EM 2020 Kader der Schweiz im Check

Es ist wieder einmal so weit: Ein großes Turnier steht an und die Schweiz denkt mit Blick auf den eigenen Kader, dass einiges möglich sein müsste. Schließlich ist man in keinem Mannschaftsteil wirklich schlecht aufgestellt. In der Vergangenheit setzte es dann aber wiederholt Enttäuschungen.

Kann bei der Fußball EM 2020 dieser Kreislauf großer Hoffnungen und noch größerer Enttäuschungen endlich gebrochen werden? Wir werfen hier einen Blick auf den vermutlichen EM-Kader der Schweiz und wagen eine Prognose. Die Schweiz trifft in EM Gruppe A auf Italien, die Türkei und Wales.

Spielplan der Schweiz bei der EM 2020

Dat. Uhrzeit Match Ergebnis Spielort
Sa, 13.06.2020 15:00 Wales – Schweiz -:- 🇦🇿 Baku
Mi, 17.06.2020 21:00 Italien – Schweiz -:- 🇮🇹 Rom
So, 21.06.2020 18:00 Schweiz – Türkei -:- 🇦🇿 Baku

Die Schweiz in der Tabelle

 

Vladimir Petkovic richtete seine Formation in der Vergangenheit gerne nach dem Gegner aus. Zum Einsatz kommen dabei ein 3-4-2-1 und ein 4-2-3-1. Gelegentlich läuft die Nati auch in einem flachen 3-4-3 auf.

Diese taktische Flexibilität und die Wechsel von Systemen innerhalb eines Spiels werden wir vermutlich auch bei der Europameisterschaft innerhalb eines Spiels erleben können.

Europameisterschaft Bilanz der Schweiz

Die Qualifikation für die EURO meisterte die Schweiz nicht ganz ohne große Mühe, am Ende aber doch relativ souverän. Die Eidgenossen verloren nur eine Partie (0:1 gegen Dänemark) und ging in fünf der acht Partien als Sieger vom Platz.

In der Finalrunde der Nations League waren die Auftritte gemischt. Zwar verlor die Schweiz sowohl das Halbfinale gegen Portugal wie auch das Spiel um Platz 3 gegen England – letzteres aber erst im Elfmeterschießen. Anders als gegen den Gastgeber zeigte die Nati gegen die Three Lions eine gute Vorstellung.

Der mögliche Schweiz EM 2020 Kader

Endgültig feststehen wird der EM Kader der Schweiz erst Ende Mai bzw. Anfang Juni. Anfang Mai gibt Teamchef Vladimir Petkovic sein erweitertes Aufgebot bekannt, welches dann auf 23-Mann gekürzt werden muss.

Tor

Im Tor ist klar, dass Gladbachs Yann Sommer spielen wird. Der 31-Jährige ist seit Jahren die Nummer 1 der Schweiz. Verletzen sollte er sich allerdings nicht, da die Alternativen Jonas Omlin (FC Basel) und Yvon Mvogo (RB Leipzig) längst nicht sein Niveau haben.

Mit BVB-Goalie Roman Bürki hätte die Schweiz zwar noch eine richtig starke Option in der Hinterhand, der 29-Jährige hatte sich aber im letzten Jahr aus der Nati zurückgezogen. Ob er 2020 wieder in das Aufgebot der Eidgenossen zurückkehren wird, ist noch nicht sicher.

Verteidigung

In der Abwehr ist die Schweiz gut aufgestellt. Die Deutschland-Legionäre Manuel Akanji (Borussia Dortmund) und Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach) werden wohl die Innenverteidigung bilden. Als Linksverteidiger ist Ricardo Rodriguez (AC Milan) gesetzt. Loris Benito (Bordeaux) gilt als sein Ersatzspieler.

Sollte die Schweiz aber mit einer Dreierkette auflaufen, könnte der 27-Jährige Rodriguez auch im linken Mittelfeld oder in der Innenverteidigung zum Zug kommen. Für die zentrale Abwehrposition stünde ansonsten noch Fabian Schär (Newcastle) bereit.

Die rechte Abwehrseite gehört dem Schweizer Nationalkapitän Stephan Lichtsteiner (FC Augsburg).  Als Backup wartet Kevin Mbabu vom VfL Wolfsburg auf seine Chance.

💸 Zu den EM-Quoten 💸 

Mittelfeld

Das Mittelfeld ist das Glanzstück des EM-Kaders der Nati. In einem 3-4-1-2 System dürfte links Ricardo Rodriguez auflaufen, rechts wohl Stephan Lichtsteiner. Im defensiven Mittelfeld ist Granit Xhaka gesetzt. Der 27-Jährige sollte aber unbedingt bis zum Turnierstart noch zu seiner alten Form zurückfinden. Beim FC Arsenal spielte er in der Saison 2019/20 überwiegend schwach.

Im zentralen Mittelfeld bieten sich für Teamchef Vladimir Petkovic mehrere Optionen. Denis Zakaria (Borussia Mönchengladbach) und Remo Freuler (Atalanta Bergamo) haben vermutlich die besten Karten auf einen Platz in der Startelf. Weitere Alternativen lauten Djibril Sow (Eintracht Frankfurt) und Edimilson Fernandes (Mainz 05).

Angriff

In der offensiven Dreierkette hat Liverpool-Spieler Xherdan Shaqiri seinen Platz sicher. Der 28-Jährige wird dabei entweder im offensiven Mittelfeld, also als klassischer 10er, oder Rechtsaußen auflaufen und für die kreativen Akzente im Spiel der Nati sorgen.

Sollte Shaqiri auf der Spielmacherposition eingesetzt werden, dann wird rechtsaußen ziemlich sicher der 23-jährige Breel Embolo zu finden sein. Eine weitere Option für die rechte Außenbahn wäre Renato Steffen (VfL Wolfsburg). Linksaußen kommen Steven Zuber (Hoffenheim) oder Admir Mehmedi (VfL Wolfsburg) in Frage, wobei letzterer sehr vielseitig eingesetzt werden kann.

In der Mittelstürmerposition geht nichts über Haris Seferovic (Benfica Lissabon). Josip Drmic (Norwich City) und Albian Ajeti (West Ham United) müssen sich ziemlich sicher mit der Joker-Rolle im Schweiz EM 2020 Kader zufrieden geben.

Das Schweizer Nationalteam bei der EURO 2020

Die wichtigsten Infos 🇨🇭 Schweiz
Trainer Vladimir Petkovic 🇨🇭
Größter Erfolg Viertelfinale WM 1934/1938/1954
Rekordtorschütze Alex Frei (42 Tore)
Rekordspieler Hein Hermann (118 Länderspiele)
Wertvollster Spieler Denis Zakaria (45 Mio. €, Stand: 22.01.20)
Gesamtmarktwert 262 Mio. € (Stand: 22.01.20)
Spitzname Nati
FIFA-Weltrangliste 12. Platz (Stand: 20.02.20)
Höchster Sieg 9:0 gegen Litauen (1924)
Höchste Niederlage 0:9 gegen England/Ungarn (1909/1911)
EM-Teilnahmen 6 (inkl. EM 2020)

Welche jungen Spieler der Nati können sich bei der EM ins Rampenlicht spielen?

Mega-Talente sind bei der Schweiz Mangelware. Die jüngsten Spieler, die das Team wohl zum Turnier bringen wird, sind nicht unter 22 Jahre alt. Allerdings hat die Nati einige Spieler in den eigenen Reihen, die beim Turnier 22 bis 24 Jahre alt sind und schon sehr weit sind.

Dies gilt beispielsweise für die Innenverteidigung – Akanji ist 24 und Elvedi 23 Jahre alt. Zakaria und Sow im Mittelfeld sind bei Turnierbeginn ebenfalls 23 Jahre alt. Das gleiche gilt für Gladbach-Angreifer Breel Embolo. All diese Spieler könnten sich bei der EURO für höhere Aufgaben empfehlen.

🗓️ Gesamter EM-Spielplan 🗓️

Abgesehen von Kapitän Stephan Lichtsteiner (36) ist aber kein Akteur wirklich alt. Dies ist gut für die Schweiz: Es handelt sich um eine bereits gewachsene Mannschaft, die noch über einige Jahre in dieser Form zusammenspielen kann.

Hat die Schweiz Chancen auf den EM-Titel?

Wie gut sind aber nun die Chancen bei der EURO 2020. Die Schweiz trifft in der Gruppe A auf Italien, Wales und die Türkei und hat damit keine einfache Gruppe erwischt. Bis auf gegen Italien ist die Schweiz in keiner Partie klarer Außenseiter. Echter Favorit sind die Eidgenossen allerdings auch in keinem der Spiele.

Es ist deshalb durchaus möglich, dass die Schweiz die Gruppe gewinnt, Zweiter wird, als bester Dritter ins EM 2020 Achtelfinale aufsteigt oder auch sang- und klanglos als Dritter und Vierter ausscheidet. Die Tagesform wird eine erhebliche Rolle spielen.

Sollte die KO-Runde erreicht werden, könnte die Schweiz auf die Niederlande, Belgien, Österreich oder Dänemark treffen. Als bester Gruppendritter drohen die Gegner der EM Gruppe F – also Deutschland, Portugal oder Frankreich. Der ganz große Wurf ist im Angesicht dieser Konkurrenz eher nicht zu erwarten – aber so etwas hat Kroatien vor der WM 2018 auch gehört.

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