EURO 2024 Quali Gruppe D mit Kroatien und der Türkei

Als die Gruppe D der EM-Qualifikation 2024 in Deutschland ausgelost wurde, erfuhr sie nicht so viel Aufmerksamkeit wie einige der anderen Staffeln. Oberflächlich betrachtet gibt es keine Paarung von ganz großen Namen wie z.B. Frankreich und Niederlande oder England und Italien.

Bei einem genaueren Blick täuscht dieser Eindruck jedoch: Mit Kroatien, Wales und der Türkei befinden sich gleich drei Teams in dieser EM 2024 Quali-Gruppe, die den Anspruch erheben, bei der EM 2024 dabei zu sein – und dies in der Vergangenheit auch regelmäßig schafften. Hinzu kommen Armenien und Lettland. Diese Mannschaften sind zwar Außenseiter, aber können natürlich in einzelnen Spielen trotzdem wertvolle Punkte kosten – und so eine entscheidende Rolle spielen. Wir analysieren die Gruppe D hier für dich.

Tabelle der EURO 2024 Quali Gruppe D

Quali-Spielplan der EM 2024 Gruppe D

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Analyse von EM Quali-Gruppe D: Kroatien ist der Favorit

Kroatien ist der Favorit in der Gruppe, wenn es nach dem Papier geht. Der Kader des Teams vom Balkan ist am stärksten. In der Theorie sollten es die Kroaten also schaffen, einen der beiden ersten Plätze in der Gruppe zu ergattern. Diese berechtigen zur Teilnahme an der Europameisterschaft. Aber die Theorie ist bekanntlich das eine – und die Praxis etwas völlig anderes.

Kroatien 🇭🇷

Die Kroaten wissen Spieler wie Innenverteidiger Josko Gvardiol, Mittelfeldmann Mateo Kovacic, Marcelo Brozovic und den offenbar vor den Folgen des Alterns gefeiten Luka Modric in den eigenen Reihen. Viele der Spieler sind während der Qualifikation im besten Alter. Einige der Spieler dürften deshalb nochmals einen großen Sprung machen wie z.B. Lovro Majer, der im offensiven Mittelfeld heimisch ist. Kroatien hat eine ausgezeichnete Mannschaft. Es ist so einfach.

Wales 🏴󠁧󠁢󠁷󠁬󠁳󠁿

Das Team der Waliser ist ebenfalls stark, aber kann auf dem Papier nicht ganz mit Wales mithalten. Bester Spieler ist Linksverteidiger Ben Davies. Vor einem großen Entwicklungsschub steht nach allgemeiner Einschätzung Brennan Johnson. Mit Daniel James und Harry James stehen zwei weitere vielversprechende Offensivspieler zur Verfügung. Die Zeiten, in denen Wales vom Genie und Wahnsinn eines Gareth Bale abhing, sind lange vorbei.

Türkei 🇹🇷

Die Türkei konnte sich für keine Weltmeisterschaft mehr qualifizieren, seit sie in Europa und nicht mehr in Asien startet. Letztmals war sie 2002 in einer Endrunde am Ball. Für die beiden letzten Europameisterschaften errang die Mannschaft zwar die Startberechtigung, aber schied jedes Mal in der Vorrunde aus. 2021 musste man sich dabei Italien, Schweiz und dem aktuellen Qualifikationsgegner Wales geschlagen geben.

Dabei ist das Team rein nominell eigentlich deutlich gut besetzt: Spieler wie Hakan Calhanoglu, Merih Demiral oder auch Orkan Kökcü sind nur einige Namen, die hiervon zeugen. Metaphorisch gesprochen hat die Türkei die nötigen Pferdestärken, aber muss die PS endlich auf den Boden bekommen.

Wo es die Quali-Spiele zu im Fernsehen zu sehen gibt, siehst du im EM-Quali 2024 TV-Programm, den wir dir hier verlinkt haben.

Armenien 🇦🇲

Die Armenier haben nicht die nötige Qualität im Kader, um eines der drei zuvor vorgestellten Teams ernsthaft über die gesamte Qualifikation zu fordern. Dies bedeutet aber nicht, dass es nicht doch sehr gute Spieler gibt. Die Armenier haben davon zwei, die beide im offensiven Mittelfeld heimisch sind, nämlich Eduard Spertsyan und Lucas Zelarayan. Hinzu kommt Mittelstürmer Sargis Adamyan, der in Deutschland in der Bundesliga beim 1. FC Köln spielt.

In der Vergangenheit reichte dieses Spielermaterial, um einigen Partien einer Qualifikationsrunde zu überraschen, aber eben nicht in allen. Die Nations League Gruppe B war eine deutliche Nummer zu groß für die Armenier, die von sechs Spielen fünf verloren. Ein 1:0-Überraschungssieg gelang dabei allerdings gegen Irland.

Lettland 🇱🇻

Lettland hat keinen einzigen Spieler in seinen Reihen, der auf gehobenem europäischem Niveau mithalten könnte – oder sich auch nur für die belgische, österreichische oder schweizerische Liga eignen würde. Mittelstürmer Raimonds Krollis entwickelt sich möglicherweise zu einem entsprechenden Spieler, aber noch hat er nicht die Leistungsstärke.

In der Nations League 2022/23 spielten die Letten zuletzt in der Liga D, stellten sich hier aber durchaus erfolgreich an. Sie verloren nur ein einziges Spiel (gegen Moldawien), gewannen vier Partien und spielten einmal Remis (Andorra). Sie sicherten sich damit den ersten Rang in der eigenen Staffel. Abseits von dieser Quali-Gruppe ist dieser Umstand im Gedächtnis zu behalten, weil Lettland vermutlich die Chance bekommt, über die Nations League Playoffs das Ticket für Deutschland zu lösen.

Prognose: Es wird schwer für die Türkei

Was bereits weiter oben gesagt wurde, besitzt auch noch für die Prognose Gültigkeit: Kroatien sollte die Gruppe gewinnen (können). Der Kader ist doch so viel stärker, dass sich dies im Laufe der acht Spiele auszahlen sollte. Deutlich komplizierter wird es bezüglich der Frage, wer den zweiten Platz holen wird. Rein von der Kaderstärke her müssten dies eigentlich die Türken sein.

Aber die Waliser sind nur geringfügig schwächer und haben ihrerseits bewiesen, dass sie wissen, was sie in wichtigen Spielen zu tun haben. Es dürfte deshalb für die Türkei schwer werden, sich direkt zu qualifizieren. Immerhin gelang es der Mannschaft von Stefan Kuntz, den Aufstieg in der Nations League in die Liga B zu schaffen. Sie dürfte deshalb ebenfalls in den Playoffs antreten.