Russland EM 2020 Kader im Portrait

Der Höhepunkt Fußball WM 2018 im eigenen Land ist für Russland Geschichte. Der fußballerische Alltag hat das Land wieder. Und hier schlägt sich Russland gar nicht schlecht. Schließlich konnte die Sbornaja sogar die Teilnahme an der UEFA EURO 2020 frühzeitig unter Dach und Fach bringen.

Bei der WM vor zwei Jahren erreichte Russland das Viertelfinale. Die Hoffnung ist, dass bei der EM-Endrunde ein ähnlicher Erfolg wieder gelingt. Schließich dürfen die Russen die Partien der EM 2020 Gruppe B gegen Belgien und Finnland im heimischen St. Petersburg bestreiten. Lediglich gegen Dänemark muss das Team von Chefcoach Stanislaw Tschertschessow in Kopenhagen ran.

Russlands Spielplan bei der EM 2020

Dat. Uhrzeit Match Ergebnis Spielort
Sa, 13.06.2020 21:00 Belgien – Russland -:- 🇷🇺 St. Petersburg
Mi, 17.06.2020 15:00 Finnland – Russland -:- 🇷🇺 St. Petersburg
Mo, 22.06.2020 21:00 Russland – Dänemark -:- 🇩🇰 Kopenhagen

Russland in der Tabelle der Gruppe B

 

Russland hat viele gute Spieler in seinen Reihen. Zugriff auf überragende Einzelkönner hat Tschertschessow allerdings nur bedingt. Der rechte Verteidiger Mario Fernandes, der offensive Mittelfeldspieler Aleksandr Golovin und Mittelstürmer sowie Mannschaftskapitän Artem Dzyuba genügen dieser Anforderung noch am ehesten.

Ansonsten befinden sich viele solide Akteure, aber nichts, was zur europäischen Spitzenklasse zählen dürfte. Rein nominell sind andere Teams besser besetzt.

Der mögliche Kader von Russland bei der EURO 2020

Nachfolgend möchten wir euch vorstellen, mit welchem Kader Russland unserer Meinung nach bei der Europameisterschaft 2020 antreten könnte bzw. wer wohl in der Aufstellung der ersten Elf stehen wird. Wir schicken dabei die in unseren Augen beste Elf aufs Feld.

Was das System angeht, so ist wohl klar, dass Russland in einem 4-2-3-1 spielen wird. In der Qualifikation setzte das Team ausnahmslos auf diese Formation – abgesehen vom Duell mit Belgien. Hier spielte Tschertschessow 5-4-1.

Tor

Nach dem Rücktritt der Torhüter-Legende Igor Akinfeev (111 Spiele im Russland-Trikot) nach der WM 2018, gilt das Tor bei den Russen als Problemzone. Bei der EURO wird wohl der gebürtige Brasilianer Guilherme (Lok Moskau) im Kasten stehen. Der 34-Jährige absolvierte in der EM-Quali bis auf das letzte unbedeutende Spiel gegen San Marino alle Partien.

Dahinter muss sich Andrey Lunev (Zenit St. Petersburg) als Nummer 2 anstellen. Als dritter Goalie nimmt bei den Russen der Routinierte Anton Shunin (Dinamo Moskau) auf der Ersatzbank Platz.

Verteidigung

Nach dem Tor ist die Verteidigung abgesehen von Rechtsverteidiger Mario Fernandes (ZSKA Moskau) wohl der schlechteste Teil der russischen Mannschaft. Es fehlt vor allem an guten Innenverteidigern.

Dort werden vermutlich der 26-jährige Georgiy Dzhikiya (Spartak Moskau) und der 31-jährige Andrey Semenov (Akhmat Grozny) auflaufen. Weiters kommen für diese Position Maksim Belyaev (Arsenal Tula) und Dmitri Chistyakov (FK Rostov) in Frage.

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Die Situation auf der linken Abwehrseite ist ebenfalls problematisch. Mit dem 36-jährigen Yuri Zhirkov (Zenit St. Petersburg) und dem 33-jährigen Fedor Kudryashow (Antalyaspor) stehen nur zwei Linksverteidiger bereit, die ihren Zenit bereits längst überschritten haben.

Rechts hinten wird der oben bereits erwähnte Mario Fernandes (ZSKA Moskau) auflaufen, als sein Ersatzspieler gilt Sergey Petrov vom FK Krasnodar.

Mittelfeld

Im defensiven Mittelfeld hat der russische Teamchef Stanislaw Tschertschessow die Wahl zwischen Daler Kuzyaev, Magomed Ozdoev (beide Zenit St. Petersburg), Roman Zobnin (Spartak Moskau) und Ilzat Akhmetov (ZSKA Moskau).

Im offensiven Mittelfeld dürfte mit dem 24-jährigen Aleksandr Golovin (ZSKA Moskau) der Star des russischen Nationalteams auflaufen (hier alle EM 2020 Stars ansehen). Weitere Optionen auf dieser Position sind der 24-jährige Aleksey Miranchuk (Lokomotiv Moskau) und Aleksandr Erokhin (Zenit St. Petersburg).

🗓️ Spielplan EM 2020 🗓️

Linksaußen ist der 29-jährige Denis Cheryshev (FC Valencia) gesetzt. Zelimkhan Bakaev (Spartak Moskau) kann sowohl linksaußen als auch rechtsaußen spielen. Als rechter Flügelspieler dürfte aber Aleksey Ionov (FK Rostow) eingesetzt werden.

Angriff

Im Sturmzentrum geht nichts über Kapitän Artem Dzyuba (Zenit St. Petersburg). Der 31-Jährige hat in der EM 2020 Quali für wichtige Tore gesorgt und beim 9:0 Sieg gegen San Marino sogar einen Viererpack erzielt. Der weitere Angreifer im Russland EM 2020 Kader Nikolay Komlichenko (Dinamo Moskau) wird höchstens als Joker zum Zug kommen.

Das russische Nationalteam bei der EURO 2020

Die wichtigsten Infos 🇷🇺 Russland
Trainer Stanislaw Tschertschessow 🇷🇺
Größter Erfolg Europameister 1960
Rekordtorschütze Alexander Kerschakow (30 Tore)
Rekordspieler Sergei Ignaschewitsch (127 Länderspiele)
Wertvollster Spieler Mario Fernandes (30 Mio. €, Stand: 27.01.20)
Gesamtmarktwert 198,40 Mio. € (Stand: 27.01.20)
Spitzname Sbornaja
FIFA-Weltrangliste 38. Platz (Stand: 20.02.20)
Höchster Sieg 9:0 gegen San Marino (2019)
Höchste Niederlage 0:16 gegen Deutschland (1912)
EM-Teilnahmen 11 (inkl. EM 2020)

Russlands Talente bei der Endrunde 2020

Das größte Problem hat Russland, wenn es um Nachwuchs geht, der Hoffnung macht. Wirklich gute Talente existieren faktisch nicht. Lediglich Ilzat Akhmetov (22) und Aleksandr Golovin (24) fallen noch ansatzweise unter diese Kategorie, sind beide aber schon eine ganze Zeit über 20 Jahre alt.

Das durchschnittliche Alter lag zum Zeitpunkt der erfolgreichen EM-Qualifikation bei 27,36 Jahren. Nur im Mittelfeld lag es unter 25 Jahren. In der Abwehr betrug es fast 29 Jahre. Russland hat den Umbruch ein Stück weit verschlafen. Für die EM 2020 muss dies noch nichts heißen. Doch mittelfristig dürfte sich dieser Mangel an Talenten für die Russen rächen.

Hat Russland Chancen auf den EM-Titel?

Bekanntlich soll man niemals nie sagen. Diese alte Weisheit gilt auch und insbesondere für den Fußball. Dass Kroatien bei der WM 2018 Vize-Weltmeister werden würde, hatte wohl niemand auf der Rechnung. Warum soll Russland also nicht einen ähnlichen Coup bei der paneuropäischen Europameisterschaft 2020 schaffen? Doch gefühlt gilt: Russland hat keine Chance auf den Titel – aber diese könnten sie nutzen.

Gegen den Titel sprechen vor allem die schwache Defensive und der eher durchschnittliche Sturm. Hier fehlt es im Vergleich mit anderen Teams schlicht und einfach an Qualität. Angreifer wie Kylian Mbappé, Marcus Rushford oder Timo Werner haben die Russen einfach nicht in ihrem Kader. Ähnliches gilt für Innenverteidiger wie Sergio Ramos oder Virgil van Dijk. Lediglich das Mittelfeld könnte Stand halten – aber auch dieses ist im Vergleich mit den großen Nationen schwach besetzt.

Für Russland spricht die jüngste Vergangenheit. Das Team marschierte sehr souverän durch die Qualifikation. Lediglich Belgien, das nun auch in EM Gruppe F ein Gegner ist, war eine Nummer zu groß. Ansonsten lösten die Russen jede Aufgabe mit Bravour – was man ihnen so nicht zugetraut hatte.

Wer Russland als Gegner bei der EM 2020 unterschätzt, wird dies bitterlich bereuen. Der Aufstieg ins EURO Achtelfinale 2020 ist für die Sbornaja auf jeden Fall möglich, denn gegen Finnland und Dänemark können die Russen sicherlich mithalten.

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