Keine Perspektive in Italien für Christian Eriksen

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Am zweiten Tag der Europameisterschaft 2021 hielt die Fußball-Welt für längere Zeit die Atem an, als Christian Eriksen während des Gruppenspiels zwischen Dänemark und Finnland auf dem Spielfeld in Kopenhagen zusammensackte und mehrere Minuten lang um sein Leben kämpfte.

Während Eriksens Kollegen einen Kreis um ihren Mitspieler bildeten, gelang es den Ärzten auch dank der schnellen Reaktion aller Beteiligten, allen voran des sofort auf den Kollaps des Spielmachers aufmerksam gewordenen Abwehrchef Simon Kjaer, den Spielmacher mit einem Defibrillator-Einsatz wiederzubeleben.

Dass Dänemark nach zweistündiger Unterbrechung die Partie gegen Finnland fortsetzte und mit 0:1 verlor, war angesichts der Ereignisse um Eriksen nur ein Randthema. Anschließend aber begann auch ohne Eriksen, der von zu Hause aus die Daumen drückte, ein dänisches Märchen, das erst in der Verlängerung des Halbfinales mit einer 1:2-Niederlage gegen England endete.

Eriksen war freilich bei allen weiteren Auftritten der dänischen Auswahl zwar nicht persönlich präsent, aber in Form von überdimensionalen Trikots mit seiner Nummer zehn oder durch entsprechende Gesten von Mit- und Gegenspielern.

Einsatz in der Serie A mit Defibrillator nicht möglich

Offen ist unterdessen auch zwei Wochen nach dem Ende der EM 2021, wie es mit der Fußball-Karriere von Eriksen weitergeht. Der 29-Jährige wurde wenige Tage nach seinem Zusammenbruch in Kopenhagen operiert. Dabei wurde ein sogenannter subkutaner Defibrillator eingesetzt, der Herzrhythmusstörungen automatisch erkennt und im Notfall mit einem Elektroschock reagiert. Über ein solches Implantat verfügt etwa auch der niederländische Nationalspieler Daley Blind, der seit gut eineinhalb Jahren damit spielt und auch bei der EURO 2021 im Einsatz war.

In den Niederlanden erlauben es die Regularien, dass Spieler mit eingesetztem Defibrillator weiter ihrem Beruf als Fußballprofi nachgehen. Das allerdings ist nicht überall der Fall. So erklärte nun der als Mitglied der wissenschaftlichen Kommission für den italienischen Verband FIGC tätige Fabrizio Braconaro in einem Interview mit dem Radiosender “Kiss Kiss“, dass Spielern mit einem entsprechenden Defibrillator für die Serie A keine Spielgenehmigung erteilt werden könne.

Noch kein Statement von Eriksen

Das ist im Falle von Eriksen besonders relevant, besitzt der Spielmacher doch bei Inter Mailand noch einen bis 2024 laufenden Vertrag, der unter den aktuellen Gegebenheiten nicht erfüllt werden könnte. Auch könnte Eriksen demzufolge zu keinem anderen Verein in Italien wechseln. “Nur wenn ihm der Defibrillator entfernt wird und ein Spezialist zeigen kann, dass es ihm körperlich wieder gut geht, kann er wieder für Inter spielen“, betonte Braconaro indes auch, dass die Tür für Eriksen nicht gänzlich geschlossen ist.

Ob der 109-fache Nationalspieler Dänemarks überhaupt eine Fortsetzung seiner aktiven Karriere plant, ist im Moment aber noch völlig unklar. Bislang hat sich Eriksen nicht zu seiner fußballerischen Zukunft geäußert.

Im September geht es für Dänemark in der Fußball WM-Quali 2022 weiter. Dort trifft Danish Dynamite in WM Quali Gruppe F auf Österreich, Schottland, Israel, Färöer und Moldawien.

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