Rekordmann Ronaldo schießt Portugal ins EM-Finale

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Der Bann ist endlich gebrochen: Nach fünf Spielen ohne einen einzigen Sieg in der regulären Spielzeit feiert Portugal einen 2:0 Triumph gegen Wales und zieht damit in das EM Finale ein. Ein kurzer Rückblick auf das gestrige Match.

Portugal – Wales 2:0 

Beide Mannschaften starteten abwartend in die Partie und beschränkten sich in der ersten Halbzeit vor allem darauf, in der Defensive nichts zuzulassen. Der Gedanke lag nahe, dass das Spiel in einem weiteren Remis enden könnte und Portugal ohne einen einzigen Sieg nach 90 Minuten in der EM Endrunde den Einzug in das Finale schaffen könnte.

Doch dann kam der große Auftritt von Superstar Cristiano Ronaldo. Nach einem kurz abgespielten Eckball flankte Raphael Guerreiro in der 50. Minute in den Strafraum, Ronaldo stieg am höchsten und brachte seine Portugiesen mit einem wuchtigen Kopfball 1:0 in Führung. Nur drei Minuten später sorgte Nani aus kurzer Distanz für die vorläufige Entscheidung.  Vor allem der walisische Superstar Gareth Bale versuchte bis zur letzten Minute alles und gab einige Weitschüsse auf das Tor von Rui Patricio ab, die jedoch zu zentral ausfielen.

Rekordmann Cristiano Ronaldo

Nach 2004 steht Portugal damit zum zweiten Mal in der Fußballgeschichte in einem EM-Finale. Das selbe gilt für Weltstar Cristiano Ronaldo. Im gestrigen Spiel gegen Wales konnte CR7, der auch zum Man of the Match gewählt wurde, gleich für mehrere Rekorde sorgen:

  • Erfolgreichster Torschütze bei Europameisterschaften: Mit insgesamt 9 Toren bei EM-Endrunden steht Ronaldo nun gleichauf mit Michel Platini auf Rang 1
  • EM-Rekordspieler: Gegen Wales absolvierte Ronaldo seinen 20. Einsatz bei einer EM-Endrunde (Buffon und Schweinsteiger stehen bei je 17 Einsätzen).
  • Ronaldo war als erster Spieler überhaupt in 3 EM-Halbfinals vertreten (2004, 2012, 2016)
  • Ronaldo traf erster Spieler überhaupt in 7 verschiedenen EM-Spielen
  • CR7 ist der erste Spieler überhaupt, der 3 oder mehr Tore bei jeweils 2 EM-Endrunden erzielen konnte

Am Sonntag hat Cristiano Ronaldo im Finale der Europameisterschaft 2016 in Frankreich noch einmal die Möglichkeit, seine Rekorde weiter auszubauen. Auch in der aktuellen EM-Torschützenliste fehlt ihm nur noch ein Tor auf Antoine Griezmann, der allerdings heute noch zum Einsatz kommt. Hier findest du aktuelle Quoten auf den EM-Torschützenkönig.


Der Gegner Portugals im EM Finale 2016 wird sich heute Abend herausstellen. Um 21 Uhr trifft der amtierende Weltmeister Deutschland im zweiten EM Semifinale auf Gastgeber Frankreich (zur Vorschau Deutschland – Frankreich).

Islands Team in Heimat empfangen

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1:1 gegen Portugal, 1:1 gegen Ungarn, 2:1 gegen Österreich, 2:1 gegen England – bis ins Viertelfinale schafften es die Isländer ohne Niederlage. Dann entpuppte sich allerdings Gastgeber Frankreich als zu starker Gegner. Dennoch eroberten die Wikinger sogar beim 2:5 gegen Les Bleus die Fanherzen im Sturm. Trotz klarem Rückstand gaben sich die Elf nie auf und kämpfte selbst beim Stand von 0:4 leidenschaftlich weiter. Zwei „Ehrentore“ waren der Lohn für den Einsatz – das Erreichen des EM Halbfinale beim ersten Antritt wäre zu viel des Guten gewesen.

Nach dem Spiel wurde das ganze Team noch minutenlang von den mitgereisten Fans im Stade de France gefeiert, Niederlage hin oder her. Bereits das Erreichen des Viertelfinales hatte der isländischen Nationalmannschaft vor Turnierstart niemand zugetraut, nun stellt der Inselstaat eines der acht besten Teams Europas. Während der Europameisterschaft Berühmtheit erlangten nicht nur Gylfi Sigurdsson, Kari Arnasson, Aron Gunarsson und Co sondern auch der exzentrische Kommentator des isländischen Fernsehens, Gudmundur Benediktsson.

Auch die Fans und ihr mittlerweile weltbekanntes „Huh“ haben einen Platz in jedem Rückblick auf die Europameisterschaft sicher. Bis zu 30.000 Anhänger reisten von der Insel nach Frankreich, um ihre Mannschaft anzufeuern. Zum Vergleich: Island hat gerade einmal 330.000 Einwohner.

Fast 20.000 – gefühlt die gesamte Bevölkerung – haben ihre Mannschaft nun bei ihrer Rückkehr in Island gefeiert. Bei einem Triumphzug durch die Straßen von Reykjavik jubelten Tausende den EM-Helden zu. Anschließend wurden die Spieler noch vor versammelter Anhängerschar am Hügel Arnarholl einzeln aufgerufen und gefeiert.

Nach einem wohlverdienten Urlaub werden die isländischen Helden Ende des Monats zu ihren Vereinen zurückkehren. Vielen Spielern steht aber wohl ein Karrieresprung bevor. Mit starken Leistungen haben sich einige, die noch bei kleineren Clubs unter Vertrag stehen, haben sich mit guten Leistungen in die Notizblöcke der Großen gespielt.

Eines ist aber klar: mit den Isländern ist auch in Zukunft zu rechnen. Dazu passt auch die mit einem Augenzwinkern zu lesende Aussage von Stürmer Kolbeinn Sightorsson: „Vielleicht wäre es ein bisschen zu viel gewesen, die EM gleich im ersten Versuch zu gewinnen. Aber es war ein wirklich tolles Turnier.“

Schon neun EM-Trainer zurückgetreten

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Neun Trainer sind bei der laufenden Europameisterschaft ein letztes Mal für das jeweilige Nationalteam auf der Bank gesessen. Drei davon haben bereits vor der Endrunde angekündigt, sich nach dem Turnier neuen Herausforderungen stellen zu wollen, die restlichen sechs die Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden ihrer Mannschaft gezogen und den Rücktritt eingereicht.

Antonio Conte
Clément Bucco-Lechat (CC BY-SA 3.0)

Zu jenen, die schon vor Turnierstart bekannt gaben, nach der EM ihre „Teamkarriere“ zu beenden, zählt Antonio Conte. Der italienische Nationalcoach brachte die Azzurri sensationell ins Viertelfinale und scheiterte nur knapp an Deutschland. Bereits im April wurde sein Wechsel zum FC Chelsea publik, sein Debüt auf der Trainerbank der Blues wird er in rund zwei Wochen geben.

Auch der Abschied von Schwedens Erik Hamren und Islands Lars Lagerbäck kommt nicht überraschend. Für beide war schon im Vorhinein klar, dass sie nach der Europameisterschaft andere ans Ruder lassen. In Schweden wird der 62-jährige Janne Andersson das Team zukünftig betreuen, bei Island übernimmt der bisherige Co-Trainer Heimir Hallgrimsson, im richtigen Leben Zahnarzt, die Agenden von Lagerbäck.

Aufgrund enttäuschender Leistungen zurückgetreten sind einige Trainer von EM-Teilnehmern, die bereits in der Gruppenphase ausgeschieden sind. Allen voran Mikhail Fomenko, der mit der Ukraine alle drei Spiele verlor und kein einziges Tor erzielte. Auch Leonid Slutski holte mit den Russen nur einen Punkt und gab folglich nach dem letzten Spiel das Ende seiner Amtszeit bekannt.

Anghel Iordanescu ist neuer Trainer von Rumänien
Ionutzmovie (CC BY-SA 3.0)

Anghel Iordanescu, Teamchef von Rumänien, kämpfte mit seiner Mannschaft bis zum letzten Spiel um den Einzug ins Achtelfinale, musste sich dann aber Albanien geschlagen geben. Trotz guter Leistungen gegen Frankreich und die Schweiz verkündete Iordanescu noch während des Turniers, dass er sich mit Verbandspräsident Razvan Burleanu über eine Auflösung des Vertrags geeinigt habe.

Pavel Vrba hatte Tschechien in der EM-Qualifikation noch sensationell auf den ersten Platz vor Island, der Türkei und Holland geführt, bei der Endrunde selbst dann aber enttäuscht. Tschechien landete in Gruppe D nur auf dem vierten Platz und holte lediglich einen Punkt. Der Rücktritt war die logische Konsequenz.

Vicente Del Bosque
Илья Хохлов (CC BY-SA 3.0)

Mit Vicente Del Bosque und Roy Hodgson erwischte es zwei weitere prominente Namen. Sowohl Del Bosque als auch Hodgson enttäuschten mit ihren Mannschaften schon bei der Weltmeisterschaft 2014, erhielten aber 2016 eine weitere Chance. Zwar schafften es Spanien und auch England ins Achtelfinale schieden aber dort gegen Italien bzw. Island aus. Für beide waren diese Spiele ihre letzten als Nationaltrainer.

Aktuell stehen auch noch weitere Nationaltrainer vor einem Rücktritt. Fatih Terim kündigte bereits an, dass er nach Ende der Europameisterschaft Platz machen könnte für einen Nachfolger. Auch Marc Wilmots, der mit Belgien an Wales scheiterte, wurde nach dem Aus kritisiert und sitzt nicht mehr fest im Sattel.

Personalprobleme bei Deutschland

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Erstmals hat Deutschland in einem Pflichtspiel gegen Italien gewonnen. Nach über 120 Minuten und 18 Elfmetern durfte der Weltmeister den Sieg und das Erreichen des Halbfinales feiern. Nachdem Jonas Hector seinen Strafstoß verwandelt hatte, kannte der Jubel keine Grenzen. Der Schütze und Tormann Manuel Neuer wurden anschließend von den Mitspielern und Fans umringt und geherzt. Den Sieg gegen Italien hat die DFB-Auswahl aber teuer bezahlt.

Denn vor dem Duell mit Frankreich muss Joachim Löw drei wichtige Spieler fix vorgeben, bei einem weiteren wird es ein Wettlauf gegen die Zeit. Mats Hummels kassierte nach einem Foul an Eder in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte die Gelbe Karte – seine zweite im laufenden Bewerb. Damit ist der Innenverteidiger im EM Halbfinale gesperrt und wird das Spiel nur von der Tribüne verfolgen können.

Für Mario Gomez ist das Turnier definitiv vorbei. Der Stürmer, der gegen Nordirland und die Slowakei traf, musste gegen Italien nach 72 Minuten verletzungsbedingt vom Feld. Eine erste Untersuchung ergab einen Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel. Der DFB bestätigte das EM-Aus für den 30-Jährigen, der am Finaltag 31 Jahre alt wird.

Neben Gomez befürchtet Deutschland zwei weitere Ausfälle. Sami Khedira musste am Samstag bereits nach 15 Minuten ausgewechselt werden und das restliche Spiel von der Bank verfolgen. Der Staubsauger vor der Abwehr zog sich eine Adduktorenverletzung im linken Oberschenkel zu, wie eine MRT-Untersuchung ergab. Ein Einsatz gegen Frankreich ist mittlerweile ausgeschlossen, für ein mögliches Finale könnte Khedira unter Umständen fit werden.

Auch Bastian Schweinsteiger könnte für das Semifinale ausfallen. Der Kapitän des DFB-Teams erhielt einen Schlag auf das rechte Knie und erlitt dabei eine Außenbandzerrung. Als Ersatz stünden Emre Can oder Julian Weigl parat.

Portugal steht im EM-Halbfinale

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Nach dem Sieg im Elfmeterschießen über Polen steht Portugal als erster Halbfinalist der Europameisterschaft 2016 in Frankreich fest. Und das ohne einen einzigen EM-Endrunden-Sieg in der regulären Spielzeit. Ein kurzer Rückblick auf das gestrige Spiel und ein Ausblick auf das EM-Halbfinale.

Polen – Portugal 4:6 nach Elfmeterschießen

Besser hätte die Partie für Polen eigentlich nicht starten können: Bereits nach exakt 100 Sekunden brachte Robert Lewandowksi seine Mannschaft mit 1:0 in Führung und sorgte damit für das zweitschnellste Tor der EM-Geschichte. Für den polnischen Superstar war es der erste Treffer bei der EM-Endrunde in Frankreich.  Doch der 35-Millionen-Neuzugang des FC Bayern München Renato Sanchez brachte die Portugiesen nach schönem Doppelpass mit Nani in der 33. Minute zurück ins Spiel.

Nach dem 1:1 Ausgleich blieben große Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Lediglich in der Schlussphase fand Weltstar Cristiano Ronaldo zwei gute Möglichkeiten vor, um das Spiel zu entscheiden. So ging die Partie nach 90 Minuten in die Verlängerung, welche bis auf einen auf den Platz gestürmten Flitzer keine nennenswerten Höhepunkte bot. Im anschließenden Elfmeterschießen verwandelten alle Schützen ihren Elfer souverän – bis auf Jakub Blaszczykowski.

Im Halbfinale wartet Belgien oder Wales

Portugal steht damit als erster Teilnehmer im EM Semifinale fest und ist damit gleichzeitig die erste Mannschaft, die es geschafft hat, ohne einen einzigen Sieg nach 90 Spielminuten bei einer WM- oder EM- Endrunde in die Runde der besten vier Teams einzuziehen. Im Halbfinale wartet nun am 6. Juli entweder Belgien oder Wales. Im EM Finale würde die noch ungeschlagene Selecao Das Quinas entweder auf Italien, Deutschland, Frankreich oder Island treffen.