In WM-Quali nur auf Platz 7: Kolumbien in der Krise

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Mit dem coronabedingt verspäteten Start in die Südamerika WM 2022 Qualifikation konnte man im Lager der kolumbianischen Nationalmannschaft durchaus zufrieden sein. Im Oktober legten die Cafeteros mit einem 3:0-Heimsieg gegen Venezuela hervorragend los und auch das anschließende 2:2 in Chile war ein respektables Resultat. Einen Monat später hingegen lief beim Team um Superstar James Rodriguez zwei Mal nahezu gar nichts zusammen.

Zunächst setzte es zu Hause eine herbe 0:3-Niederlage gegen Uruguay, die dann mit einer 1:6-Pleite in Ecuador sogar noch getoppt wurde. Besonders schwerwiegend, dass es sich dabei um zwei der größten Rivalen im Kampf um die vier direkten Tickets für die Weltmeisterschaft 2022 handelt, von denen zwei traditionell an Brasilien und Argentinien vergeben scheinen.

Unstimmigkeiten in der Mannschaft

Nach vier Runden jedenfalls liegt Kolumbien nur auf Platz sieben. Bis zu Paraguay auf Rang vier sind es zwei Punkte und auch der fünfte Rang, der über interkontinentale Playoffs gegen den Vertreter der Ozeanien WM-Quali noch die Chance auf ein weiteres WM-Ticket bietet, ist zwei Zähler entfernt.

Bei noch 14 ausstehenden Partien ist der aktuelle Rückstand zwar nicht weiter schlimm, doch die Verfassung, in der sich die kolumbianische Auswahl zuletzt präsentiert hat, gibt reichlich Anlass zur Sorge – sowohl die Geschehnisse auf als auch abseits des Platzes betreffend. Denn offenkundig stimmt es auch innerhalb des Teams nicht, wie der eng an der Mannschaft befindliche Journalist Javier Hernández Bonnet von Blu Radio mehr als nur andeutet.

“Innerhalb des Teams stehen sich Gruppen gegenüber. Sie wurden auch schon handgreiflich gegeneinander“, zitiert “Bild“ den Journalisten, der im gleichen Atemzug die fehlende Hierarchie in der Mannschaft thematisiert: “Ist das nicht ein klares Zeichen dafür, dass es keinen Anführer gibt, der in der Lage ist, den Frieden in der Umkleidekabine aufrechtzuerhalten?

Konkret soll es nach der Klatsche in Ecuador noch in der Kabine zu Handgreiflichkeiten zwischen James Rodriguez im Kolumbien Trikot und Kollege Jefferson Lerma gekommen sein. Diese wertet Bonnet auch so, dass Trainer Carlos Queiroz die Kontrolle über die Mannschaft verloren hat. Der seit Februar 2019 als Nationaltrainer amtierende Portugiese soll derweil laut Bonnet intern schon erklärt haben, dem Erfolg nicht im Wege stehen zu wollen: „Queiroz traf sich mit den Spielern und sagte ihnen, wenn er das Problem sei, sollten sie es ihm sagen. Damit er dem Verband sein Rücktrittsgesuch schickten könne.

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Schwierige Aufgaben im März

Noch ist in diese Richtung nichts passiert, doch dürfte man bei kolumbianischen Verband nach den beiden schweren Niederlagen nicht ohne Weiteres zur Tagesordnung übergehen. Nicht ausgeschlossen, dass es noch zu personellen Konsequenzen kommt.

Zeit wäre auf jeden Fall ausreichend vorhanden, stehen die nächsten Länderspiele doch erst im März an. Dann trifft Kolumbien in der WM-Qualifikation zunächst auf Brasilien und muss anschließend nach Paraguay. Weil zwei weitere Niederlagen das WM-Ticket schon in große Gefahr brächten, ist es zwingend nötig, sich dann ganz anders zu präsentieren – mit welchem Trainer auch immer.

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