Panamas WM-Kader 2018 in der Analyse

Im Sommer 2018 geht für Panama ein Fußball-Märchen in Erfüllung. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes nimmt das panamaische Nationalteam an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil.

Die Qualifikation für die WM-Endrunde in Russland schaffte Panama mit einer Mannschaft, die selbst für zentralamerikanische Verhältnisse die Beschreibung „No-Name-Team“ verdient. Als Drittplatzierter ließ man mit diesem Aufgebot allerdings Honduras, die USA und Trinidad & Tobago hinter sich.

Lediglich eine Hand voll Europa Legionäre stehen im Kader Panamas – und keiner verdient in einer der fünf europäischen Top-Ligen sein Geld. Dieser Umstand kann für Panama allerdings auch zur Chance werden.

Wenn niemand einen kennt oder von einem etwas erwartet, so kann man nur positiv überraschen. Die Gegner in WM-Gruppe G Belgien, England und Tunesien sind allerdings hart und alles andere als der vierte Platz eine Sensation.

Spiele von Panama bei der WM 2018

 Dat. Start* Team 1 vs. Team 2 Ergebnis Stadion
18.06.18 17:00 Belgien Panama -:- Fisht-Stadion
24.06.18 14:00 England Panama -:- Nischni-Nowgorod-Stadion
28.06.18 20:00 Panama Tunesien -:- Mordwinien-Arena

*Alle Zeitangaben nach mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ)

 

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Panama in der Tabelle der Gruppe G

Alles zur panamaischen Nationalmannschaft

  • Trainer: Hernan Dario Gomez (Kolumbien)
  • Größter Erfolg: 2. Platz CONCACAF Gold Cup 2013, WM-Teilnahme 2018
  • Rekordtorschütze: Luis Tejada (43 Tore)
  • Rekordspieler: Gabriel Gomez (142 Einsätze)
  • Wertvollster Spieler: Felipe Baloy (700 Tsd. € Marktwert laut transfermarkt.de)
  • Gesamtmarktwert: 5,73 Mio. € (laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: La Marea Roja, Los Canaleros
  • FIFA-Weltrangliste: 53. Platz (Stand: 15.02.2018)
  • Höchster Sieg: Panama – Puerto Rico 12:1 (1946)
  • Höchste Niederlage: Panama – Costa Rica 0:11 (1938)
  • WM-Teilnahmen: 1 (inklusive WM 2018)

Der Kader von Panama bei der WM 2018

 Mit 04. Juni 2018 steht der endgültige WM-Kader von Panama für die Endrunde in Russland fest. Bis dahin zeigen wir euch schon mal die möglichen Kandidaten im panamaischen WM-Aufgebot.

Tor

Im Tor der panamaischen Nationalmannschaft wird bei der WM-Endrunde voraussichtlich Jaime Penedo (Dinamo Bukarest) stehen. Der 36-Jährige bekam in der Vergangenheit zumeist das Vertrauen von Trainer Hernan Dario Gomez und ist mit über 125 Länderspielen der erfahrenste Akteur im Kader der Panamaer.

Um den Platz als ersten Ersatztorhüter streiten Luis Mejia (Club Nacional), der in der letzten Saison große Fortschritte machte und 9 Jahre jünger als Penedo ist, und der 32-jährige Jose Calderon (Chorrillo FC), der unter anderem beim Gold Cup 2017 das Tor von Panama hütete.

Verteidigung

Abwehrchef Panamas ist Innenverteidiger Felipe Baloy (CSD Municipal), der mit 37 Jahren inzwischen allerdings auch schon den Spätherbst seiner Karriere erlebt. Die WM dürfte sein letztes großes Turnier sein. Ihm steht in der Abwehrzentrale der routinierte Roman Torres (Seattle Sounders) zur Seite.

Die weiteren Alternativen in der Innenverteidigung lauten Roberto Chen (LD Alajuelense), Fidel Escobar (New York Red Bulls) und Jan Carlos Vargas (Táchira).

Linker Verteidiger und einer der besten Spieler im Team ist Luis Ovalle (CD Olimpia), der in Honduras sein Geld verdient. Rechts hinten dürfte Michael Murillo (New York Red Bulls) gesetzt sein. Back-Up für die linke Außenverteidiger-Position ist Eric Davis (DAC Dunajska Streda), als Ersatz als rechter Außenverteidiger gilt Adolfo Machado (Houston Dynamo). Panama ist insbesondere in diesem Mannschaftsteil personell nur dünn aufgestellt.

Mittelfeld

Im defensiven Mittelfeld hat US-Legionär Anibal Godoy (San Jose Earthquakes) seinen Stammplatz sicher. Daneben wird höchstwahrscheinlich Gabriel Gomez (Atlético Bucaramanga) auflaufen. Auf der Ersatzbank hoffen Manuel Vargas (San Francisco) und Youngster Ricardo Avila, der für die zweite Mannschaft von KAA Gent spielt, auf Einsatzminuten.

Im linken Mittelfeld setzt Trainer Gomez auf Alberto Quintero (Universitario de Deportes), der aber auch rechts eingesetzt werden kann. Je nach Spielsystem wäre auf der 10 Miguel Camargo (Chorillo FC) erste Wahl. Im rechten Mittelfeld streiten Yoel Barcenas (Cafetaleros de Tapachula) und Armando Cooper (Club Universidad de Chile) um einen Platz in der Startelf. Weitere Kandidaten auf den Außenpositionen sind Ismael Diaz (Deportivo de La Coruña B) und Jose Gonzalez (CD Unión Comercio).

Angriff

In der WM-Quali Nord- und Mittelamerika 2018 stellte Chefcoach Gomez seine Nationalmannschaft zumeist in einem 4-4-2 System auf, wobei im Angriff oft Gabriel Torres (Huachipato FC) und Blas Perez (CSD Municipal) gemeinsam zum Zug kamen.

Vermutlich wird Gomez seine Mannschaft bei der WM-Endrunde aufgrund der starken Gegner wie Belgien und England aber mit einer stark defensiven Ausrichtung aufs Feld schicken und daher wohl nur mit einer Sturmspitze antreten. Dann dürfte wohl Torres als Solospitze auflaufen.

Nur zur Kurzeinsätzen dürfte es für den 34-jährigen Angreifer Roberto Nurse (Mineros de Zacatecas) reichen. Das selbe gilt für den bereits 36-jährigen Luis Tejada (Sport Boys), der bereits über 100 Länderspiele für Panama absolviert hat. Der 24-jährige Abdiel Arroyo (LD Alajuelense) ist eine schlagkräftige Alternative für alle Offensiv-Positionen und dürfte deshalb als Back-Up mitkommen.

Panamas Talente bei der FIFA WM 2018

Einige junge Spieler finden sich in Panamas WM-Kader wieder. Beispielsweise der erst 21-jährige Ismael Diaz, der in der B-Mannschaft von Deportivo de La Coruña spielt.

Auch Ricardo Avila und Michael Murillo (beide 21) können sich bei der WM-Endrunde ins Rampenlicht spielen.

Insgesamt mangelt es Panama allerdings an starken Talenten. Der Kader in der Qualifikation hatte ein Durchschnittsalter von etwa 26 Jahren. Zahlreiche Stützen im panamaischen Nationalteam sind bereits über 30 Jahre alt und werden womöglich nach der WM-Endrunde ihre Nationalmannschaftskarriere beenden.

Panamas Chancen bei der WM-Endrunde

Es klang ganz oben bereits an: Die Losfee meinte es nicht gerade gut mit Panama bei der ersten WM-Teilnahme des Landes. In Gestalt von Belgien, England sowie Tunesien warten drei Gegner in der Gruppe C, gegen die man auf dem Papier klarer Außenseiter ist.

Sollte Panama die Gruppenphase überleben, wäre es eine echte Sensation. Immerhin kann man Belgien und England sogar zum weiteren Kreis der WM-Favoriten zählen. Auch Tunesien scheint eine Stufe zu groß für das Land mit rund 4 Mio. Einwohnern.

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