Cristiano Ronaldo als Portugals WM 2022 Star

Wenn es einen Spieler auf dem Planeten gibt, dessen Name nicht nur fast allen Fans bekannt ist, sondern den meisten Menschen, die sich nur oberflächlich für den Fußball interessieren, dann ist es fraglos Cristiano Ronaldo. Einerseits ist dies seiner extrovertierten Persönlichkeit geschuldet, der es zweifelsohne nicht an Selbstüberzeugung mangelt. Anderseits ist er aber auch Fußballer, wie es ihn pro Generation nur sehr selten gibt. Nicht umsonst hat der Portugiese gleich fünf Mal die Auszeichnung zum Weltfußballer geworden.

Und auch im Alter ist Ronaldo nach wie vor ein Phänomen. Er wird bei der WM 2022 in Katar 37 Jahre alt sein – und trotzdem noch als der große Anführer Portugals agieren. Niemand wird beispielsweise widersprechen, dass Ronaldo ein ernsthafter Kandidat dafür ist, Torschützenkönig bei der Weltmeisterschaft zu werden – unabhängig davon, dass es inzwischen so viele andere Weltklasse-Stürmer gibt, die deutlich jünger sind. Wir stellen diesen einzigartigen Fußballer vor.

Star-Check von Cristiano Ronaldo bei der WM 2022

Die wichtigsten Infos🇵🇹 Cristiano Ronaldo
VereinManchester United 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿
PositionSturm
Geburtsdatum5. Februar 1985
Größe1,87 m
Einsätze/Tore Nationalmannschaft186/115 (Stand: 4.4.2022)
Marktwert35 Mio. € (Stand: 4.4.2022)
Größter Erfolg mit NationalteamEuropameister 2016

>> Überblick aller WM Stars 2022

Ronaldo: immer noch der beste Spieler?

Ronaldo gewann letztmals 2017 die Wahl zum Weltfußballer. Es ist kein Geheimnis, dass der Portugiese der Ansicht ist, dass anschließend eigentlich noch einige Titel hätten folgen müssen. Er hält sich noch immer für den besten Spieler auf dem Planeten. In diversen Interviews hat er dies deutlich gemacht. Die WM in Katar ist für ihn deshalb ein bedeutendes Turnier.

Hier kann er zeigen, dass er mit dieser Selbsteinschätzung richtig liegt – indem er die portugiesische Nationalmannschaft bis zum Titel führt. Bei Weltmeisterschaften hatten die Iberer lange ihre Probleme. Kann das Team mit Ronaldo an der Spitze diesen Fluch endlich brechen, hätte CR7 etwas geschafft, was kaum für möglich gehalten wurde: Seine Legende würde noch einmal um ein großes Kapitel bereichert.

Die Vereinskarriere: erste Schritte in Portugal

Ronaldo spielte in der Jugend für CF Andorinha und Nacional Funchal in seinem Heimatland, bevor er sich von den Scouts von Sporting Lissabon 1997 von einem Wechsel überzeugen ließ. Er war damals gerade einmal 12 Jahre alt. Für fünf Jahre blieb er in der Jugendabteilung (heute heißt diese Academia Cristiano Ronaldo), bevor er in der Saison 2002/03 ins Profi-Team berufen wurde.

Er stand 25 Spielen für seinen damaligen Klub auf dem Platz und erzielte 3 Tore. Längst buhlte das Who is Who des Fußballers um den 18-Jährigen. Es gab keinen großen Verein, der Ronaldo nicht wollte. 

Der Durchbruch in England bei Manchester United

Im August 2003 erhielt Manchester United den Zuschlag. Hier sollte Ronaldo David Beckham beerben. Die Red Devils zahlten 17,5 Millionen Euro Ablöse. Sir Alex Ferguson gab Ronaldo gegen dessen Willen die Nummer 7, die zuvor die Vereinslegenden Manchesters getragen hatten. Dies zeigte die Erwartungshaltung, die er an den 18-Jährigen hatte. Ronaldo brauchte zwei Jahre, um wirklich zum Leistungsträger seines Teams zu werden.

In der Saison 2005/06 explodierte er schließlich und führte sein Team zum Sieg im Ligapokal. In den drei folgenden Jahren folgten mit Manchester drei Meisterschaften in Serie, die Champions League 2008, die Klubweltmeisterschaft im selben Jahr und mehrere Pokalgewinne. 2008 gewann er selbst zudem erstmals die Auszeichnung als Weltfußballer.

Der Wechsel zu Real Madrid

2009 folgte dann der Wechsel zum Verein mit dem vielleicht klingendsten Namen im Fußball überhaupt: Real Madrid. Die Königlichen zahlten 94 Millionen Euro Ablöse. Ronaldo war damit der teuerste Spieler aller Zeiten. Es dauerte allerdings für die Königlichen, bis sich diese Investition in Titeln auszahlte. Erst 2012 konnte Real mit Ronaldo die Meisterschaft gewinnen.

Die Champions League ließ noch einmal zwei Jahre auf sich warten. Dann allerdings nahm das Team immer mehr an Fahrt auf – mit dem bekannten Ergebnis der drei Siege in der Königsklasse in Folge in den Jahren 2016, 2017 und 2018. Ronaldo war der unangefochtene Anführer der Mannschaft.

Von den Königlichen zur alten Dame und zurück zu den Red Devils

2018 schien der Portugiese allerdings der Erfolge mit Madrid müde geworden zu sein. Er kündigte seinen Wechsel an und schloss sich für drei Jahre Juventus Turin an. Als Ablöse flossen unfassbare 117 Millionen Euro. Obwohl Ronaldo persönlich brillante Leistungen zeigte, lief es nicht wirklich wie gehofft.

In den ersten beiden Jahren wurde man zwar italienischer Meister, doch die Tendenz zeigte steil nach unten. Die Champions League konnte nicht gewonnen werden. 2021 wechselte Ronaldo deshalb für 15 Millionen Euro zurück nach Manchester. Aber auch hier lief es sportlich nicht.

Ronaldo – das streitbare Phänomen als Portugals Superstar

Mit Portugal war die Leistungskurve ähnlich. Ronaldo war seit 2003 Teil des A-Teams und ab 2010 der klare Anführer der Mannschaft. Portugal wurde dabei langsam immer besser und feierte mit der Europameisterschaft 2016 schließlich den größten Erfolg der eigenen Geschichte.

Es folgte der Sieg bei der ersten Ausgabe der Nations League. Die WM 2018 und die EM 2021 liefen jedoch nicht nach Wunsch: Es war stets im Achtelfinale Schluss. Ronaldo konnte nicht mehr den Unterschied machen.

Was kann Ronaldo für Portugal noch leisten – und was muss er noch bewirken?

In Katar geht es in der Gruppe gegen Ghana, Uruguay und Südkorea. Unabhängig von Ronaldo müssen die Iberer hier weiterkommen. Anschließend gibt es wohl keinen besseren Spieler auf dem Planeten, um in den entscheidenden Momenten die richtigen Impulse zu setzen, als Ronaldo. Portugal ist einer der WM 2022 Favoriten auf den Titel – unabhängig von den schwachen Turnieren zuletzt.