Sahin beendet Karriere im türkischen Nationalteam

Die türkische Nationalmannschaft muss bei ihrem Neuaufbau nach der verpassten Qualifikation für die WM 2018 in Russland auf einen ihrer international erfahrensten Akteure verzichten.

Bevor Trainer Mircea Lucescu sein Aufgebot für das letzte Länderspiel des Jahres am 9. November gegen seine ebenfalls in der WM-Quali 2018 gescheiterten Landsleute aus Rumänien bekannt gibt, teilte Nuri Sahin am Donnerstag seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft mit.

Ende nach 52 Länderspielen

Nach 52 A-Länderspielen mit zwei Toren erklärte der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund über die Sozialen Netzwerke Facebook und Twitter, ab sofort nicht mehr zur Verfügung zu stehen und begründete diesen Schritt vor allem auch damit, jüngeren Spielern nicht im Weg stehen zu wollen.

Fast 100-mal habe ich das Trikot der Türkei, meiner Heimat, in verschiedenen Altersklassen tragen dürfen. Und jeder einzelne Schritt, den ich in diesem Trikot zurückgelegt habe, hat mich mit großem Stolz erfüllt“, so Sahin, der letztmals bei der letztlich für die verpasste WM entscheidenden 0:3-Niederlage gegen Island im türkischen Trikot auf dem Platz stand.

Mehrere Rekord in Bundesliga und Nationalelf

Der in Lüdenscheid geborene Deutsch-Türke, dessen türkische Eltern vor der Geburt Sahins nach Deutschland ausgewandert waren, ist nicht nur im deutschen Fußball als jüngster Bundesliga-Profi (16 Jahren und 335 Tage) und -Torschütze (17 Jahren und 82 Tage) aller Zeiten für mehrere Rekorde verantwortlich, sondern auch in der Türkei.

Mit 17 Jahren und 33 Tagen debütierte Sahin am 8. Oktober 2005 als jüngster türkischer Nationalspieler aller Zeiten just in einem Freundschaftsspiel gegen Deutschland im Nationaltrikot. In der 85. Minute eingewechselt, erzielte Sahin den Endstand zum 2:0 und fungiert damit bis heute zugleich als jüngster Torschütze der Türkei.

Ohne Rückschläge blieb die so vielversprechend gestartete Karriere indes nicht. Während Sahin bei Borussia Dortmund erst nach einem Umweg über Feyenoord Rotterdam durchstartete, kam auch die Nationalmannschaftskarriere vorübergehend ins Schlingern.

In den Jahren 2007 und 2008 war Sahin sogar mehrfach für die U21 im Einsatz und wurde im A-Team kaum mehr berücksichtigt. Generell spielte Sahin aber auch danach nie eine so dominierende Rolle wie in seiner besten Zeit beim BVB unter Trainer Jürgen Klopp, was freilich auch wiederkehrenden verletzungsbedingten Auszeiten geschuldet war.

Vor seinen letzten Länderspielen Anfang September und Oktober blieb indes auch ein fitter Sahin als Reservist beim BVB rund eineinhalb Jahre lang unberücksichtigt.

Nur bei einem großen Turnier dabei

Ein großes Turnier erlebte Sahin als türkischer Nationalspieler nur einmal. Nachdem es 2008 nicht für den EM-Kader reichte und die Türkei in der Folge sämtliche Turniere verpasste, gab Sahin erst bei der EURO 2016 seinen Einstand auf ganz großer Bühne.

Zu mehr als einem 45-minütigen Einsatz beim 0:3 gegen Spanien reichte es aber nicht und schon nach der Vorrunde war die EM-Karriere schon wieder beendet.

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