WM 1966 in England

Gastgeber: England
Teilnehmerzahl: 16
Gewinner: England
Finalist: Deutschland
Torschützenkönig: Eusebio (9 Treffer)

Spielball der Weltmeisterschaft 1966 in England
Wikimedia: MDBR (CC BY-SA 3.0)

Die achte  FIFA-Weltmeisterschaft fand 1966 im „Mutterland des Fußballs“ in England statt. Am Ende jubelte der Gastgeber über den Gewinn seines bis heute einzigen WM-Titels. Im Finale kam es dabei zum legendären „Wembley-Tor“.

Dem wohl berühmtesten Treffer und der umstrittensten Entscheidung aller Zeiten. An der Endrunde nahmen 16 Mannschaften teil. Wie gewohnt stellte Europa mit zehn Teams das größte Aufgebot. Südamerika war mit vier, Asien und Mittelamerika mit je einer Nation vertreten. Gespielt wurde in vier Gruppen à vier Mannschaften, die besten Zwei stiegen ins Viertelfinale auf.

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Es war die erste Weltmeisterschaft in dem ein offizielles Eröffnungsspiel stattfand. Die Ehre das Turnier zu eröffnen war dem Gastgeber vorbehalten. Das Spiel zwischen England und dem zweifachen Weltmeister Uruguay endete torlos, am Ende half es beiden Teams um ins Viertelfinale aufzusteigen.

Eine kleine Sensation gab es hingegen in der Gruppe C. Angeführt von einem Überragenden Eusebio gelang WM-Neuling Portugal der überraschende Gruppensieg, während Titelverteidiger Brasilien nach zwei Niederlagen bereits nach der Gruppenphase die Heimreise antreten musste.

Mit Italien in Gruppe D musste ein weiterer Titelaspirant frühzeitig die Segel streichen. Nach Niederlagen gegen die Sowjetunion sowie Nordkorea war das Schicksal der Azzurri besiegelt.

Spannung Pur in der KO-Phase

Im Viertelfinale traf England auf Argentinien. Das Spiel nahm eine dramatische Entwicklung nachdem der deutsche Referee den Argentinier Antonio Rattin vom Platz stellte, welcher anschließend von englischen Polizisten abgeführt werden musste.

Die Engländer nützten den Vorteil und siegten mit 1:0. Weniger Mühe hatte Deutschland, das Uruguay mit 4:0 besiegen konnte, die Sowjetunion setzte sich mit 2:1 gegen Ungarn durch.

Eine der spektakulärsten Partien aller Zeiten sahen die Zuschauer in Liverpool zwischen Portugal und Nordkorea. Die Asiaten führten bereits mit 3:0, ehe Eusebio fast im Alleingang die Wende herbeiführte.

Der Portugiese erzielte binnen 32 Spielminuten vier Treffer, einen weiteren bereitete er vor. Damit hieß es am Ende 5:3 und es kam zum Aufeinandertreffen mit England.

Die Gastgeber nahmen den Superstar der WM, Eusebio, gekonnt aus der Partie und nützten auf der anderen Seite ihre Gelegenheiten. England setzte sich mit 2:1 durch, es kam zum Duell mit Erzrivalen Deutschland, das gegen die Sowjetunion ebenfalls ein 2:1 erreichte.

„Wembley-Tor“ bringt England den WM-Titel

Im Wembley-Stadion sahen die Zuschauer eine rassige Anfangsphase. Bereits nach 18 Minuten stand es 1:1 durch Treffer von Helmut Haller und Geoff Hurst. Zehn Minuten vor dem Ende schien die Entscheidung zugunsten der Engländer bereits gefallen, nachdem Martin Peters die Gastgeber in Führung brachte.

Deutschland gelang jedoch in der Nachspielzeit der Ausgleich, das Spiel ging in die Verlängerung, in welcher das legendäre Wembley-Tor fiel. Hurst schoss den Ball an die Unterkante der Latte, welcher von dort vertikal nach unten prallte, bevor er ins Tor-Out geköpfelt wurde.

Der Schweizer Unparteiische Gottfried Dienst entschied nach Rücksprache mit dem Linienrichter auf Tor. In der letzten Minute erhöhte Hurst mit seinem dritten Treffer auf 4:2. England war erstmals Weltmeister.

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