Europameister Danilo Pereira verpasst WM 2018

Der Start ins Jahr 2018 ist der portugiesischen Nationalmannschaft, die im Sommer bei der Weltmeisterschaft in Russland als amtierender Europameister automatisch zum Kreis der WM-Favoriten gehört, nur bedingt gelungen.

Nach einem 2:1-Sieg gegen Ägypten, für das Cristiano Ronaldo mit einem Doppelpack in der Nachspielzeit sorgte, verlor die Mannschaft von Trainer Fernando Santos Ende März das zweite WM-Vorbereitungsspiel gegen die Niederlande klar mit 0:3.

Portugal mit überalterter Defensive

Die in beiden Partien gezeigten Leistungen stimmten wenig zuversichtlich für die WM-Endrunde, bei der Portugal in der WM 2018 Gruppe C auf Spanien, Marokko und den Iran trifft.

Das Erreichen des WM-Achtelfinales ist in dieser Gruppe praktisch Pflicht, doch ob es Cristiano Ronaldo alleine richten kann, erscheint fraglich. Neben dem Weltfußballer, der auch mit 33 Jahren Woche für Woche überragende Vorstellungen abliefert und gerade in den großen Spielen wie in der Champions League stets zur Stelle ist, fehlt es in Portugals WM Kader 2018 augenscheinlich an Qualität. Insbesondere im Defensivbereich, der reichlich überaltert erscheint.

Luis Neto ist mit 29 Jahren schon der jüngste aus dem wahrscheinlichen Innenverteidiger-Quintett, das mit zur WM fahren wird, und die Haudegen Bruno Alves und Pepe sind trotz ihrer 36 und 35 Jahre vermutlich auch im Sommer in Russland wieder erste Wahl.

Sorgen bereitet zweieinhalb Monate vor Turnierstart aber auch das defensive Mittelfeld, in dem es einen WM-Ausfall zu verkraften gibt. Danilo Pereira, der nach dem Confederations Cup den Sprung in die Startelf geschafft hat und in vier der fünf Spiele im zweiten Halbjahr 2017 von Anfang an auf dem Platz stand, verpasst die Reise zur WM.

Danilo Pereira erleidet Achillessehnenriss

Der 26-Jährige hat sich nach Angaben seines Vereins FC Porto einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuß zugezogen und muss sich am Donnerstag einer Operation unterziehen.

Danilo Pereira, für Paris St. Germain im Sommer 2017 30 Millionen Euro geboten haben soll, wird damit wohl annähernd ein halbes Jahr ausfallen und voraussichtlich auch den Start der neuen Saison noch verpassen.

Ein bitterer Zeitpunkt für den 27-fachen Nationalspieler, sich so schwer zu verletzten. Der 1,88 Meter große Sechser hätte seinen Platz im WM-Kader sicher gehabt und die Erfahrung aus immerhin fünf Einsätzen im Portugal-Trikot bei der EM 2016 in Frankreich mitgebracht.

Bei der Euro stand Danilo Pereira im Gruppenspiel gegen Island (1:1) sowie im Halbfinale gegen Wales (2:0) über 90 Minuten auf dem Platz und wurde drei weitere Male eingewechselt. Im Finale gegen Frankreich kam der in Guinea-Bissau geborene, aber in Portugal aufgewachsene Defensivmann allerdings nicht zum Zug.

Bei den Buchmachern stehen die WM Quoten auf einen erneuten Titelgewinn der Portugiesen übrigens im Bereich von 26,0 – also eher im vorderen Mittelfeld.