WM 2002 in Japan & Südkorea

Gastgeber: Japan & Südkorea
Teilnehmerzahl: 32
Sieger: Brasilien
Finalgegner: Deutschland
Torschützenkönig: Ronaldo (8 Treffer)

WM-Endrunde erstmals mit 2 Gastgebern

Spielball der Fussball Weltmeisterschaft 2014 in Japan und Südkorea
Wikimedia: shine2010 (CC BY 2.0)

Bei der 17. Fußball Weltmeisterschaft im Jahr 2002 gab es Premieren in doppelter Hinsicht. Einerseits war es die erste WM die in zwei Ländern gleichzeitig ausgetragen wurde, andererseits fand die Endrunde erstmals auf dem asiatischen Kontinent statt.

Wie bereits vier Jahre zuvor waren 32 Nationen vertreten, von denen Europa mit 15 Teilnehmern das größte Kontingent stellte. Hinzu kamen je fünf Vertreter aus Afrika sowie Südamerika, vier aus Asien und drei aus Nord- bzw. Mittelamerika. Größte Überraschung der Qualifikation war das Scheitern der Niederlande. Gespielt wurde in acht Gruppe zu je vier Teams, die Top zwei Mannschaften jeder Gruppe kamen ins Achtelfinale, von wo aus das Turnier im K.O.-Modus fortgesetzt wurde. In der Verlängerung galt die umstrittene Golden-Goal-Regel.

Bereits in der Gruppenphase kam es zu einigen Überraschungen. Die größte war das Ausscheiden von Titelverteidiger und Europameister Frankreich. Die Grande Nation, die in den ersten beiden Partien auf Spielmacher Zinedine Zidane verzichten musste, erreichte lediglich ein Unentschieden und schied sang- und klanglos als Gruppenletzter aus. Doch auch einige andere Favoriten mussten früh die Heimreise antreten. Für Argentinien war nach der Gruppenphase ebenso Endstation wie für Geheimfavorit Portugal.

Südkorea überrascht gegen Italien

Die größte Sensation im Achtelfinale bot Südkorea, das Italien mit 2:1 nach Verlängerung nach Hause schickte. Die mangelnde Chancenauswertung sowie einige zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen besiegelten das Schicksal der Azzurri. Nach der enttäuschenden Leistung bei der EM 2000 ging Deutschland als Außenseiter in die Endrunde. Doch das von Rudi Völler betreute Team erwies sich einmal mehr als Turniermannschaft. Nach dem Gruppensieg traf der DFB im Achtelfinale auf Paraguay, gewann mit 1:0 und traf in der nächsten Runde auf die USA, die sich gegen Mexico durchsetzen konnten. Im Spiel der beiden Wirtschaftsmächte setzten sich Deutschland dank eines an diesem Abend unbezwingbaren Oliver Kahn im Tor mit 1:0 durch. Das wohl heißeste Duell im Viertelfinale fand zwischen Brasilien und England statt. Beide Nationen galten als große Titelaspiranten. In einer packenden Partie behielt Brasilien, rund um die Stars Ronaldo, Ronaldinho und Rivaldo mit 2:1 die Oberhand.

In der Runde der letzten vier trafen Deutschland und Brasilien auf die Sensationsteams aus Südkorea und der Türkei. Dank eines Treffers von Michael Ballack besiegte die deutsche Auswahl das Gastgeberland und zog ins Finale ein. Der Spielmacher wurde zum tragischen Helden der Partie, da er eine gelbe Karte kassierte und somit im Endspiel gegen Brasilien, das sich gegen die Türkei ebenfalls mit 1:0 durchsetzte, zuschauen musste.

Deutschland verliert im Finale gegen Brasilien

Das Duell der beiden erfolgreichsten WM-Teams gewann Brasilien mit 2:0. Zur tragischen Figur des Finales wurde Oliver Kahn. Ausgerechnet ein Patzer des Mannes, der sein Team mit überragenden Leistungen bis ins Endspiel führte, bescherte Brasilien das 1:0 und brachte die Vorentscheidung. Die „Selecao“ durfte den fünften Weltmeisterschaftstitel bejubeln.

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