Deutsche Nachwuchsprobleme bei den Stoßstürmern & Außenverteidigern

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Mit dem Einzug ins Halbfinale der U21 EURO 2019 und der damit sicheren Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 hatte man im Lager des Deutschen Fußball-Bundes in den vergangenen Tagen Grund zur Freude.

Zusammen mit der positiven Tendenz bei der A-Nationalmannschaft, die deutlich verjüngt einen guten Start in die EM 2020 Quali hingelegt hat, kann man mit der aktuellen Entwicklung durchaus zufrieden sein.

Mehr Individualität in der Ausbildung

Insgesamt allerdings bereitet vor allem der Nachwuchs den Verantwortlichen des DFB Sorgen. Nach der derzeitigen U21 nimmt die Leistungsdichte in den Jugend-Auswahlmannschaften ab und es fehlt an Talenten von allerhöchstem Niveau.

So verriet DFB-Direktor Oliver Bierhoff nun im Interview mit dem “Sportbuzzer“, dass sich die Trainer der Jugend-Nationalteams auf die Frage nach den drei Top-Talenten ihres Jahrgangs schwer getan haben. Eine Konsequenz dessen ist es nun, zukünftig wieder deutlich mehr Wert auf die individuelle Entwicklung von nachrückenden Spitzenspielern zu legen

Eine wesentliche Rolle dabei spielt, Talente für alle Positionen zu entwickeln. In jüngerer Vergangenheit rückten vor allem hochveranlagte Mittelfeldspieler mit ausgeprägten Fähigkeiten im Passspiel nach, während immer weniger junge Spieler Qualitäten im Eins-gegen-eins entwickelten. Und vor allem auf zwei Positionen liegt auch nach Einschätzung von Bierhoff einiges im Argen. „Wir haben durchgängig Probleme bei den Stoßstürmern und auf den Außenverteidigerpositionen.“

Die Gründe dafür glaubt man beim DFB allerdings ausgemacht zu haben.Wir sind da in den letzten Jahren etwas stehengeblieben, sind da sehr systematisch vorgegangen, haben weniger Individualität gefördert“, so Bierhoff, der gleichzeitig Gegenmaßnahmen ankündigte: “All das müssen und werden wir ändern, auch auf Lehrgängen und Schulungen.“

Auch die Vereine sind gefordert

In die Pflicht nimmt Bierhoff dabei auch die Vereine, die insbesondere auch mit Blick auf die wirtschaftliche Überlegenheit der englischen Premier League, aber auch von spanischen und italienischen Vereinen in der Förderung junger Spieler gefordert sind: “Wir müssen weiter Talente ausbilden und unser System vorantreiben. Gleichzeitig muss die Bundesliga die Qualität hochhalten trotz des Wissens, dass die absoluten Topspieler aktuell nicht nach Deutschland kommen.“

Trotz aller Probleme und einer “kleinen Delle“ im Jahr 2018 mit dem Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland und dem anschließenden Abstieg in der Nations League sieht Bierhoff die A-Nationalmannschaft auf einem guten Weg.

„Ich habe das Gefühl, dass wir beim DFB wieder eine Mannschaft haben, die weiß, wo sie hinwill – nämlich zurück an die Weltspitze“, so der 51-Jährige, der natürlich auch weiß, dass die jüngsten Erfolge in Weißrussland (2:0) und gegen Estland (8:0) nicht wirklich ein Maßstab waren und der wahre Gradmesser erst die Fußball EM 2020 sein wird.

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