Nach der WM: Trainerwechsel bei Island und Panama

Die Fußball Weltmeisterschaft 2018 ist seit Sonntag beendet und schon geht der Blick bei den 32 teilnehmenden WM-Teams nach vorne.

Bei einigen Teams kommt es nach der Endrunde in Russland zu tiefgreifenden Veränderungen im Kader und im Trainerstab, ehe dann ab September die neue Nations League mit neuem Personal in Angriff genommen wird. 

Hallgrimsson arbeitet wieder als Zahnarzt

Wenige Tage nach dem WM-Finale haben bei Island und Panama beinahe zeitgleich die jeweiligen Erfolgstrainer ihren Rücktritt erklärt.

Islands Coach Heimir Hallgrimsson, der bei der EM 2016 und dem sensationellen Einzug ins Viertelfinale noch gleichberechtigter Trainer mit Lars Lagerbäck war und die Wikinger anschließend als alleinverantwortlicher Chefcoach erstmals überhaupt zu einer WM-Endrunde führte, verabschiedet sich zumindest vorerst aus dem großen Fußballgeschäft und will wieder in seinem erlernten Beruf als Zahnarzt arbeiten.

Ich bin dankbar, ein Teil dieses Teams gewesen zu sein. Der Erfolg und die Leistung haben dem isländischen Fußball großen Respekt verschafft. Ich wünsche der Mannschaft viel Glück“, so der 51-Jährige, der bei der WM gegen Argentinien (1:1), Nigeria (0:2) und Kroatien (1:2) mit Island zwar sieglos blieb, aber dennoch mit dem kleinsten Land, das je an einer WM teilgenommen hat, wie schon zwei Jahre zuvor bei der EURO in Frankreich wieder viele Sympathien gewann.

Hallgrimsson hatte nach dem Vorrunden-Aus zunächst seine Zukunft offen gelassen und Gespräche mit dem Verband und seiner Familie angekündigt, ehe er nun seine Demission verkündete. Das Island-Trikot überstreifen durfte der ehemalige Fußballprofi übrigens nie.

Auch Panamas Trainer Dario Gomez tritt zurück

Ebenfalls Zeit gelassen hat sich Panamas Nationaltrainer Hernan Dario Gomez, dem wie Hallgrimsson das Kunststück gelungen ist, eine kleine Nation zum ersten Mal zu einer WM zu führen.

Der kolumbianische Fußball-Lehrer, der 1998 mit seinem Heimatland und 2002 mit Ecuador schon bei Weltmeisterschaften vertreten war, schaffte mit der Nationalmannschaft Panamas überraschend den Sprung unter die besten 32 Mannschaften der Welt, während etwa die USA zu Hause bleiben musste.

Gomez sieht “Versprechen erfüllt“

In Russland bezahlte Panama gegen Belgien (0:3), England (1:6) und Tunesien (1:2) zwar einiges an Lehrgeld, aber dennoch waren die Auftritte in der Heimat begleitet von Euphorie, war doch alleine die Teilnahme ein riesiger Erfolg.

Auch für den 62 Jahre alten Gomez, der nun nach einiger Bedenkzeit seinen Hut nimmt – allerdings durchaus auch mit einem weinenden Auge, wie der Coach in einem nun von Panamas Verband (FEPAFUT) veröffentlichten Brief durchklingen ließ: „Jetzt ist es für mich an der Zeit, meine Füße von dem Ort zu entfernen, an den ich mein Herz gelegt habe. Russland 2018 war der Anfang, Ich habe mein Versprechen erfüllt, Panama zu seiner ersten Fussball-WM zu bringen. Das wird für immer in meinem und den Herzen aller Panamaer bleiben.“

Weder in Island noch in Panama ist die Nachfolge bislang geregelt. Klar ist aber, dass wer auch immer die Jobs übernimmt, in sehr große Fußstapfen treten muss.