Alles zur Gruppe A der Frauen-EM 2022 in England

Am 6. Juli 2022 rollt zum ersten Mal der Ball der Frauen-EM 2022. Das Ganze findet mit einem Jahr Verspätung statt, was der Pandemie geschuldet ist. Offiziell heißt das Turnier deshalb noch immer EURO 2021. Wenn das erste Spiel angestoßen wird, sind zwei Teams aus der Gruppe A am Ball, die für die deutschsprachigen Fans sehr interessant sein dürften: Erstens handelt es sich um Österreich und zweitens um England.

Es geht für die Frauen-ÖFB-Auswahl also nicht nur gegen die Gastgeberinnen, sondern auch gegen eine der favorisierten Mannschaften. Ähnlich wie bei den Männern wurde das englische Frauen-Team in vergangenen Jahren immer stärker und möchte vor eigenem Publikum den ganz großen Wurf schaffen.

Dafür muss England aber erst einmal die Gruppenphase überstehen. Einer der ersten beiden Plätze der Gruppe A würde für einen Aufstieg ins Viertelfinale reichen. Der erste Rang wäre allerdings besser, denn das zweitplatzierte Team der Gruppe A hat vermutlich das zweifelhafte Vergnügen, im ersten Spiel der KO-Runde gegen Deutschland zu spielen. Diesem Gegner möchte man lieber aus dem Weg gehen.

Gruppe A der Frauen-EURO 2021 – Tabelle

Spielplan der Frauen-EM 2022 Gruppe A

Dat. Uhrzeit* Match Erg. Spielort
Mi, 06.07.2022 21:00 England – Österreich -:- Manchester OT**
Do, 07.07.2022 21:00 Norwegen – Nordirland -:- Southampton
So, 10.07.2022 18:00 Österreich – Nordirland -:- Southampton
So, 10.07.2022 21:00 England – Norwegen -:- Brighton & Hove
Fr, 15.07.2022 21:00 Österreich – Norwegen -:- Brighton & Hove
Fr, 15.07.2022 21:00 Nordirland – England -:- Southampton

*Alle Zeitangaben nach deutscher Zeit (= mitteleuropäischer Sommerzeit MESZ); ** OT = Old Trafford

>> Zum vollständigen Frauen-EM Spielplan 2022 mit allen Spielen.

Die Gruppe A der Frauen-EURO 2021 in der Analyse

Neben Österreich und England sind auch Norwegen und Nordirland in der Gruppe A am Ball. Besonders für die Gastgeberinnen kann man diesbezüglich schon von einem gewissen Losglück sprechen. Denn unlösbar ist auf dem Papier keine der Aufgaben – insbesonders nicht vor eigenem Publikum.

🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 England ist der klare Favorit

Durch das Potenzial der Mannschaft und den Heimvorteil sind die Engländerinnen ohnehin die Favoritinnen in der Gruppe A. Seit 2021 werden sie zudem von Sarina Wiegmann trainiert. Diese führte die Niederlande 2017 zum EM-Heimsieg und bei der WM 2019 zur Vize-Weltmeisterschaft. Prominenter kann der Name auf der Bank kaum sein, um endlich den ersten großen Titel zu gewinnen. Das englische Frauen-Nationalteam schaffte es bislang nur bei zwei Europameisterschaften ins Finale – das letzte Mal war 2009. Bei einer WM erreichte man 2015 den dritten Platz als bestes Resultat der eigenen Historie.

Wiegman vertraut im Tor auf Mary Earps (Manchester United). In der Abwehr sind Spielerinnen wie Alex Greenwoord (Manchester City) oder Millie Bright (FC Chelsea) von besonderer Bedeutung. Im Mittelfeld baut Wiegmann insbesonders auf die extrem talentierte Keira Walsh (Manchester City). Im Angriff hat die Niederländerin große Auswahl. Fran Kirby (FC Chelsea), Nikita Paris (FC Arsenal) und Georgia Stanway (Manchester City) könnten beispielsweise für die “Three Lionesses“ auf Torejajd gehen. Dies ist schon sehr hohe Qualität und England ist nicht um sonst einer der Frauen-EURO 2021 Favoriten.

🇦🇹 Österreich: Mehr als nur der Außenseiter?

Wirklich große Erfolge konnte die österreichische Damenmannschaft bislang nicht verbuchen. 2022 spielt man erst zum zweiten Mal bei einer EM. Bei einer WM war man überhaupt noch nicht dabei. Beim ersten EM-Auftritt 2017 schaffte das ÖFB-Team aber wie aus dem Nichts eine Leistung, die ihm kaum jemand zugetraut hätte. Erst im Halbfinale war das Turnier beendet.

Trainerin Irene Fuhrmann möchte diesen Erfolg 2022 wiederholen. Dafür dürfte sie vor allem auf Spielerinnen setzen, die in der deutschen Bundesliga ihr Geld verdienen. In der Abwehr steht dabei Carina Wenninger (FC Bayern) besonders im Mittelpunkt. Im Mittelfeld ruhen die Hoffnungen auf Sarah Puntigam (HSC Montpellier), Sarah Zadrazil (FC Bayern) und Laura Feiersinger (Eintracht Frankfurt). Im Sturm ist Nicole Billa (TSG Hoffenheim) die Schlüsselspielerin.

🇳🇴 Norwegen: Das Viertelfinale ist machbar

Norwegen stellte früher einmal das beste Frauen-Team des Planeten. Der Beweis waren die EM-Titel 1987 und 1993, der WM-Titel 1995 und die Olympische Goldmedaille 1995. Seit damals hat der Norwegen Frauen-Kader aber stetig abgebaut. Bei der letzten EM war bereits in der Vorrunde Schluss. Bei der WM 2019 reichte es immerhin für das Viertelfinale – was eine gewisse Steigerung gegenüber den vorherigen Turnieren war.

Die Runde der letzten 8 soll es eigentlich auch bei der EM 2022 werden. Coach Martin Sjögren braucht hierfür überragende Leistungen seiner wichtigsten Mittelfeldspielerinnen Vilde Boa Risa (Manchester United) und Guro Reiten (Manchester City) sowie seiner Sturmführerin Caroline Graham Hansen (FC Barcelona). Gerade im Angriff haben die Norwegerinnen aber einige weitere erstklassige Spielerinnen. Der Kader ist insgesamt sehr gut.

🍀 Nordirland: Ein Weiterkommen wäre überraschend

Nordirland ist der große Außenseiter in der Gruppe A. Noch nie konnte man an einer WM oder EM teilnehmen. In der WM-Qualifikation traf die Mannschaft zudem zuletzt auf England und holte sich mit 0:4 eine blutige Nase. Dies zeigt das Leistungsvermögen des Teams von Kenny Shiels. Hoffnungen auf eine Überraschung gibt es kaum. Wenn überhaupt ruhen diese im Sturm auf Simone Magill (FC Everton) und Lauren Wade (Glentoran Belfast).

Prognose für die Frauen-EM 2022 Gruppe A

Wir gehen davon aus, dass England die Gruppe A sicher gewinnen wird. Wie oben bereits geschrieben sind alle Gegnerinnen machbar, wenn das Team normale Leistungen zeigt. Die schwerste Aufgabe dürfte Norwegen sein, das wir auf dem zweiten Platz sehen.

Die Skandinavierinnen müssten schon schwächeln, damit Österreich eine realistische Chance auf das Weiterkommen hat. Eine Chance auf eine Wiederholung der EM 2017 sehen wir für Fuhrmanns Team nicht. Für Nordirland haben wir praktisch keine Hoffnung.

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