Peru bei der WM 2018: Kader-Analyse

Zum ersten Mal seit 36 Jahren hat sich die peruanische Nationalmannschaft wieder für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. In den WM-Playoffs setzte sich das Team von Ricardo Gareca gegen Neuseeland durch und nimmt im Sommer 2018 zum fünften Mal in der Geschichte an einer Endrunde teil.

Bei der Fußball-WM in Russland muss das peruanische Nationalteam zwar gegen harte Gegner antreten, der Aufstieg in die K.o-Phase ist aber durchaus möglich. In WM Gruppe C 2018 trifft Peru auf Vize-Europameister Frankreich, Dänemark und Australien.

Flagge WM 2018 FrankreichFlagge PeruFRA vs. PER – Tipp 1 / 1,55

Perus Spiele bei der WM 2018

 Dat. Start* Match Ergebnis Stadion
16.06.18 18:00 Peru – Dänemark 0:1 Mordwinien-Arena
21.06.18 17:00 Frankreich – Peru -:- Jekaterinburg-Arena
26.06.18 16:00 Australien – Peru -:- Fisht-Stadion

*Alle Zeitangaben nach mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ)

 

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Peru in der WM-Tabelle Gruppe C

Die peruanische Nationalmannschaft auf einen Blick

  • Trainer: Ricardo Gareca (Argentinien)
  • Größter Erfolg: WM-Viertelfinale 1970, Copa-America Sieger 1939 & 1975
  • Rekordtorschütze: Paolo Guerrero (33 Tore)
  • Rekordspieler: Roberto Palacios (128 Einsätze)
  • Wertvollster Spieler: Andre Carrillo (6 Mio. € Marktwert laut transfermarkt.de)
  • Gesamtmarktwert: 38,53 Mio. € (laut transfermarkt.de)
  • Spitzname: La Blanquirroja / La Rojiblanca
  • FIFA-Weltrangliste: 11. Platz (Stand: 07.06.2018)
  • Höchster Sieg: Peru – Ecuador 9:1 (1938)
  • Höchste Niederlage: Brasilien – Peru 7:0 (1997)
  • WM-Teilnahmen: 5 (inklusive WM 2018)

Der Kader von Peru bei der WM 2018

Peru hat in der Vergangenheit einige Spieler hervorgebracht, die in Mitteleuropa und insbesondere in Deutschland einen schon legendären Status erreicht haben. Erinnert sei nur an Claudio Pizarro, der seit geraumer Zeit den Rekord als bester ausländischer Torschütze der deutschen Bundesliga hält.

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Doch das aktuelle Team ist deutlich schwächer. Die gelungene WM-Qualifikation (hier alles zur WM-Quali Südamerika 2018) war eine Überraschung.


Der WM-Kader 2018 von Peru:

TOR: Pedro Gallese (Tiburones Rojos), Jose Carvallo (UTC Cajamarca), Carlos Caceda (Tiburones Rojos

VERTEIDIGUNG: Luis Advincula (Lobos BUAP), Miguel Araujo (Alianza Lima), Aldo Corzo (Universitario de Deportes), Nilson Loyola (FBC Melgar), Christian Ramos (CD Veracruz), Alberto Rodriguez (Junior de Barranquilla), Anderson Santamaria (Puebla FC), Miguel Trauco (CR Flamengo)

MITTELFELD: Pedro Aquino (Lobos BUAP), Wilder Cartagena (CD Veracruz), Christian Cueva (Sao Paulo FC), Edison Flores (Aalborg BK), Paolo Hurtado (Vitoria Guimaraes), Andy Polo (Portland Timbers), Renato Tapia (Feyenoord Rotterdam), Yoshimar Yotun (Orlando City)

ANGRIFF: Andre Carrillo (FC Watford), Raul Ruidiaz (Monarcas Morelia), Jefferson Farfan (Lokomotive Moskau), Paolo Guerrero (Flamengo Rio de Janeiro)


Seit 4. Juni ist der endgültige WM-Kader der peruanischen Nationalmannschaft bekannt. Wir haben dieser einer genauen Analyse unterzogen:

Tor

Den Platz zwischen den Pfosten im peruanischen Tor wird Pedro Gallese (Tiburones Rojos) einnehmen. Sein erster Ersatzmann wird wohl Carlos Caceda (Tiburones Rojos).

Beide Goalies spielen in Gestalt von Tiburones Rojos de Veracruz für denselben Verein und auch dort hat Pedro Gallese die Nase vorne. Als dritter Tormann steht Jose Carvallo (UTC Cajamarca) bereit.

Abwehr

Die Innenverteidigung bei Peru bilden aller Voraussicht nach Alberto Rodriguez (Junior FC) und Christian Ramos (Tiburones Rojos). Sollte sich einer der beiden verletzen, gilt Miguel Araujo (Alianza Lima) als erste Alternative. Weiters hofft auch der 26-jährige Anderson Santamaría (Puebla FC) auf einige Einsatzminuten auf dieser Postion.

Als Linksverteidiger ist Brasilien-Legionär Miguel Trauco (Flamengo Rio de Janeiro) gesetzt. Erste Alternative ist der 23-jährige Nilson Loyola (FBC Melgar), der international bisher kaum Spielpraxis sammeln konnte.

Rechts hinten muss sich Trainer Ricardo Gareca zwischen Luis Advincula (Lobos) und Aldo Corzo (Universitario de Deportes) entscheiden, wobei in der WM-Quali zumeist Corzo zum Einsatz kam.

Mittelfeld

Peru spielt seit 2016 fast durchgehend mit einem 4-2-3-1-System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern. Das Problem: Einen hochklassigen defensiven Mittelfeldspieler haben die Südamerikaner nicht in ihren Reihen.

Coach Gareca versuchte es zuletzt deshalb auch öfters mit einem 4-1-4-1 und stellte den gelernten zentralen Mittelfeldspieler Renato Tapia (Feyenoord Rotterdam) auf die Defensivposition. Der 22-Jährige zählt zu den wenigen Europa-Legionären in der peruanischen Nationalmannschaft.

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In einem 4-2-3-1 System dürfte neben Tapia wohl Yoshimar Yotun (Orlando City) auflaufen. Weitere Alternativen im defensiven Mittelfeld sind Wilder Cartagena (Tiburones Rojos) und Pedro Aquino (Lobos BUAP).

Linksaußen hat Chefcoach Gareca die Wahl zwischen dem routinierten Ex-Schalker Jefferson Farfan (Lokomotive Moskau) und dem jungen Edison Flores (Aalborg BK).

Auf der 10er-Position hat der 26-jährige Christian Cueva (FC Sao Paulo) die besten Chancen auf einen Platz in der Startelf, ersatzweise steht Paolo Hurtado (Vitoria Guimaraes) bereit.

Rechtsaußen hat England-Legionär Andre Carrillo (FC Watford) sehr gute Karten auf einen Fixplatz, doch auch Andy Polo (Portland Timbers) darf auf einen Einsatz hoffen.

Angriff

Als Mittelstürmer gilt Mannschaftskapitän und Ex-Deutschland Legionär Paolo Guerrero (Flamengo Rio de Janeiro) als gesetzt. Der 34-Jährige darf nach langem Hin und Her aufgrund einer Doping-Sperre nun doch an der Endrunde in Russland teilnehmen (hier alle WM 2018 Ausfälle ansehen).

Mit Raul Ruidiaz (Monarcas Morelia) steht nur eine weitere nominelle Sturmspitze im Kader von Peru. Dem 27-Jährigen mangelt es allerdings an Erfahrungen in Europa.

Die Talente Perus bei der WM 2018

Peru mangelt es an hochklassigen Talenten. Das Durchschnittsalter in der Qualifikation lag zwar nur bei etwa über 26 Jahren und im Kader stehen zahlreiche Spieler zwischen 23 und 27 – doch diese haben nicht die nötige Qualität.

Dennoch können sich vor allem junge Spieler wie Renato Tapia (20 Jahre), Miguel Araujo (21 Jahre) oder Edison Flores (23 Jahre) mit guten Leistungen ins internationale Rampenlicht spielen.

Was gelingt Peru bei der WM-Endrunde?

Eigentlich wäre Peru ein sicherer Tipp für das Ausscheiden in der Gruppenphase. Der Kader ist im Vergleich mit vielen Aufgeboten der anderen WM-Teilnehmer doch deutlich schwächer. Doch das Losglück meinte es nicht gerade schlecht mit den Südamerikanern.

In Gruppe C geht es gegen Frankreich, Dänemark und Australien. Bei einem normalen Turnierverlauf hat man gegen Frankreich das Nachsehen. Der Vize-Europameister zählt auch bei der Endrunde in Russland zu den WM-Favoriten.

Auch gegen die in der WM-Qualifikation groß aufspielenden Dänen ist Peru klarer Außenseiter. Einzig und allein gegen Australien ist das Team von Ricardo Gareca leichter Favorit, wobei auch dies kein einfaches Spiel wird. Der Aufstieg in das WM-Achtelfinale 2018 wäre für die peruanische Nationalmannschaft jedenfalls eine Riesensensation.

Entscheidend wird womöglich auch sein, wie die Mannschaft die starken Nebengeräusche um Stürmerstar Paulo Guerrero verkraftet. Denn ganz gleich, ob der Stürmer mitfährt oder nicht, ein großes Thema wird er bei der WM-Endrunde trotzdem sein.

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