Die Türkei als größter Profiteur der EM-Verschiebung?

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Als eine der weltweit letzten Ligen hat die türkische Süper Lig noch am vorletzten Wochenende ihren 26. Spieltag ausgetragen, ehe dann auch am Bosporus die Entscheidung gefallen ist, den Spielbetrieb aufgrund der globalen Corona-Krise auszusetzen. Wann es in der Türkei wieder weitergeht, ist ebenso völlig offen wie in allen anderen Ländern, wo vielfach um die Zukunft des Profi-Fußballs gebangt werden muss.

Immerhin besteht im Moment noch die Hoffnung, die aktuell nur unterbrochene Saison 2019/20 noch regulär zu Ende spielen zu können. Die Voraussetzung dafür geschaffen hat die UEFA, die am vergangenen Wochenende nach einer Telefonkonferenz mit Vertretern ihrer 55 Mitgliedsverbände offiziell die Verschiebung der Europameisterschaft 2020 auf den Sommer 2021 bekannt gegeben hat.

Dadurch ist die Option vorhanden, die nationalen Ligen und gegebenenfalls auch die internationalen Wettbewerbe bis mindestens Ende Juni zu verlängern.

Nächste Länderspiele im Rahmen der Nations League?

Ob die eigentlich für Ende März angesetzten, dann aber durchweg abgesetzten Länderspiele, wie etwa die Nations League Playoffs, tatsächlich wie von FIFA und UEFA grob angedacht Anfang Juni über die Bühne gehen können, steht unterdessen wie so vieles in den Sternen.

Die Nations League 2020/2021 soll nach jetzigem Stand aber im September starten und im Herbst auch planmäßig ausgetragen werden. Die drei Doppelspieltage im September, Oktober und November sind damit nach jetzigem Stand die nächsten Fixtermine, zu denen die Nationalmannschaften wieder zusammenkommen sollen.

Die türkische Nationalmannschaft trifft dann in Gruppe B3 auf Serbien, Russland und Ungarn. Dann kann Nationaltrainer Senol Günes möglicherweise personell wieder aus dem Vollen schöpfen, was bei einer EM im Sommer 2020 nicht der Fall gewesen wäre. Mindestens zwei, möglicherweise sogar drei oder vier Stammkräfte hätten die Europameisterschaft verpasst.

Sicher nicht beim Eröffnungsspiel der EURO dabei gewesen wären Innenverteidiger Merih Demiral, der sich im Januar im Trikot von Juventus Turin im Spiel beim AS Rom einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Der 22-Jährige, der im vergangenen Jahr eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen hat, wird aller Voraussicht nach erst zur neuen Saison wieder ins Geschehen eingreifen können.

Auch Tosun, Yazici und Kabak im Lazarett

Ähnlich ist die Lage bei Angreifer Cenk Tosun, dessen Ausleihe vom FC Everton zu Crystal Palace nach einem Anfang März im Training erlittenen Kreuzbandriss vorzeitig beendet wurde. Der 28-Jährige wird wie Demiral frühestens zum Start in die neue Saison, der momentan noch Mitte August erwartet wird, wieder voll belastbar sein.

Schneller gehen soll es bei Yusuf Yazici, der sich Ende des Jahres 2019 ebenfalls das Kreuzband gerissen hat und bei optimalem Heilungsverlauf im Mai wieder im Mannschaftstraining mitmischen könnten. Nichtsdestotrotz wäre der 23-jährige Mittelfeldspieler vom OSC Lille für die EURO ein Wackelkandidat gewesen.

Eng geworden wäre es wohl auch für Ozan Kabak, der sich Ende Februar bei der 0:3-Niederlage des FC Schalke 04 beim 1. FC Köln Querfortsatzfrakturen des zweiten, dritten und vierten Lendenwirbelkörpers zugezogen hat. Der 19-Jährige, der als eines der größten Innenverteidiger-Talente Europas gilt, ist voll frühestens im Mai bereit dazu, wieder mit den Kollegen zu trainieren.

Für die türkische Nationalmannschaft bringt die Verlegung der Endrunde mit Blick auf das Lazarett durchaus Vorteile mit sich. Denn auch wenn sich neue Verletzungen natürlich nie ausschließen lassen, kann der aktuell 29. der FIFA-Weltrangliste bei der EM 2021 wohl einen stärkeren Kader nominieren als es in diesem Jahr der Fall wäre.

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