Japan-Kader im WM 2018 Check

Seit der erstmaligen Qualifikation 1998 war Japan bei jeder Weltmeisterschaft mit von der Partie. Nachdem die Samurai Blue 2002 und 2010 bis ins Achtelfinale vordringen konnte, musste man in 2014 Brasilien nach der Gruppenphase ohne Sieg wieder die Heimreise antreten.

Und auch danach lief es für die Blue Samurai alles andere als optimal: Nach dem enttäuschenden Aus beim Asien Cup im darauffolgenden Jahr einigte man sich im japanischen Verband darauf, Teamchef Javier Aguirre zu entlassen. Sein Nachfolger Vahid Halilhodžić scheint besser mit dem Team zurechtzukommen und schaffte auf Anhieb die Qualifikation für Russland 2018.

Wir werfen im Folgenden einen Blick auf den japanischen WM-Kader und analysieren, wie es um die Chancen Japans bei der Endrunde steht.

Die japanische Nationalmannschaft

  • Trainer: Vahid Halilhodžić (Bosnien & Herzegowina)
  • Größte Erfolge: Vierfacher Asienmeister (1992, 2000, 2004, 2011)
  • Rekordtorschützen: Kunishige Kamamoto (75)
  • Rekordspieler: Yasuhito Endō (96 Einsätze)
  • Teuerster Spieler: Shinji Kagawa (13 Mio. Euro Marktwert laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: Samurai Blue
  • FIFA Weltrangliste: 44. Platz (Stand 16. Okotber 2017)
  • Höchster Sieg: Japan – Philippinen 15:0 (1967)
  • Höchste Niederlage: Japan – Philippinen 2:15 (1917)
  • WM-Teilnahmen: 6 (1998, 2002, 2006, 2010, 2014, 2018)

Japanischer WM-Kader 2018

Seit 2015 ist Vahid Halilhodžić Trainer der japanischen Nationalmannschaft. Der Bosnier konnte sich bei der WM-Endrunde 2014 als Teamchef der algerischen Nationalelf einen Namen machen. Die Nordafrikaner erreichten dabei sensationell zum ersten Mal in der Geschichte die Achtelfinalrunde, in der die Samurai Blue jedoch dem späteren Weltmeister Deutschland unterlag.

Vahid Halilhodžić ist dafür bekannt einen defensiv geprägten Spielstil zu praktizieren, bei dem mit schnellem Konterspiel Nadelstiche gesetzt werden.Bis zur WM mag es zwar noch ein weiter Weg sein, doch wir wollen euch schon mal zeigen, welche Spieler sich gute Chancen auf einen Start bei der Endrunde in Russland ausrechnen dürfen. Wir gehen einmal den japanischen Kader nach Positionen durch.

Tor

Im Tor der japanischen Nationalelf steht wie auch schon bei der Endrunde 2014 der Routinier Eiji Kawashima vom französischen Erstligisten FC Metz. Als Backups haben Masaaki Higashiguchi (Gamba Osaka) sowie das Torwarttalent Kosuke Nakamura vom J-League Club Kashiwa Reysol gute Chancen, in Russland Teil des japanischen Teamkaders zu sein.

Verteidigung

In der Innenverteidigung ist Abwehrchef Maya Yoshida vom FC Southampton gesetzt. Dieser hat alle Partien in der asiatischen WM-Qualifikation 2018 bestritten. Neben Yoshida ist Masato Morishige (FC Tokyo) als zweiter Innenverteidiger gesetzt. Als Ersatz auf der IV-Position steht Gen Shoji (Kashima Antlers) bereit.

Auch die Außenverteidiger-Positionen sind bei den Japanern klar besetzt. Yuto Nagatomo (Inter Mailand) auf links und und Hiroki Sakai auf rechts (Olympique Marseille) haben ebenso wie Innenvertediger Yoshida alle Qualifikationsspiele bestritten. Daneben haben Gotoku Sakai (Hamburger SV) und Shintaro Kurumaya (Kawasaki Frontale) die besten Chancen im Teamkader für Russland zu stehen, wobei Sakai auch im ZDM eingesetzt werden kann.

Mittelfeld

Im defensiven Mittelfeld neigt Teamchef Halilhodžić dazu, stark zu variieren. Wahlweise mit einer Doppelsechs oder nur einem ZDM agierend, kam bisher am häufigsten Hotaru Yamaguchi (Cerezo Osawa) zum Einsatz. Sofern Routinier Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt) bei der WM-Endrunde fit ist, ist der Deutschland-Legionär allerdings im zentralen Mittelfeld gesetzt. Gleiches gilt auch für Gaku Shibasaki vom FC Getafe.

Zudem kämpfen auch Yosuke Ideguchi (Gamba Osaka), Yasuyuki Konno (Gamba Osaka) und Yuki Kobayashi um einen Platz im japanischen WM-Kader und um einen Startplatz im zentralen Mittelfeld.

Im offensiven Mittelfeld ist BVB-Superstar Shinji Kagawa natürlich gesetzt. Spannend wird, ob Routinier Keisuke Honda (CF Pachuca) auch nach Russland mitfahren darf. Dieser steht nach seinem Wechsel in die mexikanische Liga nicht mehr unbedingt im Rampenlicht.

Angriff

Im Angriff setzt Teamchef Halilhodžić meist auf eine Solospitze neben schnellen Flügelspielern. Die besten Chancen auf einen Platz als Mittelstürmer haben dabei Yuya Osake vom 1. FC Köln oder Shinji Okazaki von Leicester City. Als Backup auf der Mittelstürmerposition könnten Yoshinori Muto (Mainz 05) oder Takuma Asano (VfB Stuttgart) im japanischen WM-Kader agieren.

Links außen ist Genki Haraguchi von Hertha BSC so gut wie gesetzt. Als größter Konkurrent auf der Position am linken Flügel gilt Takashi Inui (SD Eibar). Rechts außen hat Yuya Kubo (KAA Gent) gute Chancen auf einen Platz in der Startelf.

Japans Talente für die WM 2018

Mit einem aktuellen Altersdurchschnitt von 26,8 Jahren zählt der japanische Kader zu den jüngeren. Speziell für jene Spieler die noch nicht den Sprung in die europäischen Topligen geschafft haben, kann die WM ein Sprungbrett darstellen.

Besonderes Augenmerk sollte man dabei dem Jungstar Yosuke Ideguchi von Gamba Osaka schenken. Der zentrale Mittelfeldspieler feierte im Juni sein Nationalteamdebüt und kam in der WM-Quali regelmäßig zum Einsatz. Beim 2:0 Quali-Sieg gegen Australien erzielte Ideguchi seinen ersten Treffer für die Samurai Blue, welcher durchaus als sehr sehenswert bezeichnet werden darf.

Japans Chancen bei der WM Endrunde

Japan verfügt an sich über eine gute Mischung aus Routiniers, gestandenen Spielern in europäischen Top-Vereinen und vielversprechenden jungen Talenten. Geht man von der bestmöglichen Startaufstellung aus, kann das japanische Nationalteam um den Einzug in die Achtelfinalrunde sicher ein Wörtchen mitreden.

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