Russland schmeißt Spanien raus

Am zweiten Tag des WM-Achtelfinales ging es zweimal nicht nur in die Verlängerung, sondern sogar ins Elfmeterschießen.

Dabei gelang es Gastgeber Russland, mit Spanien einen hohen Favoriten aus dem Turnier zu kegeln. Im WM-Viertelfinale trifft die Sbornaja nun auf die Auswahl Kroatiens, die sich vom Punkt gegen Dänemark durchsetzte.

Spanien scheitert nach Elfmeterschießen

Die Hoffnung der meisten der 78.011 Zuschauer im Olympiastadion Luschniki in Moskau auf eine große Überraschung durch ihre Mannschaft erhielt einen frühen Dämpfer.

Bereits in der zwölften Minute ging der Favorit aus Spanien durch ein Eigentor des russischen Abwehrchefs Sergey Ignashevich, von dessen Wade der Ball während eines Zweikampfs mit Sergio Ramos unglücklich ins eigene Tor prallte, in Führung.

In der Folge hatte die Furja Roja alles unter Kontrolle, ehe Schiedsrichter Björn Kuipers in der 41. Minute zu Recht auf Elfmeter für Russland entschied, als Gerard Pique einen Kopfball von Artem Dzyuba mit der Hand blockte. Dzyuba trat selbst an und verwandelte sicher zum 1:1.

Nach dem Seitenwechsel spielte sich das Geschehen fast ausnahmslos in der russischen Hälfte ab, doch Spanien fand gegen die engmaschige Defensive der Gastgeber kaum Lücken. Nur selten kam es zu Abschlüssen, die aber harmlos blieben. Auf der anderen Seite gelangen Russland nur wenige Entlastungsangriffe, die aber oft frühzeitig verpufften.

Die Verlängerung war die logische Folge, in der sich das Spiel nahezu unverändert fortsetzte, wenngleich der eingewechselte Rodrigo Moreno im Deutschland-Trikot noch für etwas frischen Wind sorgte. Ein Treffer wollte aber auch ihm nicht gelingen, sodass die Entscheidung vom Punkt fallen musste.

Im Elfmeterschießen hatte dann die Sbornaja die besseren Nerven und verwandelte in Person von Fedor Smolov, Sergey Ignashevich, Aleksandr Golovin und Denis Cheryshev alle vier Strafstöße.

Für Spanien trafen Andres Iniesta, Gerard Pique und Sergio Ramos, wohingegen Koke an Torwart Igor Akinfeev scheiterte. Und der russische Schlussmann avancierte dann endgültig zum Mann des Tages, als er auch den letzten Elfmeter von Iago Aspas parierte. 

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Kroatiens Danijel Subasic avanciert zum Helden

Das zweite Halbfinale im Nischni Nowgorod Stadion begann turbulent. Es war keine Minute gespielt, als Matthias Jörgensen Dänemark im Anschluss an einen langen Einwurf von Jonas Knudsen schon in Führung gebracht hatte, doch nur drei Minuten später gelang Mario Mandzukic der schnelle Ausgleich für keineswegs geschockte Kroaten.

So munter ging es allerdings nicht einmal ansatzweise weiter. Vielmehr verflachte die Partie und abgesehen von wenigen Torchancen gingen beide Mannschaften nicht mehr wirklich ins Risiko.

Daran sollte sich auch in der Verlängerung nicht viel ändern – bis zur 116. Minute, als Matthias Jörgensen den durchgebrochenen Ante Rebic, der auch schon Torwart Kasper Schmeichel umkurvt hatte, nur per Notbremse stoppen konnte. Luka Modric trat zum Elfmeter an, scheiterte aber an Schmeichel und verpasst so eine Entscheidung vor dem Elfmeterschießen.

In diesem zeigten dann viele Schützen Nerven. Christian Eriksen und Lasse Schöne scheiterten für Dänemark am kroatischen Schlussmann Danijel Subasic, während Milan Badelj und Josip Pivaric im Kroatien-Trikot an Schmeichel scheiterten.

Weil die Dänen Simon Kjaer und Michael Krohn-Dehli ebenso trafen wie die Kroaten Andre Kamaric und Modric, der diesmal cool blieb, stand es nach jeweils vier Schützen unentschieden. Subasic parierte dann gegen Nicolai Jörgensen und Ivan Rakitic schoss Kroatien eine Runde weiter.

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Heute: Brasilien vs. Russland und Belgien vs. Japan

Am heutigen Montag geht es mit den Achtelfinal-Spielen Nummer fünf und sechs weiter, in denen es jeweils einen recht klaren Favoriten gibt. Zunächst trifft um 16 Uhr Brasilien in Samara auf Mexiko und um 20 Uhr bekommt es Belgien in Rostow mit Japan zu tun.

Nachdem sich Brasilien in den letzten beiden Partien schrittweise steigern konnte, darf man gespannt sein, ob die Selecao noch weiter zulegen kann. Mexiko, das zuletzt sechsmal in Folge im Achtelfinale gescheitert ist, hofft derweil auf eine ähnliche Leistung wie im ersten Gruppenspiel gegen Deutschland (1:0). Im Vergleich zum 0:3 gegen Schweden muss sich El Tri auf jeden Fall bedeutend steigern.

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Die belgische Nationalmannschaft hat derweil die Gruppenphase mit neun Punkten und 9:2-Toren sehr überzeugend gemeistert und deutlich gemacht, nicht von ungefähr zum Kreis der WM-Favoriten gezählt zu werden.

Gegner Japan kam mit vier Zählern nur dank der Fairplay-Wertung weiter und ist gegen Kevin de Bruyne & Co. sicherlich klarer Außenseiter.

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