Tunesiens WM-Kader 2018 im Check

Tunesien galt vor 10 Jahren als eine der stärksten Mannschaften Afrikas, doch diesen Status haben die Adler von Karthago in den vergangenen Jahren eingebüßt. Die letzte WM-Teilnahme datiert aus dem Jahre 2006, wo die tunesische Nationalmannschaft allerdings nicht über die Vorrunde hinaus kam.

Umso überraschender war die erfolgreiche Qualifikation für die WM-Endrunde 2018. In Russland möchte Tunesien beweisen, dass man zur alten Stärke zurückgefunden hat. Sieht man sich Tunesiens Gegner in WM Gruppe G an, merkt man aber schnell, dass der Aufstieg ins WM-Achtelfinale 2018 so gut wie unmöglich ist.

Denn mit Belgien und England scheinen die ersten beiden Plätze so gut wie vergeben. Einzig und allein gegen Fußballzwerg Panama ist Tunesien haushoher Favorit.

Tunesiens WM-Spielplan 2018

 Dat. Start* Match Ergebnis Stadion
18.06.18 20:00 Tunesien – England 1:2 Wolgograd-Arena
23.06.18 14:00 Belgien – Tunesien 5:2 Spartak-Stadion
28.06.18 20:00 Panama – Tunesien 1:2 Mordwinien-Arena

*Alle Zeitangaben nach mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ)

 

Flagge WM 2018 RusslandFlagge WM 2018 RusslandSpielplan WM 2018

Tunesien in der Gruppe G

Tunesien bei der WM 2018

  • Trainer: Nabil Maaloul (Tunesien)
  • Größter Erfolg: Afrikameister 2004
  • Rekordtorschütze: Issam Jemâa (26 Tore)
  • Rekordspieler: Sadok Sassi (110 Einsätze)
  • Wertvollster Spieler: W. Khazri / E. Skhiri (beide 10 Mio. € Marktwert laut transfermarkt.de)
  • Gesamtmarktwert: 58,88 Mio. € (laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: Les Aigles de Carthage
  • FIFA-Weltrangliste: 21. Platz (Stand: 07.06.2018)
  • Höchster Sieg: u.a. Tunesien – Dschibuti 8:1 (2015)
  • Höchste Niederlage: Ungarn – Tunesien 10:1 (1960)
  • WM-Teilnahmen: 5 (inklusive WM 2018)

Der tunesische WM-Kader 2018

Tunesiens Teamchef Nabil Maaloul hat insgesamt 17 Legionäre in sein 23-Mann-Aufgebot berufen. Star der Mannschaft ist der 27-jährige Wahbi Khazri (Stade Rennes), der gemeinsam mit Ellyes Skhiri (HSC Montpellier) mit einem Marktwert von 10 Mio. € den wertvollsten Spieler des tunesischen Nationalteams darstellt.


Tunesiens WM-Kader 2018:

TOR: Aymen Mathlouthi (Al-Batin FC), Farouk Ben Mustapha (Al-Shabab), Mouez Hassen (LB Chateauroux)

VERTEIDIGUNG: Hamdi Nagguez (Zamalek SC), Dylan Bronn (KAA Gent), Rami Bedoui (ES Sahel), Yohan Benalouane (Leicester City), Syam Ben Youssef (Kasimpasa), Yassine Meriah (CS Sfaxien), Oussama Haddadi (FCO Dijon), Ali Maaloul (Al-Ahli)

MITTELFELD: Ellyes Skhiri (HSC Montpellier), Mohamed Amine Ben Amor (Al-Ahli), Ghaylene Chalali (Esperance Tunis), Farjani Sassi (Al-Nasr), Ahmed Khalil (Club Africain), Seifeddine El Khaoui (ES Troyes)

ANGRIFF: Fakhreddine Ben Youssef (Al-Ettifak), Anice Badri (Esperance Tunis), Bassem Srarfi (OGC Nizza), Wahbi Khazri (Stade Rennes), Naim Sliti (FCO Dijon), Sabeur Khalifa (Club Africain)


Mögliche WM-Aufstellung von Tunesien

Tor

Im Tor der tunesischen Nationalmannschaft ist der 33-jährige Balbouli (Al-Batin) gesetzt, schließlich ist er auch der Kapitän der Mannschaft. Sein Stellvertreter ist der 28-jährige Farouk Ben Mustapha (Shabab) sein, der die bisherige Nummer 1 mittelfristig beerben soll.

Den dritten Platz im WM-Kader von Tunesien konnte sich der 23-jährige Mouez Hassen (LB Châteauroux) sichern.

Bitter für Tunesien: Keiner der Keeper genügt höheren Ansprüchen. Im Tor hat das Team von Coach Maaloul ein echtes Problem.

Flagge WM 2018 TunesienFlagge WM 2018 TunesienAuf Tunesien wetten

Verteidigung

Nachdem Aymen Abdennour (Olympique Marseille) überraschend nicht für die WM nominiert wurde, werden in der tunesischen Innenverteidigung nun wohl Syam Ben Youssef (Kasimpasa) und Dylan Bronn (KAA Gent) auflaufen.

Weitere Alternativen in der Innenverteidigung sind für Trainer Nabil Maaloul Yohan Benalouane (Leicester City), Yassine Meriah (CS Sfaxien) oder Rami Bedoui (Etoile Sportive du Sahel).

Beim Kampf um den Platz links in der Kette wird Ali Maaloul (El Ahly Kairo) wohl bessere Karten haben als Oussama Haddadi (FCO Dijon). Als einziger Rechtsverteidiger steht Hamdi Nagguez (Zamalek SC) im Kader.

Mittelfeld

Tunesien spielte in der jüngeren Vergangenheit entweder in einem 4-2-3-1, einem 4-5-1 oder einem 4-3-3. Zwei defensive Mittelfeldspieler kommen dabei stets zum Zug.

Gesetzt ist Mohamed Amine Ben Amor (Al-Ahli Dschidda). Um den Platz neben ihm streiten sich Ferjani Sassi (Al-Nasr Riad), Ghaylene Chaalali (Esperance Tunis), Ellyes Skhiri (HSC Montpellier) und Ahmed Khalil (Club Africain Tunis).

Der 27-Jährige Anice Badri (Esperance Tunis), der eigentlich gelernter Rechtsaußen ist, kommt des öfteren auch im offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Eine weitere Option im offensiven Mittelfeld ist Saifeddine Khaoui (Troyes).

Rechtsaußen wird wohl mit Wahbi Khazri (Stade Rennes) der Star der Mannschaft auflaufen, optional kann der 27-Jährige aber auch im offensiven Mittelfeld, Linksaußen oder im Sturm eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit auf der rechten Seite ist Fakhreddine Ben Youssef (Al-Ettifaq).

Im linken Mittelfeld der Tunesier setzte Nationaltrainer Maaloul bisher auf Youssef Msakni (Al Duhail Sports Club), der in der WM-Quali der beste Torschütze war. Der 27-Jährige fällt nun aber aufgrund eines Kreuzbandrisses aus (hier weitere verletzte Spieler bei der WM 2018 ansehen).

Somit dürfte bei der Endrunde entweder Naïm Sliti (SC Rennes) oder der erst 20-jährige Bassem Srarfi (Nizza) linksaußen auflaufen.

Angriff

Sollte Tunesiens Teamchef Maaloul seine Mannschaft mit nur einer Sturmspitze aufs Feld schicken, dann hat Saber Khalifa (Club Africain Tunis) sehr gute Chancen auf einen Platz in der Startelf. Natürlich könnte im Angriff aber auch Khazri eingesetzt werden.

Tunesien Talente bei WM-Endrunde 2018

Tunesien hat insgesamt ein Nachwuchsproblem. Das Team, das die Qualifikation meisterte, war im Durchschnitt 26,7 Jahre alt.

Die größten Talente im tunesischen WM-Kader sind ohne Zweifel der 20-jährige Rechtsaußen Bassem Srarfi (OGC Nizza) und der 22-jährige Innenverteidiger Dylan Bronn (KAA Gent). Beide stehen bei europäischen Vereinen unter Vertrag und zählten dort in der vergangenen Saison bereits zu den Leistungsträgern.

Bei der WM-Endrunde 2018 darf sich vor allem Innenverteidiger Bronn Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen, Youngster Srarfi wird das Spielgeschehen aber voraussichtlich zunächst von der Bank aus verfolgen müssen.

Insgesamt kann man zu Tunesien sagen: Bei der WM in Russland dürfte der Mangel an wirklich starken Talenten noch kaum ins Gewicht fallen, da viele Säulen im Team noch im besten Alter sind. Für die Zukunft hat Tunesien allerdings ein ernstes Problem, an dem es arbeiten muss.

Welche Chancen hat Tunesien bei der WM 2018?

Realistisch gesehen dürfte es bei einem normalen Turnierverlauf für die Adler von Katar nur zu Rang 3 in der Gruppe G reichen. Mit Panama hat man zwar einen Gegner erhalten, gegen den sich das afrikanische Team wohl durchsetzen wird.

Weniger gut sieht es hingegen im Duell mit Belgien und England aus. Beide Mannschaften können Spieler mit einer ganz anderen Qualität auf den Platz bringen und zählen bei der Endrunde sogar zum weiteren Kreis der WM-Favoriten.

Tunesien muss, um echte Chancen auf das Achtelfinale zu haben, hoffen, dass eine der europäischen Mannschaften schwächelt. Das Team von Nabil Maaloul selbst muss hingegen zwingend in jedem Spiel die bestmögliche Leistung abrufen.

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