Ist die Niederlande 2021 deutlich stärker als 2020?

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Nachdem die Niederlande die Weltmeisterschaft 2018 noch verpasst hatte, entwickelte sich unter Bondscoach Ronald Koeman in den vergangenen eineinhalb Jahren eine neue Elftal, die nicht grundlos als Versprechen für die Zukunft gilt. Die Niederlande setzte sich mit einer neuen Generation um Frenkie de Jong, Matthjis de Ligt oder Donny van de Beek in einer schwierigen Nations-League-Gruppe gegen Frankreich und Deutschland durch und das durchaus verdient.

In der Qualifikation für die um ein Jahr verschobene Fußball EM 2021 musste die Niederlande zwar Deutschland den Gruppensieg überlassen, doch gerade der 4:2-Erfolg beim Nachbarn und Erzrivalen ließ das riesige Potential abermals aufblitzen. Wenig überraschend wurde nach der letztlich erfolgreichen Qualifikation für die EM-Endrunde auch die Niederlande immer wieder als möglicher Titelkandidat genannt.

Allerdings musste Bondscoach Koeman dann in den vergangenen Monaten gleich reihenweise Hiobsbotschaften verkraften, die den niederländischen EM-Chancen sicherlich nicht zuträglich gewesen wären. Zunächst erwischte es mit Memphis Depay den herausragenden Niederländer der jüngeren Vergangenheit richtig schwer.

Der Offensivmann, der nach seinem Wechsel von Manchester United zu Olympique Lyon gereift ist und mit mittlerweile 26 Jahren auf einem absoluten Top-Level angekommen ist, erlitt Mitte Dezember in Diensten Lyons einen Kreuzbandriss, der eine EM-Teilnahme in weite Ferne rückte.

EM 2020 hätte wohl ohne Depay, Malen und Bergwijn stattgefunden

Ohne den Esprit und die Torgefahr von Depay wäre die Niederlände schon deutlich schwächer gewesen. Dann aber zogen sich mit Donyell Malen und Steven Bergwijn noch zwei weitere Offensivspieler schwere Verletzungen zu. Malen, der beim 4:2 in Deutschland sein Länderspieldebüt direkt mit dem ersten Treffer krönte, musste sich einer Operation am Knie unterziehen und wäre wohl für die EM im Juni und Juli nicht rechtzeitig fit geworden. All diese Spieler hatten wir deshalb zu den verletzten EM-Spielern hinzugefügt.

Schließlich erlitt auch noch Bergwijn eine schwere Knöchelstauchung, die laut Einschätzung seines Trainers bei den Tottenham Hotspurs, Jose Mourinho, gleichbedeutend mit dem Saison-Aus hätte sein können.

Aufgrund der Corona-Krise ist nun aber völlig offen, ob und wann die englische Premier League und die weiteren großen Ligen Europas die Saison 2019/20 beenden können. Sollte noch bis in den Juli hinein gespielt werden, sind Comebacks von Malen, Bergwijn und auch von Depay nicht völlig ausgeschlossen.

Weitere Top-Talente in der Hinterhand

Auf jeden Fall aber sollte das Trio wieder dabei sein, wenn die Niederlande im Sommer 2021 bei der verlegten Europameisterschaft in der EM Gruppe C 2021 auf die Ukraine und Österreich sowie einen noch zu ermittelnden Playoff-Qualifikanten trifft (hier alles zu den EM-Playoffs).

Die Prognose, dass die Elftal 2021 deutlich besser aufgestellt sein dürfte als es im Sommer 2020 der Fall gewesen wäre, ist damit nicht allzu weit hergeholt – zumal sich bis dahin weitere Top-Talente wie Calvin Stengs, Myron Boadu (beide AZ Alkmaar), Mohamed Ihattaren (PSV Eindhoven) oder Ryan Gravenberch (Ajax Amsterdam) noch weiterentwickeln und als Kandidaten für das Niederlande-Trikot anbieten könnten.

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