Russlands WM-Kader 2018 im Check

Als Gastgeber der WM 2018 ist Russland automatisch für die Endrunde qualifiziert, hat damit aber auch den nicht ganz unwesentlichen Nachteil, in den beiden Jahren vor dem Turnier keine Pflichtspiele zu bestreiten, den von nicht allen Teilnehmern komplett ernst genommenen Confederations Cup 2017 einmal ausgeklammert.

Die Erwartungen an die russische Mannschaft sind vor eigenem Publikum natürlich hoch, wobei mit Blick auf die jüngere Vergangenheit aber zu befürchten ist, dass das Turnier für die Sbornaja eher früher denn später beendet sein wird.

Nicht zuletzt deshalb, weil die Nachwuchsförderung erst in den letzten Jahren wieder intensiviert wurde, momentan aber nachrückende junge Spieler von hoher Qualität Mangelware sind.

Nachfolgend findet ihr alles Wissenswerte zur russischen Nationalmannschaft, eine Kaderanalyse und unsere Einschätzung zu den WM-Chancen der Sbornaja.

Die russische Nationalmannschaft

  • Trainer: Stanislaw Tschertschessow (Russland)
  • Größte Erfolge: EM-Halbfinale 2008
  • Rekordtorschütze: Alexander Kerschakow (30 Tore)
  • Rekordspieler: Sergei Ignaschewitsch (120 Einsätze)
  • Teuerster Spieler: Alan Dzagoev (Marktwert 14 Mio. Euro laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: Sbornaja
  • FIFA-Weltrangliste: 65. Platz (Stand 16. Oktober 2017)
  • Höchster Sieg: Liechtenstein – Russland 0:7 (2015)
  • Höchste Niederlage: Russland – Deutschland 0:16 (1912)
  • WM-Teilnahmen: 4 (1994, 2002, 2014, 2018)

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Der russische Kader im WM-Check

Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow wird seinen finalen Kader erst kurz vor Start der WM-Endrunde bekanntgeben. Wir wollen dennoch schon mal einen Blick darauf werfen, wie der Kader der Sbornaja im Sommer 2018 zusammengestellt sein könnte.

Tor

Im Tor ist Igor Akinfeev (ZSKA Moskau) als Kapitän der russischen Nationalmannschaft gesetzt. Dahinter stehen der eingebürgerte Guilherme (Lokomotiv Moskau) und Vladimir Gabulov (Arsenal Tula) als Ersatztorhüter bereit.

Verteidigung

In der Innenverteidigung ist Viktor Vasin (ZSKA Moskau) gesetzt, Giorgi Jikia hat gute Karten an dessen Seite aufzulaufen. Ruslan Kambolov (Rubin Kazan) oder Ilya Kutepov kämpfen ebenfalls um einen Platz in der Innenverteidigung.

Als linker Verteidiger könnte Fedor Kudryashov (Rubin Kazan) agieren, rechts hinten wird wohl Igor Smolnikov (Zenit St. Petersburg) auflaufen.

Mittelfeld

Im zentralen Mittelfeld ist der routinierte Denis Glushakov (Spartak Moskau) der Chef. Daneben hat Shootingstar Aleksandr Golovin (ZSKA Moskau) die besten Karten. Als Back-Up im zentralen Mittelfeld müssen wohl Aleksandr Erokhin (Zenit St. Petersburg) und der junge Aleksey Miranchuk herhalten.

Links außen der ehemalige FC Chelsea Profi Yuri Zhirkov (Zenit St. Petersburg) fix gesetzt, im rechten Mittelfeld baut Teamchef Tschertschessow zumeist auf Aleksandr Samedov (Spartak Moskau).

Sturm

Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2016 wurde Russlands Torjäger Alekander Kokorin aus dem russischen Kader aussortiert, nun stürmt zumeist Fedor Smolov (FK Krasnodar) als alleinige Spitze im Team.

Als Ersatz stehen Aleksandr Bukharov (FK Rostov) und Dmitri Poloz (Zenit St. Petersburg) parat.

Russlands Top-Talente für die WM 2018

Die Frage nach russischen Top-Talenten ist nicht ganz leicht zu beantworten. Den einen jungen Spieler, der als großer Hoffnungsträger für die Zukunft gilt, gibt es momentan de facto nicht. In den letzten Jahren haben sich aber zumindest einige Talente in den Fokus gespielt, denen bis zur WM-Endrunde eine positive Entwicklung und dann durchaus auch eine wichtige Rolle zuzutrauen ist.

Zu nennen ist an dieser Stelle sicherlich der junge Aleksandr Golovin, der sich aus der eigenen Jugend kommend im zentralen Mittelfeld von ZSKA Moskau einen Stammplatz gesichert hat. Auf den ganz großen Durchbruch wartet Golovin, der schon im Sommer 2015 sein Debüt in der Nationalelf feierte, aber noch.

Ebenfalls schon im Juni 2015 debütiert hat mit Aleksey Miranchuk ein weiterer Mittelfeldspieler, der aber offensiver als Golovin eingesetzt wird. Der Youngster gilt als größtes Talent von Lokomotiv Moskau, muss aber aus seiner Zehnerposition heraus noch mehr Torgefahr entwickeln.

Russlands Chancen bei der Fußball-WM 2018

Wie immer im Gastgeberland eines großen Turnieres ist auch in Russland die Vorfreude auf die WM-Endrunde groß, könnte allerdings durchaus größer sein. Ein Grund dafür ist sicherlich das nicht allzu große Vertrauen in die eigene Mannschaft, die zuletzt bei der EM 2016 in einer sicher nicht übermächtigen Gruppe mit England, Wales und der Slowakei mit nur einem Punkt Gruppenletzter wurde.

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Zwar ist nicht auszuschließen, dass sich mit Turnierbeginn eine Euphorie entwickelt, von der die Mannschaft profitiert und dadurch am Limit oder sogar darüber spielt.

Nüchtern betrachtet reicht die Qualität der Sbornaja aber nur bei einer günstigen Gruppenauslosung für das Achtelfinale. Für mehr wird es trotz des Heimvorteils kaum reichen.

Zu allen WM-Mannschaften 2018.