Thomas Partey – Ghanas WM 2022 Star

Vor etwa zehn Jahren stand Ghana auf der Liste vieler Experten sehr weit oben, wenn es um das beste Team des afrikanischen Kontinents ging. Große Spieler, die bei Spitzenvereinen in der Premier League ihr Geld verdienten, waren hierfür verantwortlich. In den vergangenen Jahren verblasste dieser Ruhm jedoch merklich. Bei der WM in Brasilien war in der Gruppenphase Endstation. Für das Turnier in Russland konnten sich die Black Stars nicht einmal qualifizieren.

Dies ist für die WM 2022 in Katar immerhin gelungen. Es ist wohl kein zu gewagter Tipp, dass sich ganz Ghana wünscht, dass dies nicht der einzige Erfolg im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft auf der arabischen Halbinsel bleiben wird. Große Verantwortung ruht diesbezüglich auf den Schultern von Thomas Partey. Der defensive Mittelfeldspieler ist nicht nur Vize-Kapitän der ghanaischen Nationalmannschaft, sondern der beste Akteur des Teams. Er ist Ghanas WM-Star für das Turnier in Katar. 

Star-Check von Thomas Partey bei der WM 2022

Die wichtigsten Infos🇬🇭 Thomas Partey
VereinFC Arsenal 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿
PositionMittelfeld
Geburtsdatum13. Juni 1993
Größe1,85 m
Einsätze/Tore Nationalmannschaft27/9 (Stand: 03.05.2022)
Marktwert40 Mio. € (Stand: 03.05.2022)
Größter Erfolg mit NationalteamWM-Quali 2022

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Partey auf dem Weg ganz nach oben?

Marktwertkurven haben bekanntlich nur eine begrenzte Aussagekraft. Sie ist vor allem für Fans ein beliebtes Instrument, um die Stärke bestimmter Spieler im Vergleich mit anderen Akteuren einschätzen zu können. Sie sind zugleich aber auch immer Formkurven. Bringt ein Profi konstant gute Leistungen, steigt die Kurve. Tut er es nicht, passiert das Gegenteil.

Und gemessen daran war Partey schon besser in Form: Während seiner Zeit bei Atletico Madrid und in seinen Anfangstagen beim FC Arsenal stand beispielsweise in der Kurve des Portals „Transfermarkt“ 10 Millionen Euro höher als im WM-Jahr. Die Hoffnungen von einst, er könnte der beste defensive Mittelfeldspieler des Planeten werden, haben sich bislang nicht bewahrheitet. Aber ist es auch schon an der Zeit, sie komplett zu begraben? Die WM in Katar wird diesbezüglich eine gewichtige Antwort bringen.

Spanien als erste Karrierestation

In seiner Heimat spielte Partey zuerst für den Regionalverein Odometah, aber wechselte dann zum etwas größeren Klub Leganes. Lange sollte er nicht bleiben, da er den Scouts von Atlético Madrid aufgefallen war.

Diese holten ihn 2012 in die eigene Jugendakademie, in der Partey ein Jahr verbringen würde. Anschließend lief der Mittelfeldspieler für eine Saison für das B-Team Atleticos auf und machte seine Sache durchaus gut. Tatsächlich wurde er sogar einmal in den Profikader berufen, aber kam nicht zum Einsatz.

Der Durchbruch als Leihspieler

Die Trainer und der Spieler entschieden im Sommer 2013, dass der Mittelfeldmann bei anderen Klubs Erfahrungen sammeln solle, um sich zu entwickeln und so zu einer echten Alternative für das spanische Spitzenteam zu werden. Die Saison 2013/14 verbrachte Partey deshalb in der zweiten Liga bei RCD Mallorca, stand in 37 Spielen auf dem Platz und erzielte fünf Treffer.

Im Folgejahr durfte er sich in der Primera División versuchen: Dieses Mal ging es per Leihe zu Almeria. Hier schaffte er den endgültigen Durchbruch, stand er doch 31-mal für das Team auf dem Platz und spielte meist von Beginn an. Dabei gelangen dem Ghanaer vier Tore. Die Zeit für die Rückkehr zu Atletico war gekommen.

Bärenstarke Auftritte für Atletico

Offiziell stieß Partey im Sommer 2015 wieder zu Madrid. Es dauerte allerdings, bis er wirklich zum Zug kam. Ende November des Jahres wurde der Ghanaer zum ersten Mal eingewechselt. Es blieb bei dieser Rolle in der ersten Saison. Allerdings wurde Partey dabei sogar auch im Finale der Champions League gegen Real Madrid aufs Feld geschickt. Dass die Königlichen das bessere Ende für sich hatten, konnte er trotzdem nicht ändern.

Im zweiten Jahr hatte er sich seinen Stammplatz erobert und wurde schnell zum Leistungsträger Atleticos. Der Höhepunkt war dabei fraglos das Finale der Europa League im Mai 2018. Madrid gewann mit 3:0 gegen Marseille – Partey hatte durch seinen starken Auftritt großen Anteil am Triumph. Sein 100. Ligaspiel in La Liga sollte 2019 ausgerechnet gegen Real Madrid sein: Partey ließ sich zum Jubiläum nicht lange bitten und gewann beim 0:0 die Auszeichnung als Man of the Match.

Der Wechsel zum FC Arsenal

Zur Saison 2020/21 wechselte der defensive Mittelfeldspieler den Verein und verließ mit Madrid die Stadt, die für ihn viele Jahre Heimat war. Der FC Arsenal zog die Ausstiegsklausel in Höhe von 50 Millionen Euro in seinem Vertrag. Bei den Gunners brauchte er allerdings einige Zeit, um sich wirklich durchzusetzen. Erst im Frühjahr 2022 scheint ihm dies endgültig gelungen zu sein, wählten ihn die Fans im Februar doch beispielsweise zu Arsenals Spieler des Monats.

Was kann Partey für Ghana bewirken?

Partey spielt seit 2016 für Ghana. Durch seinen frühen Wechsel nach Spanien war er scheinbar lange nicht auf dem Radar der Trainer. Er brachte für sein Land durchaus gute Leistungen und entwickelte sich schnell zur Führungsfigur.

In der WM-Qualifikation zog er sein Team in schwierigen Partien mit, was zum finalen Erfolg führte. Die WM-Gruppenphase und WM 2022 Gruppe H könnte diesbezüglich eine weitere Chance für ihn sein: Die Gegner heißen Portugal, Uruguay und Südkorea. Diese Namen lassen Raum für Fantasie.