Aztekenstadion in Mexiko City als Spielort der Fußball-WM 2026

Bei der von den USA, Mexiko und Kanada ausgetragenen WM 2026 sind erstmals 16 Stadien im Einsatz. Noch nie gab es so viele Austragungsorte bei einer Weltmeisterschaft. Dieser Umstand ist fraglos der Aufstockung des Turniers von 32 auf 48 Mannschaften geschuldet.

So überrascht es aber doch, dass nur eine einzige der 16 WM 2026 Stadien schon einmal eine Weltmeisterschaft ausrichten durfte. Schließlich fanden die Endrunden 1970 und 1986 in Mexiko statt – und die WM 1994 in den USA. 15 der 16 Stadien werden den Fans dennoch brandneue WM-Erlebnisse bereiten.

Die einzige Ausnahme ist das Aztekenstadion in Mexiko City. Es war Austragungsort der Endspiele der Weltmeisterschaften 1970 und 1986. 2026 ist es rein nominell das größte Stadion der WM – und damit ein heißer Kandidat, einmal mehr ein Finale ausrichten zu dürfen. Dies ist allerdings noch nicht entschieden: New York und New Jersey würden das Finale gerne in ihrer Arena sehen.

Aztekenstadion in Mexiko City als WM 2026 Spielort
Aztekenstadion in Mexiko City (Quelle: Wikipedia, Pinjm2000, CC BY-SA 4.0)

Daten und Fakten zum Aztekenstadion bei der Fußball-WM

🏟️ Kapazität:87.523 Plätze
➡️ Baubeginn:August 1962
🎉 Eröffnung:29. Mai 1966
👷🏽 Architekten:Pedro Ramirez Vazquez, Rafael Mijares Alcerreca
💰 Kosten:200 Millionen Euro

Alles zum größten WM 2026 Stadion, dem Aztekenstadion

Mexiko erhielt Mitte des 20. Jahrhunderts den Zuschlag für die beiden größten Sportereignisse des Planeten. 1968 sollten die Olympischen Sommerspiele in der Hauptstadt Mexiko City stattfinden. Zwei Jahre später würde Mexiko Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 1970 sein. Für beide Events fehlte ein großes Stadion, das den angemessenen Rahmen bieten könnte. Deshalb wurde der Bau des Aztekenstadions beschlossen. Der CD Cruz Azul und Club America benutzen die Arena für ihre Heimspiele, wenn keine Großereignisse anstehen.

Und diese gab es reichlich: Der Großteil des olympischen Fußballturniers 1968 fand hier statt, da das eigentliche Olympiastadion für die Leichtathletikwettbewerbe genutzt wurde. Für die WM zwei Jahre später wurde die Kapazität der Arena von ursprünglich etwa 81.000 Plätzen auf 107.000 Plätze ausgebaut. Nach dem Maracana in Rio de Janeira war das Estadio Azteca das zweitgrößte Stadion des Planeten. Gleich neun Spiele der WM fanden in der Arena statt – wie erwähnt war auch das Endspiel darunter, das Brasilien gegen Italien gewann.

Das nächste große Event war die WM 1986. Zwei Begegnungen in der Arena waren legendär. Erstens handelt es sich um das Halbfinale zwischen Argentinien und England. Die Albiceleste gewannen das Spiel auch durch einen Treffer Diego Maradonas, der allerdings klar Hand gespielt hatte, um den nötigen Vorteil für die Torerzielung zu erreichen.

Maradona sprach anschließend von der „Hand Gottes“. Das zweite Spiel war das Finale zwischen Argentinien und Deutschland, das die Albiceleste mit 3:2 gewannen. Die Argentinier lagen bereits mit 2:0 vorne, das DFB-Team kam jedoch zurück, aber schließlich erzielten die Südamerikaner doch den alles entscheidenden Treffer.

WM-Stadion 2026 Aztekenstadion bei der WM 1986
Aztekenstadion bei der WM 1986 (Quelle: Wikipedia, Karl Oppolzer, CC BY-SA 3.0)

Der Confed-Cup 1999 fand ebenfalls in Mexiko statt. Auch dieses Mal war das Aztekenstadion unter den Spielorten. Gleiches gilt für den vier Jahre später ausgetragenen CONCACAF Gold Cup. Die amerikanische Football League NFL nutzt die Arena zudem regelmäßig, um Promo-Spiele auszutragen.

So wird das Aztekenstadion (Estadio Azteca) normalerweise genutzt

Gleich sechs Mannschaften nutzten das Aztekenstadion im Laufe seiner Geschichte für Heimspiele. Kontinuierlich tat dies allerdings nur Club America. CD Cruz Azul gastierte von 1971 bis 1996 in der Arena und kehrte 2018 zurück. Bei den Vereinen, die hier inzwischen nicht mehr aktiv sind, handelt es sich um Club Necaxa, CF Atlante, UNAM Pumas und Atletico Espanol. Ansonsten wird die Arena mit Vorliebe auch für Sonderereignisse genutzt.

1993 fand hier beispielsweise der WM-Boxkampf zwischen Julio Cesar Chavez und Greg Haugen statt. Im Jahr 1999 wählte der damalige Papst Johannes Paul II. das Aztekenstadion aus, um seine große Ansprache an die Gläubigen zu halten. Seitdem ist die Arena immer wieder für religiöse Veranstaltungen in Benutzung. Wie bei den meisten sonstigen Stadien dient es außerdem für die Durchführung von Konzerten.

Bemerkenswert ist auch das direkte Umfeld des Stadions: Hier wurden ein gigantisches Einkaufszentrum, zwei Hotels und ein Bürogebäude in den 2010er Jahren gebaut. Hinzu kamen 2500 neue Parkplätze zu den Möglichkeiten, die es ohnehin schon gab. Unter dem Strich ist das Aztekenstadion deshalb inzwischen schon ein kleines Stadtviertel für sich in Mexiko City.

Infos & Attraktionen am WM 2026 Spielort Mexiko City

Mexiko City zählt 9,2 Millionen Einwohner und ist damit mit Abstand die größte Stadt Mexikos – und eine der größten Städte der Erde. In der Metropolregion leben sogar 21 Millionen Menschen – auch diesbezüglich gehört Mexiko-Stadt mit zu den größten entsprechenden Regionen des Planeten.

Da Mexiko City die Hauptstadt Mexikos ist, gehört sie keinem Bundesstaat an, sondern ist eine souveräne Gebietskörperschaft. Die Mexikaner sprechen deshalb von el D.F. als Kurzform für el Distrito Federal bzw. „Bundesbezirk“, wenn sie ihre Hauptstadt meinen.

Das heutige Mexiko City wurde von den Azteken im Jahr 1345 unter dem Namen Tenochtitlan gegründet. Bis heute sind die historischen Überreste im Stadtzentrum zu sehen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Der Amtssitz der spanischen Vizekönige wurde allerdings direkt auf dem Aztekenpalast errichtet. Nach dem erfolgreichen mexikanischen Unabhängigkeitskrieg wurde Mexiko City 1821 Hauptstadt des neuen Landes Mexiko.