Der Kader von Uruguay bei der WM 2018

Lange ist es her, als Uruguay die Fußballwelt beherrschte. Als Gastgeber der ersten WM-Endrunde 1930 und gleichzeitig erster Titelträger kann die „Celeste“ auf eine imposante Tradition zurückblicken. 1950 kam ein weiterer WM-Titel dazu, als man in Brasilien den WM-Gastgeber mit einem 2:1-Erfolg schockte.

Doch erst in den vergangenen Jahren konnte sich Uruguay wieder in der führenden Fußballebene etablieren. Platz vier bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika bedeutete ein Wiederaufleben der alten südamerikanischen Spielkultur.

Flagge WM 2018 UruguayFlagge Saudi-ArabienURY vs. SAU- Tipp 1 / 1,18

Und auch bei der WM 2018 in Russland hat Uruguay gute Chancen, zumindest die K.o.-Phase zu erreichen. Denn in WM Gruppe A treffen die Südamerikaner auf die äußerst machbaren Gegner Russland, Ägypten und Saudi Arabien.

Uruguays WM-Spielplan 2018

 Dat. Start* Match Ergebnis Stadion
15.06.18 14:00 Ägypten – Uruguay 0:1 Jekaterinburg-Arena
20.06.18 17:00 Uruguay – Saudi-Arabien 1:0 Rostow-Arena
25.06.18 16:00 Uruguay – Russland -:- Samara-Arena

*Alle Zeitangaben nach mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ)

 

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Uruguay in der Tabelle der WM Gruppe A

Infos zur uruguayischen Nationalmannschaft

  • Trainer: Oscar Tabarez (Uruguay)
  • Größter Erfolg: Weltmeister 1930, 1950
  • Rekordtorschütze: Luis Suarez (48 Tore)
  • Rekordspieler: Maxi Pereira (124 Einsätze)
  • Wertvollster Spieler: Luis Suarez (70 Mio. € Marktwert laut transfermarkt.de)
  • Gesamtmarktwert: 373 Mio. € (laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: La Celeste
  • FIFA-Weltrangliste: 14. Platz (Stand: 07.06.2018)
  • Höchster Sieg: Uruguay – Bolivien 9:0 (1927)
  • Höchste Niederlage: Uruguay – Argentinien 0:6 (1902)
  • WM-Teilnahmen: 13 (inklusive WM 2018)

Uruguays WM-Aufgebot in der Analyse

Der WM-Kader von Uruguay wird natürlich von den Top-Stürmern Edison Cavani und Luis Suarez angeführt. Doch auch viele weitere Top-Spieler wie Diego Godin, Jose Gimenez oder Matias Vecino finden sich im Aufgebot der Südamerikaner wieder.


Das vorläufige WM-Aufgebot von Uruguay: 

TOR: Fernando Muslera (Galatasaray), Martin Silva (Vasco da Gama), Martin Campana (Independiente)

VERTEIDIGUNG: Diego Godin (Atletico Madrid), Sebastian Coates (Sporting Lissabon), Jose Maria Gimenez (Atletico Madrid), Maximiliano Pereira (FC Porto), Gaston Silva (Independiente), Martin Caceres (Lazio Rom), Guillermo Varela (Penarol)

MITTELFELD: Nahitan Nandez (Boca Juniors), Lucas Torreira (Sampdoria), Matias Vecino (Inter Mailand), Rodrigo Bentancur (Juventus), Carlos Sanchez (Monterrey), Giorgian De Arrascaeta (Cruzeiro), Diego Laxalt (Genoa), Cristian Rodriguez (Penarol), Urreta (Monterrey)

ANGRIFF: Cristhian Stuani (Girona), Maximiliano Gomez (Celta Vigo), Edinson Cavani (PSG), Luis Suarez (Barcelona)


Bei Uruguay ist die Kadertiefe klar strukturiert. Fällt einer der Superstars aus, gibt es keinen adäquaten Ersatz im Team. Uruguay hat in der „ersten“ Startformation Spieler mit Weltklasse-Format.

Muss ein Akteur aus dieser Elf ersetzt werden, sieht es meist mager aus. Die Backups sind gute Spieler, können aber eine Partie nicht so mitentscheiden, wie es beispielsweise ein Godin oder Maxi Pereira macht.

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Dabei sind die „Urus“ keineswegs tänzelnde oder vor Technik strotzende Kicker wie jene von Argentinien oder Brasilien.

Vielmehr dominiert bei Uruguay der Kampf im Spiel nach vorne. Einsatz wird bei den Himmelblauen groß geschrieben, somit gibt es – besonders bei Spielen gegen den Rivalen Argentinien – nicht selten grenzwertige Härteeinlagen. Jedoch Uruguay hat sich in dieser Hinsicht gebessert. Allein die Sturmreihe mit Suarez/Cavani verspricht Fußball vom Feinsten.

Ein wichtiger Punkt ist bei Uruguay ebenfalls eingekehrt: Kontinuität. Seit Jahren tragen dieselben Spieler das Dress in Himmelblau und auch beim Trainer gab es nie Diskussionen. Oscar Tabarez ist seit 2006 der starke Mann an der Seitenlinie. Sein Name ist eng mit dem Aufschwung Uruguays verbunden.

Mögliche WM-Aufstellung von Uruguay

Tor

Im Tor der uruguayischen Nationalmannschaft gibt es eine klare Nummer eins: Fernando Muslera (Galatasary Istanbul) ist unumstritten und wird in Russland seine dritte WM als Einser-Goalie der Urus bestreiten. Der 31-jährige Keeper gilt als Ruhepol in seinem Verein und ist sowohl im Nationalteam, als auch beim türkischen Spitzenklub eine Legende.

Der 35-jährige Martin Silva (Vasco da Gama) gilt als Nummer zwei im Tor von Uruguay, dritter Torhüter ist Martin Campaña (CA Independiente de Avellaneda).

Abwehr

Innenverteidiger Diego Godin (Atletico Madrid) ist das Herzstück der Abwehr von Uruguay. Der mittlerweile 32-Jährige ist nicht nur eine Bank auf der Verteidigerposition, sondern ist als Kapitän eine der Leader-Figuren im uruguayischen Nationalteam. Seine starken Leistungen beim Verein und im Nationalteam lassen von großen Erfolgen träumen.

Neben Godin ist Klubkollege Jose Gimenez (Atletico Madrid) in der Innenverteidigung gesetzt. Auf der Bank nimmt Sebastian Coates (Sporting Lissabon) Platz.

Der 34-jährige Maxi Pereira (FC Porto) ist nicht nur der Rekordspieler seines Landes, er ist auch die Top-Besetzung für die rechte Abwehrseite. Der Defensivmann besticht durch solide Abwehrarbeit und verfügt dabei über einen ausgeprägten Offensivdrang. Nicht selten schaltet er sich über rechts in das Mittelfeld mit ein.

Sein Backupspieler ist Martin Caceres (Lazio Rom), der als defensives Allroundtalent sowohl rechts und links in der Abwehr, als auch im Zentrum eingesetzt werden kann. Mit Guillermo Varela (Penarol) steht ein weiterer gelernter Rechtsverteidiger im Kader von Uruguay.

Auf der linken Abwehrseite dürfte mit dem 24-jährigen Gaston Silva (Independiente) ein starker junger Abwehrmann auflaufen.

Mittelfeld

Im rechten Mittelfeld spielte Carlos Sanchez (Monterey CF) eine solide WM-Qualifikation. Er gilt als schneller Seitenspieler, der mit seinen Flanken die Sturmspitzen bedienen soll. Der 28-jährige Urreta (Monterrey) steht als Ersatzspieler bereit.

Der ehemalige Atletico-Wirbelwind und jetzige Penarol-Rückkehrer Cristian Rodriguez ist im linken Mittelfeld gesetzt. Eine weitere Option auf der linken Seite ist Diego Laxalt (FC Genua).

Im zentralen Mittelfeld stehen Teamchef Tabarez zahlreiche junge und talentierte Spieler zur Verfügung. Hier muss er sich zwischen den Italien-Legionären Matias Vecino (Inter Mailand), Rodrigo Bentancur (Juventus Turin) und Lucas Torreira (Sampdoria Genua) entscheiden. Doch auch Youngster Nahitan Nandez (Boca Juniors) brennt auf einem Einsatz im zentralen Mittelfeld.

Sollte Uruguay mit einem offensiven Mittelfeldmann auflaufen, dann kommt hier Giorgian De Arrascaeta (Cruzeiro) in Frage.

Angriff

Im Sturm der Uruguayer geht nichts ohne die beiden Topstars Edinson Cavani (PSG) und Luis Suarez (FC Barcelona). Wenn diese beiden Raketen in Form sind, können sich gegnerische Abwehrreihen warm anziehen.

Cavani gilt als kompromissloser Goalgetter und verfügt dabei über einen ausgeprägten Torinstink und eine nicht weniger vorhandene feine Technik. Bei Paris Saint Germain ist er der Starstürmer neben dem Brasilianer Neymar.

Luis Suarez ist das Gegenstück zu Edinson Cavani. Schnell und trickreich, ist doch der Barcelona-Goalgetter immer da, wo es brenzlig wird. Suarez besticht durch seine ausgeprägte Technik und hat gilt mit seinem Torriecher immer als Anwärter auf entscheidende Treffer.

Christian Stuani (Girona FC) hat als Ersatzspieler im Sturm schlechte Karten auf einen fixen Startplatz bei der Weltmeisterschaft. Gleiches gilt für den erst 21-jährigen Maximilano Gomez (Celta Vigo).

Uruguays „Players 2 Watch“ bei der WM 2018

Zwei Namen sind bei Uruguay die Hingucker bei dieser Weltmeisterschaft: Suarez und Cavani. Diese beiden Stürmer können allein ein Spiel entscheiden und haben bei ihren Klubs nicht umsonst tragende Rollen inne.

Weiters sollten Fußballfans auf die Abwehr achten. Uruguays Top-Defensivmänner Diego Godin, Maxi Pereira, Alvaro Pereira und Martin Caceres stehen für eine geordnete Defensive mit einem herausragenden Fernando Muslera im Tor.

Carlos Sanchez und Cristian Rodriguez  stellen im Mittelfeld die tragenden Säulen dar. Besonders durch Kampfkraft, gepaart mit Schnelligkeit können hier die Urus durchaus punkten.

Was schafft Uruguay bei der WM 2018?

Uruguay hat zwei Probleme zu bewältigen. Einerseits ist das Alter der Spieler etwas hoch. Andererseits hängt in der Offensive alles von den Superstars Suarez und Cavani ab. Sind diese beiden Topstars nicht in Form, stockt der Angriff der „Celeste“.

Jedoch sind nicht nur die Stürmer bei den Südamerikanern entscheidend, auch die Hintermannschaft hat wichtige Aufgaben. Die Defensive ist normalerweise ein Prunkstück der Urus, doch hier gilt das selbe wie im Angriff: Wenn hier ein Formtief herrscht, werden die Mannen von Trainer Oscar Tabarez schnell zur Schießbude. Zentral hat man starke Arbeiter, jedoch hier fehlt klar die Kreativität.

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Nationaltrainer Oscar Tabarez steht für Kontinuität, er vertraut auf bewährte und zum Teil auch routinierte Kräfte im Team. Einige Jungspieler drängen nach, jedoch verfügt Uruguay über eine zu starke erste Auswahl. Ein Manko: Die Positionen sind nicht adäquat doppelt oder dreifach besetzt. Fällt ein Stammspieler aus, ist der Ersatz meistens eine Klasse darunter angesiedelt.

Uruguay kann bei dieser Weltmeisterschaft überraschen. Spielen die Himmelblauen in Form, wird mit den Südamerikanern zu rechnen sein. Die Taktik mit einer gefestigten Hintermannschaft und starken Stürmern ging in der Südamerika-Qualifikation gut auf, jedoch bei der WM wird sich Uruguay steigern müssen.

Trotzdem bleibt allein mit dem Traumsturm Suarez/Cavani die Hoffnung aus Sicht von Uruguay auf eine tolle Weltmeisterschaft. Der Aufstieg ins Fußball-WM Achtelfinale 2018 dürfte mit den Gruppengegnern Russland, Ägypten und Saudi-Arabien jedenfalls durchaus machbar sein, ein Weiterkommen in das WM-Viertelfinale wird aber schwierig werden.

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