Belgiens Kader bei der WM 2018

Seit Jahren kontinuierlich im Aufschwung stellt Belgien von der individuellen Klasse her das zurzeit vielleicht sogar stärkste Nationalteam Europas. Mit einem Gesamtwert von aktuell rund 500 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) ist der belgische Kader einer der wertvollsten überhaupt.

Zudem sind die Stammspieler der roten Teufeln bei Top-Vereinen in den stärksten Ligen der Welt untergebracht. Im Folgenden werden wir den Kader, der Teamchef Roberto Martínez zur Verfügung steht, einmal genauer durchleuchten und die möglichen Spieler bei der WM 2018 in Russland analysieren.

Belgiens Spiele bei der WM 2018

 Dat. Start* Team 1 vs. Team 2 Ergebnis Stadion
18.06.18 17:00 Belgien Panama -:- Fisht-Stadion
23.06.18 14:00 Belgien Tunesien -:- Spartak-Stadion
28.06.18 20:00 England Belgien -:- Kaliningrad-Stadion

*Alle Zeitangaben nach mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ)

Die belgische Nationalmannschaft bei der WM 2018

  • Trainer: Roberto Martínez (Spanien)
  • Größte Erfolge: Platz 4 bei der WM 1986; Platz 2 bei der EM 1980, Gold bei den Olympischen Spielen 1920
  • Rekordtorschützen: Paul Van Himst, Bernard Voorhoof (je 30)
  • Rekordspieler: Jan Ceulemans (96 Einsätze)
  • Teuerster Spieler: Eden Hazard (75 Mio. Euro Marktwert laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: Die Roten Teufel (Rode Duivels)
  • FIFA-Weltrangliste: 5. Platz (Stand 23. November 2017)
  • Höchster Sieg: Belgien – San Marino 10:1 (2010)
  • Höchste Niederlage: England – Belgien 6:1 (1909)
  • WM-Teilnahmen: 14 (inklusive WM 2018)

Analyse: Der WM 2018 Kader von Belgien

Die Kadertiefe des belgischen Nationalteams ist hochklassig. Teamchef Martínez kann auf fast allen Positionen aus dem Vollen schöpfen und sein System dementsprechend adaptiv gestalten. Bisher griff er bei seinen Aufstellungen meist auf ein 3-4-2-1 System zurück. Die einzelnen Positionen im Detail:

Tor

Die klare Nummer eins im Tor der Belgier ist Thibaut Courtois vom FC Chelsea, der bei seinem Club als auch im Nationalteam als Stammtorhüter unumstritten ist. Auch in Russland will Courtois den Kasten seiner Roten Teufel sauber halten.

Als Back-ups haben Elferkiller Simon Mignolet (FC Liverpool) und Matz Sels (RSC Anderlecht) gute Chancen im Kader für Russland zu stehen.

Verteidigung

Schon in der Verteidigung zeigt sich die Klasse der Belgier. Die 3er-Kette besteht aus einem Trio aus den vier Innenverteidigern Vincent Kompany (Manchester City) , Thomas Vermaelen (FC Barcelona), Jan Verthongen und Toby Alderweireld (beide Tottenham Hotspur).

Da die 3er-Kette von zwei zentralen defensiven Mittelfeldspielern zusätzlich geschützt wird, kann Martínez auf den Außenpositionen verstärkt offensiv orientierte Flügelspieler einsetzen.

Zuletzt kam dabei neben dem gelernten Rechtsvertediger Thomas Meunier (Paris Saint-Germain) auf der linken Position Yannick Carrasco (Atletico Madrid) zum Zug. Für den gelernten Linksverteidiger Jordan Lukaku (Lazio Rom) wird es in diesem System schwierig einen Startplatz zu ergattern. Als Backup hat er jedoch gute Chancen in Russland dabei zu sein.

Mittelfeld

Wie bereits erwähnt spielt Belgiens Trainer Martínez am liebsten mit zwei robusten 6ern. Marouane Fellaini (Manchester United FC) ist dabei gesetzt. Neben ihm kamen in der WM Qualifikation 2018 vor allem Axel Witsel vom chinesischen Club Tianjin Quanjian sowie Mousa Dembélé (Tottenham Hotspur) zum Einsatz. Davor kann wahlweise auch Radja Nainggolan (AS Roma) als Bindeglied zur Offensive aufgestellt werden.

Ein zentrales Wesensmerkmal im belgischen Spiel ist das Flügelspiel, über welches die Sturmspitze mit Flanken versorgt werden soll. Diese Rolle übernahmen in der WM-Quali neben den bereits erwähnten Carrasco und Meunier auch Nacer Chadli (West Bromwich Albion) und Kevin Mirallas (FC Everton), wobei letzterer jedoch meist nur als Joker zum Einsatz kam.

Angriff

Die Angriffsreihe ist das Herzstück der Roten Teufel. Mit Romelu Lukaku der seit dieser Saison bei Manchester United sein Geld verdient, hat man einen robusten, aber auch technisch begabten, klassischen Mittelstürmer in seinen Reihen.

Lukaku profitiert dabei vom kreativen Zusammenspiel der Offensivstars Eden Hazard (Chelsea FC) und Dries Mertens (SSC Napoli), die hinter Lukaku für Wirbel sorgen. Spannend wird, ob Martínez die neue Rolle von Kevin De Bruyne bei Manchester City auch im Nationalteam berücksichtigt und den Belgier nach der Rückkehr Hazards etwas weiter hinter den Spitzen agieren lässt.

Als Backups in der Offensive kann Martínez auf qualitativ hochwertigen Ersatz zurückgreifen. Lukaku kann beispielsweise durch Christian Benteke (Crystal Palace FC), Michi Batshuayi (Chelsea FC), oder Divock Origi (Liverpool FC/Wolfsburg) ersetzt werden.

Zudem stehen neben Joker Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) die Flügelspieler Mirallas, Chadli und Carrasco auch als „reine“ Offensivkräfte zur Verfügung.

Belgiens Player To Watch bei der WM 2018

Nachdem er bei seinem neuen Klub Manchester United einen furiosen Start hingelegt hat, muss man in Russland auf jeden Fall mit Superstar Romelu Lukaku rechnen.

Konnte sich Lukaku bei seinem ersten Engagement auf der Insel bei Chelsea noch nicht durchsetzen, so etablierte er sich bei Everton in den letzten Jahren als absoluter Weltklassestürmer. Bei Manchester United angekommen, hat Lukaku einen weiteren Schritt nach vorne gemacht und konnte bisher den hohen Erwartungen an seine Person gerecht werden.

Wenn die Teamleistung in Russland passt, wird Lukaku sicher ein Wörtchen um den WM-Torschützenkönig 2018 mitzureden haben.

Belgiens Chancen bei der WM Endrunde

Die Erwartungen an Belgiens goldene Generation sind hoch. Noch nie war eine belgische Nationalmannschaft mit derart vielen hochklassigen Individualisten ausgestattet.

Die große Frage ist, ob Roberto Martínez in der Lage ist, aus den zahlreichen Topspielern eine Einheit zu formen, die mit traditionell starken Turniermannschaften wie Deutschland oder Brasilien mithalten kann.

Bisher ist das belgische Team der hohen Erwartungshaltung noch nicht gerecht geworden. Bei der EM 2016 schied man schon im Viertelfinale gegen Wales mit 1:3 aus. Und auch 2014 war schon ein Großteil des aktuellen Kaders dabei, als Belgien gegen den späteren Finalisten Argentinien im Viertelfinale ausschied.

Vielleicht brauchte es aber genau diese Erfahrungen, damit die Roten Teufel nun endlich einen Erfolg bei einem Großereignis feiern können. Bei den Buchmachern zählen die Belgier auf alle Fälle zum engeren Favoritenkreis der WM 2018.

>>> Alle Teams der WM 2018 im Überblick