rio de Janeiro bis zum Herbst 2018.

Verdacht auf Kokainmissbrauch

Nachdem die FIFA Guerrero nach einer positiven Dopingkontrolle nach dem 0:0 im Qualifikationsspiel zwischen Argentinien und Peru (0:0) am 5. Oktober zunächst vorläufig für 30 Tage gesperrt hatte, wurde nun das endgültige Urteil gesprochen. Konkret wurde beim 33 Jahre alte Angreifer die Substanz Benzoilecgonin festgestellt, die unter anderem auch in Kokain enthalten ist.

Guerreros Anwalt Bichara Neto hatte zunächst noch angeführt, dass Benzoilecgonin auch in Koka-Tee enthalten sei, der in den Anden ebenso wie das Kauen von Koka-Blättern eine lange Tradition habe. Allerdings hatte Neto auch erklärt, dass Guerrero keinen Koka-Tee getrunken habe.

Die festgestellten Substanzen sollen laut Guerreros Anwalt auf die Einnahme eines Grippemittels zurückzuführen sein, wofür es freilich keine Beweise gab und selbst wenn dem so gewesen wäre, hätte die Medikamenten-Einnahme von Spieler bzw. Verbandsseite angezeigt werden müssen.

Peru, derzeit auf Rang 11 der Fußball-Weltrangliste, muss damit bei der ersten WM-Teilnahme seit 1982 auf den mit sechs Treffern besten Torschützen der Qualifikation verzichten, der sich damit vermutlich angesichts seines fortgeschrittenen Alters auch um seine einmalige WM-Chance gebracht hat.

Ruidíaz der neue Mittelstürmer?

Wie schon im mit 2:0 gewonnenen Play-off-Rückspiel gegen Neuseeland könnte in Abwesenheit Guerreros Raúl Ruidíaz vom mexikanischen Klub Monarcas Morelia als einzige Spitze beginnen, flankiert und unterstützt vom Ex-Schalker Jefferson Farfan, einem weiteren Altstar, sowie dem ebenfalls für Monarcas Morelia spielenden Andy Polo oder Andre Carillo vom FC Watford.

Ein klassischer Mittelstürmer ist aus diesem Quartett allerdings nur Ruidíaz, wobei den 27-Jährigen eine Größe von 1,69 Metern ebenso wenig prädestiniert, sich im Strafraum gegen die defensivstarken Gruppengegner Frankreich, Dänemark und Australien durchzusetzen wie seinen gleichgroßen Backup Yordy Reya (ehemals Red Bull Salzburg, jetzt Vancouver Whitecaps).

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Doch noch eine Chance für Pizarro?

Nicht ausgeschlossen daher, dass ein Comeback von Claudio Pizarro doch noch einmal ein Thema wird.

Der 39-Jährige ist zwar sicherlich weit über seinen Zenit hinaus, hat mit seinem Ende September angetretenen Engagement beim 1. FC Köln aber mehr oder weniger offen seine Hoffnung auf ein Comeback in der Nationalmannschaft zum Ausdruck gebracht und wurde von Trainer Ricardo Gareca für die Play-offs zumindest auf Abruf nominiert.

Um tatsächlich in die Auswahl zurückzukehren, muss Pizarro aber zunächst beim 1. FC Köln überzeugen, was dem Routinier bisher noch nicht gelungen ist, was freilich zumindest zum Teil auch an einer zwischenzeitlichen Zwangspause wegen einer Muskelblessur gelegen hat.

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