Mexikos Kader & Chancen bei der WM 2018

Anfang September 2017 konnte sich Mexiko als fünftes Team sein Ticket zur WM in Russland 2018 sichern. Als traditionell aussichtsreichster Kandidat konnte Mexiko in der CONCACAF WM-Quali mal wieder seine Favoritenrolle bestätigen.

El Tri, so der Spitzname des mexikanischen Nationalteams, konnte als Teilnehmer des Confed Cups 2017 schon einmal für den Ernstfall proben. Die Mexikaner erreichten bei der Generalprobe für die WM immerhin das kleine Finale, in dem sie sich schlussendlich jedoch Portugal geschlagen geben mussten.

Die mexikanische Nationalmannschaft

  • Trainer: Juan Carlos Osorio (Kolumbien)
  • Größte Erfolge: 10-facher CONCACAF Gold Cup Sieger (zuletzt 2015); Confed Cup Sieger 1999
  • Rekordtorschütze: Chicharito (48 Tore)
  • Rekordspieler: Claudio Suárez (177 Einsätze)
  • Teuerster Spieler: Chicharito (18 Mio. Euro Marktwert laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: El Tri
  • FIFA Weltrangliste: 16. Platz (Stand 16. Oktober 2017)
  • Höchster Sieg: Mexiko – Bahamas 13:0 (1987)
  • Höchste Niederlage: England – Mexiko 8:0 (1961)
  • WM-Teilnahmen: 16 (inkl. WM 2018)

Mexikos Fußball-WM Nationalteam

Bei der letzten WM in Brasilien war El Tri neben Kolumbien und Costa Rica eine der positivsten Überraschungen. Im Achtelfinale waren die Mexikaner nach einem Treffer von Giovani Dos Santos drauf und dran die favorisierten Holländer aus dem Wettbewerb zu werfen.

Ehe ein später Ausgleich von Sneijder (88.) und ein umstrittener Elfmeter von Huntelaar (94.) die Partie doch noch zu Gunsten der Oranje entschieden und den Traum der Mexikaner vom dritten Viertelfinaleinzug nach 1970 und 1986 jäh beendeten.

Besonders bitter: Für Mexiko war es nach 1994, 1998, 2002, 2006 und 2010 das sechste Ausscheiden im Achtelfinale bei den letzten sechs WM Endrundenteilnahmen.

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Charakteristisch für das mexikanische Nationalteam unter Osorio sind vor allem Kampfgeist, hohe Laufbereitschaft und aggressives, phasenweise oft hektisch anmutendes Pressing, das den Spielfluss des Gegners stört, oftmals aber auch Unruhe in das eigene Spiel bringt.

Das mexikanische Team wird daher auch oft als Wundertüte bezeichnet – an einem schlechten Tag kann man beispielsweise schon einmal gegen Chile mit 0:7 untergehen, wie zuletzt bei der Copa America 2016.

Wie auch in den letzten Jahren ist es das erklärte Ziel von El Tri endlich den Achtelfinalfluch zu brechen. Wir werfen einen Blick auf jenen Kader, der möglicherweise in Russland an den Start gehen wird um die Mission Viertelfinaleinzug zu schaffen.

Mexikos möglicher WM-Kader 2018

Tor

Im Tor setzt Osorio auf die Routine von Guillermo Ochoa von Standard Lüttich. Der Torhüter, der in Brasilien seine Gegner mit sehenswerten Paraden zur Verzweiflung trieb, gilt im Tor von El Tri als gesetzt.

Als Backup fungiert Alfredo Talavera (Deportivo Toluca). Um den Platz als dritter Tormann kämpfen wohl José de Jesús Corona (CD Cruz Azul) sowie Rodolfo Cota (Deportivo Guadalajara).

Verteidigung

Nachdem die Nationalteamkarriere von Routinier und Ex-Kapitän Rafael Marquez wohl vorerst ein unschönes Ende genommen hat, setzte Osorio in der WM-Qualifikation zumeist auf eine Viererkette deren Besetzung jedoch häufig wechselte.

In der Innenverteidigung kämpfen Héctor Moreno (AS Roma), Néstor Araujo (Santos Laguna) und Diego Reyes (FC Porto) um einen Platz in der Startelf, wobei Moreno und Araujo meist den Vorzug erhalten. Osorio besetzt aber häufig auch die Außenpositionen in der Defensive mit gelernten Innenverteidigern, sodass phasenweise alle drei IV zum Einsatz kommen.

Des Weiteren haben die Innenverteidiger Carlos Salcedo (Eintracht Frankfurt), Hugo Ayala (Tigres UANL) und Oswaldo Alanís (Dep. Guadalajara) gute Chancen, für den mexikanischen WM-Kader nominiert zu werden

Mittelfeld

Im zentralen defensiven Mittelfeld ist Routinier Andrés Guardado von Real Betis Sevilla gesetzt. Je nach Aufstellung neben oder vor ihm spielen meist außerdem Héctor Herrera (FC Porto) und Jonathan Dos Santos von LA Galaxy. Als Backup kann Osorio zudem noch auf den jungen Érick Gutiérrez (CF Pachuca) zurückgreifen.

Als einziger gelernter Außenverteidiger kam bisher Miguel Layun (FC Porto) meist auf der Position des Linksverteidigers zum Einsatz.

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Angriff

Teamchef Osorio spielt meist mit einem Angriffstrio, das in der Regel aus den Fixstartern Chicharito (West Ham) und Raul Jimenez (Benfica Lissabon) besteht und durch einen der vielen Flügelspieler, die im mexikanischen Kader stehen, komplettiert wird.

Die besten Chancen in Russland dabei zu sein, haben dabei aller Voraussicht nach Carlos Vela (Real Sociedad), Giovani Dos Santos (LA Galaxy), Jesús Corona (FC Porto) und Hirving Lozano (PSV). Da Osorio jedoch in der Spitze oft die Konstellationen variiert, haben Spieler wie Javier Aquino oder der Deutsch-Mexikaner Jürgen Damm durchaus auch Chancen auf ein WM Ticket.

Mexikos Talente für die WM 2018

Mit einem relativ hohen Durchschnittsalter verfügt El Tri zwar über einiges an Erfahrung, Teamchef Juan Carlos Osorio setzt jedoch vor allem in der Offensive auch zunehmend auf junge Spieler.

Hervorzuheben ist dabei das Jungtalent Hirving Lozano, der zurzeit bei PSV Eindhoven unter Vertrag steht. Lozano hat 2016 sein Debüt unter Osorio bestritten und kam seitdem immer wieder zu Einsätzen. In der WM-Quali konnte der antrittsschnelle Flügelspieler, der oft als Joker eingesetzt wird, den entscheidenden Treffer beim wichtigen 1:0 Sieg über Panama erzielen.

Auch in der Eredivisie zeigte Lozano mit starken Leistungen auf. Kann er seine aktuelle Form auch weiterhin bestätigen, so wird Lozano bei der WM in Russland die Chance bekommen, auch auf der ganz großen Bühne zu zeigen was er drauf hat.

Mexikos Chancen bei der WM-Endrunde

Um das Achtelfinal-Trauma endlich zu überkommen, wird Mexiko mehr Konstanz brauchen, als dies zuletzt der Fall war. Die häufig wechselnden Lineups von Teamchef Osorio zeigen, dass er noch nicht die richtige Abstimmung gefunden hat.

Wie so oft gilt für Mexiko, dass das Talent in ausreichendem Maße vorhanden ist, es jedoch oft noch an der Umsetzung fehlt. Kann Osorio diese Probleme in den Griff bekommen, muss man Mexiko auch 2018 wieder für die KO-Phase auf der Rechnung haben.

Auch wenn Mexiko auf die ganz Großen des internationalen Weltfußballs wohl noch ein Stück weit die Klasse fehlt, konnte der nun 16-fache Endrundenteilnehmer schon in der Vergangenheit unter Beweis stellen, dass er ein höchst unangenehmer Gegner ist.

>>> WM-Mannschaften 2018.